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Philipper 2, 4-11

Münzprägung war von alters her Demonstration von (göttlicher) Macht. Wer Münzen prägte, tat das mit Bildern, die Stärke und Kraft symbolisierten. Römische Kaiser verstanden sich bestens auf diese Art von Öffentlichkeitsarbeit/PR.
Christen hatten in ihrer Anfangszeit dem nichts entgegenzusetzen. Fast nichts.
Sie hatten Lieder. Und diese haben es in sich.

Ein damals bekanntes Lied ist der Hymnus im 2.Kapitel des Philipperbriefes.
Er besingt in kurzen Worten eine theologische Deutung des Kreuzestodes Jesu (VV.6-11) > http://ekir.de/url/LdG

Diese Deutung ist die Begründung des Predigttextes für kommenden Sonntag, der mit folgenden Worten endet: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:“ (Phil2,4-5)

In einer Zeit, in der Politiker Politik als Selbstverwirklichung betreiben können, abgehoben von der Niedrigkeit des Alltags der Menschen, ist dies ein Satz, der aufmerken lässt. Es gilt, Erfolg zu haben, voran zu kommen, auf die eigene Chance zu warten. Vieles bleibt auf der Strecke:Zuerst die, die nicht erfolgreich sein können, weil sie nicht gut genug sind. Auch jene, denen das Leben schlecht mitgespielt hat.Und erst recht jene, für die unsere Gesellschaft keinen Platz mehr zu haben meint.

Dieser Vers fordert uns heraus, Partei zu ergreifen für Bedürftige und Entrechtete. Durch die „Erniedrigung“ Jesu Christi bekommen die Erniedrigten dieser Erde ihr Recht auf menschenwürdige Beachtung.

Wer es gerne provokant mag, kann auch sagen, das sonntägliche Predigtlied erklingt als Rock’n Roll, der ansingt gegen die vorherrschenden Götter der Zeit.

römische Goldmünzen

Foto: sxc.hu