Aufgelesen

Vom Kreuz mit dem Amtseid und Dackeln

Da gibt es also eine Verlegenheit bei den Kirchen, wenn eine Muslima ihren ministerialen „religiösen“ Amtseid spricht. Das ist auf evangelisch.de zu lesen.

foto: amras_de auf flickr.com


Ich finde es wesentlich schlimmer, wenn die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ihren Amtseid ohne „religiöse“ Formel spricht. Kann man wirklich auf „religöse“ Begründung von Recht (als ganz und gar menschliche Angelegenheit) verzichten?
Dies ist eine verfassungsrechtlich wohl nicht minder schwer zu beantwortende Frage, wie die theologische nach dem Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam.
Nach dem Ökumeniker Hans Küng ist das wohl ein äußerst zu begrüßender Vorgang.
Aber die Bedenkenträger sind immer schnell bei der Sache.
Ich halte es da mit Hermann Barth, dem Präsidenten des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Zwischen Christen und Muslimen gebe es zwar erhebliche Unterschiede beim Gottesbild und im Verständnis von Jesus Christus, doch sei der Bezug auf Gott in der Eidesformel wie auch in der Präambel des Grundgesetzes nicht exklusiv an das christliche Gottesverständnis gebunden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Ministerin habe damit zum Ausdruck gebracht, „dass sie ihre Verantwortung in einem Horizont sieht, der über wechselnde und partikulare menschliche Interessen hinaus geht“.
„Die Situation in unserer religiös pluralen Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass wir bei allen Differenzen zwischen Christen und Muslimen gemeinsame Überzeugungen und Schnittmengen haben“, sagte der Kirchenamtspräsident weiter. „Wir sollten sie pfleglich behandeln.“

Bleibt nur zu hoffen, dass der Dackel der aktuellen Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger mit Namen „Dr. Martin Luther“ inzwischen gestorben ist. Vielleicht hat sie aber einen neuen.
Dem kann sie dann einen Bischofsnamen geben. Die Auswahl ist im Moment jedenfalls groß… aber das wäre in der Tat ein anderes Thema.