Alle Artikel mit dem Schlagwort: Predigt

Predigt über Philipper 4,4-6 (für Schnelleser)

Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: „Für’s Netz müsstest du das prägnanter sagen“. Das gelingt oft nicht. Hier habe ich einen Versuch gemacht, eine Predigt aus dem Jahr 2009, die in diesem Monat sehr oft gelesen wurde, in einer gekürzten Fassung noch einmal „anzubieten“. Mal sehen, welche Fassung mehr Leser_innen findet…. Lächel doch mal! Freust du dich denn gar nicht? Nun sei doch nicht so! Dir kann man aber auch gar nichts recht machen! Vier Sätze, die wir nicht gern hören. Am Heiligen Abend in einer unbedachten Äußerung verwendet, können sie zu einem wahren Fiasko familiärer Befindlichkeit führen! Ich gebe zu ich hab´s nicht so mit dem Freuen. Der Zwang “gut drauf” zu sein, regt mich meistens mehr auf als an. Und dauergrinsende Fernsehgestalten, die mundgerecht die Welt erklären, lassen mich das Radio einschalten. Dabei schätze ich Freundlichkeit (zumal im Alltag) sehr und finde auch, dass man vor allem sich selbst gegenüber oft …

Predigt über Offenbarung 5,1-5

Weil Predigt eigentlich fürs Hören geschrieben wird. Hier ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst am ersten Advent in der Friedenskirche. Die Qualität ist noch verbesserungswürdig, aber das Geraschel hört nach einer Minute immerhin auf. Leider war das richtig gute Gemeindemikro nicht verfügbar, aber für elf Minuten und 50 Sekunden mag es für dieses Mal gehen…. Predigt Offenbarung 5,1-5 Und für die, die nicht die Zeit zum Hören haben, folgt eine Kurzfassung: „Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Das kennen Sie. Das beliebte Spiel „ich sehe was, was du nicht siehst“ war einst besonders auf langen Autofahrten beliebt.

Der Liebe Gott und der nickelige Jesus. Mt 21, 28-32

„Das ist aber ein ganz Lieber!“ Diesen Satz kennen Sie bestimmt aus verschiedenen Zusammenhängen. Oft wird er auf Personen, besonders aber auf viele Vierbeinern (Hunde) bezogen, meist auch von dem Satz begleitet: „Der will nur spielen!“ Aber auch der liebe Opa, oder die liebe Oma kann gemeint sein, oder die nette Arbeitskollegin, die sich alles gefallen lässt. Und der „liebe Gott“ ist ja auch so ein lieber –außer wenn er alles sieht, oder gerade deswegen? Nun wird dieses „der ist aber ein ganz Lieber“ auch von Jesus ausgesagt. In Kirchenliedern zum Beispiel: „Liebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören“oder „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“, die Beispiele ließen sich verlängern. In heutigen Predigttext ist Jesus allerdings alles andere als lieb. Genaugenommen ist er sogar richtig nickelig, denn er führt seine Zuhörerinnen aufs Glatteis. 

Beten, aber wie? (Lk 11,5-13) Predigt

Alles ist angerichtet. Alles vorbereitet. Monatelange Planungen sind an ihrem Ziel angekommen. Der Tisch gedeckt, der Wein entkorkt. Köstlichkeiten stehen bereit. Gäste werden erwartet und haben zugesagt. Alles passt. Nur das Wetter muss noch mitmachen, denn die Feierlichkeit findet unter freiem Himmel statt. Und immer, wenn etwas unter freiem Himmel stattfindet kommt sprichwörtlich der Petrus ins Spiel, zu welchem kirchlichem Bodenpersonal stets eine besondere Beziehung nachgesagt wird. Offenbar hilft jetzt nur noch beten. Szenenwechsel: Das Stadion ist bis zum letzten Platz gefüllt. 75.000 Menschen schauen auf einen einzigen Punkt. Es ist die 89. Spielminute. Elfmeter im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft. Bringt dieser Elfmeter die Entscheidung? Die Hände der Fans sind ineinander verschränkt. Die Knöchel vom Druck weiß und blutleer. Der Blick geht vom Elfmeterpunkt weg auf den Boden. Die gefalteten Hände bleiben über dem Kopf nach oben zum Himmel gereckt. Offenbar hilft jetzt nur noch einer: Der vielbeschworene Fußballgott.

Predigt Ostersonntag Mt.28 „Er ist nicht hier“

Sie gehen los an diesem ersten Ostermorgen, wie an Allerheiligen, wenn wir die Gräber unserer Toten besuchen. (Mathäus 28,1-10) Da ist keine Freude im Herzen und Leichtigkeit im Schritt. Da ist vielmehr immer noch Trauer. In diese Trauer hinein: Ein Erdbeben, ein Blitz, ein gleißendes Licht. Wie schneeblind stehen sie da. Und auch die Wachen, die man aufgestellt hatte erschraken. Sie erschraken so sehr „als wären sie tot“. Da ist es wieder dieses Wort, das an dem Ostermorgen doch eigentlich keinen Platz mehr haben sollte, das aber dennoch die Anfangsszene bestimmt. Der Tod bekommt am Beginn der Ostergeschichte noch seinen großen Auftrtitt. Er wird nicht ausgeblendet. Es hat den Anschein, dass er sich mit seiner Macht und Dominanz noch einmal von seiner mächtigen Seite zeigen darf. Nein der Tod ist ganz gewiss nicht klein. Er kann zwar kleingeredet oder kleingeschwiegen werden, das lässt ihn aber ganz gewiss nicht weniger mächtig auftreten. So gesehen bringt das Evangelium ihn, de letzten Feind, von Anbeginn der Ostergeschichte an zunächst nicht als überwundenen, sondern zunächst als sehr wirkmächtigen vor …

Predigt von Nikolaus Schneider zur Eröffnung der Fastenwoche 2011

Der derzeitige Ratsvorsitzende wird auf diesem Blog oft mit Kritik bedacht. Das soll nicht davon abhalten durchaus positives auch zu erwähnen. Seine Predigt zur Eröffnung der Fastenwoche 2011 finde ich deshalb erwähnenswert, weil sie im Horizont der Verantwortung vor Gott die Frage nach Schuld und Strafe eindrucksvoll stellt. Darum sei diese Predigt in Auszügen hier wiedergegeben: Die Passionszeit fordert uns heraus zu Solidarität mit jedem leidenden Menschen. Und so sind wir in diesen Tagen bei denen, die bei der Erdbebenkatastrophe ihr Leben verloren haben. Wir stellen wir uns an die Seite derer, die um ihre Angehörigen bangen, deren Hab und Gut vernichtet wurde. Und unsere Gedanken sind bei all denen, die als Helfer das Menschenmögliche tun, um Leben zu retten. Unsere Gebete gelten denen, die in diesen Stunden versuchen, die Folgen der Reaktorkatastrophe soweit es geht zu mindern. Im Evangelium, das wir eben hörten, wird Jesus gebeten, zu einer Katastrophe Stellung zu nehmen, die damals wohl viele bewegt hat. Die römischen Besatzungssoldaten hatten unter friedlich betenden Juden ein Blutbad angerichtet. Und für viele damals stand …

Wunder gibt es immer wieder Predigt über Joh 4, 46-54

Es gehört zu den am meisten besungen Worten im deutschen Schlager. Es hat aber auch die theologische und kirchliche Diskussion in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhundert geprägt. Zara Leander, Katja Ebstein und Nena haben es in erfolgreichen Liedern besungen? „Wunder“ Sie gibt es immer wieder, wir wissen, sie werden geschehen. Oder etwa nicht?