Aufgelesen

Abendmahl auf Ökumenisch?

Bild: vaticarsten auf flickr.com

Vor dem ökumenischen Kirchentag in München bewegt nicht nur die Frage, zu welchen Veranstaltungen Margot Käßmann erwartet wird die Öffentlichkeit, sondern auch, ob es ein gemeinsames Abendmahl geben können wird.
Allerdings wird sich diese Erwartung so schnell nicht erfüllen. Denn der eigentliche Streitpunkt ist das unterschiedliche Verständnis vom „Amt“, sprich von Priestern und Pfarrern (und besonders Pfarrerinnen).

Das hat der bayrische Landesbischof Johannes Friedrich in einem epd-Interview jüngst noch einmal bekräftigt:

epd: Ein festgefahrenes Problem ist das gemeinsame Abendmahl.
Friedrich: Da wird auch durch den Ökumenische Kirchentag keine neue Bewegung kommen. Nach katholischem Verständnis ist nur dann eine gemeinsame Eucharistiefeier mit Kirchen möglich, mit denen eine vollständige Kirchengemeinschaft besteht. Das Abendmahl wäre dann also der absolute Endpunkt der Entwicklung. Der Hauptunterschied liegt nach wie vor im unterschiedlichen Amtsverständnis: Der katholische Priester hat im Gegensatz zum evangelischen Pfarrer als geweihter Mitarbeiter des katholischen Bischofs einen anderen Stand als die Laien.

Den kirchenfernen Leser dürfte erstaunen, dass in diesem Zusammenhang die Abendmahlsgemeinschaft zwischen Lutheranern und Reformierten betont wird. Das ist doch längst eine evangelische „Haftungsgemeinschaft“ und wird nur noch von Insidern verstanden. Alles andere dürfte die Öffentlichkeit (zu recht) auch verstören.
Es wird also noch das ein oder andere Jahrhundert dauern, bis sich eine Abendmahlsgemeinschaft am Horizont abzeichnet. (Oder: Vorher wird das Geld knapp, und wir sind so wenige, dass wir gezwungen werden viel mehr Kirche zusammen zu machen!)