Alle Artikel mit dem Schlagwort: Finanzkrise

Occupy und die Kirchen

Die Occupy Bewegung ist in aller Munde. Weltweit organisierte Veranstaltungen mit Happening Charakter werden gerne ins Visier der medialen Aufmerksamkeit genommen und die sozialen Netzwerke sorgen für zusätzliche Multiplikation oder sind oft sogar der Grund der Aufmerksamkeit. Zelte, Tweets und ein Live-Stream sind heute so kreativ wie große Transparente in der Vergangenheit. Die müssen heute nur noch DIN A4 Größe haben um auf dem Handy Upload gut lesbar zu sein. Gewiß: Demo 2.0 ist heute effektiver als vor 40 Jahren und ein wenig bequemer. Leider macht sich diese Bequemlichkeit auch in Stellungnahmen von kirchlich engagierten Menschen breit. „Hauptsache dabei sein“ ist oft genug der Motor für die hektische Betriebsamkeit nur ja keinen Trend zu verpassen. Denn morgen schon ist ein anderes Thema ganz oben auf der Tagesordnung. Nachhaltig ist das nicht. Und ob das zu vermehrter Nachdenklichkeit führt ist zumindest zu fragen. Vorgestern Ägypten: „Ja, auch wir als Kirche sind für Freiheit und Freiheitsrechte“ Gestern Japan: „Kernenergie ist mit dem Evangelium nicht vereinbar“ Heute Occupy: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ Um Missverständnissen …

Vor einem Jahr: GM ging in die Insolvenz und gestern: Horst Köhler

Heute vor einem Jahr ging GM in die Insolvenz. Und meinen Chevy habe ich auch ein paar Monate später verkauft…. Nun bin ich wieder bei Volkswagen. Nun ja, mein erstes Auto war auch ein Käfer… Nächstes Jahr werd ich mich dann wohl an den Rücktritt von Horst Köhler erinnern, der dazu führte, dass es im Herbst des Jahres Neuwahlen gab, die zu einer Ampelkoalition führte, wie im Juni desselben Jahres in NRW. Und ich werde mich erinnern, dass das Volk sich von all den unerfreulichen in- und ausländischen Nachrichten (BP Ölleck in der Tiefsee) mit Lena Meyer-Landrut ablenkte und nur auf den Beginn der Fussball-WM wartete, um Philipp Lahm zuzujubeln…

Von Kirchen, Banken und Heuschrecken

„Der Spiegel“ aus Hamburg geht mit kirchlichen Themen nicht gerade unvoreingenommen um. Dazu passt auch dieser Artikel im Panorama. Da steht u.a. zu lesen: Eine Umfrage für manager magazin zeigt: Die katholische Kirche genießt in Deutschland noch weniger Vertrauen als Großbanken und Parteien. Und dem katholischen Oberhirten Robert Zollitsch wird weniger Wertorientierung zugetraut als Deutschbanker Josef Ackermann. In dem Stil geht es dann weiter. Beim nächsten mal ist die Evangelische Kirche dann wieder der Bumann. Das ist Berichterstattung nach dem Motto: Irgendetwas negatives wird schon hängenbleiben. Interessant ist, das der Ex-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann immer noch höchste Dignität in ethischer Orientierung zugestanden wird.

Bad Bank auf deutsch

„Bad Bank“ ist wohl kein guter Begriff für Banker. Und ein deutscher schon gar nicht. Dafür heißt die erste deutsche „Bad Bank“ nun „Erste Abwicklungsanstalt“. Ich erinnere mich, dass vor neunzehn Jahren, als ich in Leipzig studierte, Lehrstühle „abgewickelt“ wurden. Und Birgit Breuel von der „Treuhand“ wickelte marode DDR-Staatsbetriebe ab. Und nun der gleiche Begriff für die Auslagerung von faulen Kredit-Papieren? Auch noch im Jahr zwanzig des Mauerfalls? Ist das nun Geschichtsvergessenheit, oder handelt es sich hier gar um Fachsprache? Vielleicht wird der Begriff aber noch modernisiert und wir hören demnächst von der „Ersten Abwicklungsagentur“!

Let´s make money? (Predigt über Matthäus 6)

Sonntagsfragen sind manchmal eine Zumutung. Besonders, wann der Wahlabend naht. Was als Analyse, Fakten, Hintergründe präsentiert wird, ist es nicht wert gehört oder gesehen zu werden. Die politische Auseinandersetzung weicht dem Kampf der Medienprofis. Und die Demoskopen beanspruchen die Deutungshoheit über Sympathiewerte der Kandidaten. „Wie jemand rüberkommt“ ist inzwischen wichtiger als was er zu sagen hat. Und versuchen Politiker sich mit Respekt und Menschlichkeit zu begegnen, wird große Langeweile ausgerufen. Da hilft nur noch eins: Abschalten! Zumindest den Fernseher. Ich gebe zu, auch beim Wort zum Sonntag hilft manchmal nur noch abschalten, aber das alles hat vermutlich mit einer Skepsis und auch dem eigenen Unvermögen zu tun die Welt nicht in 1Minute 30 erklären zu können. Und dann kommt auch noch ein Predigttext für den heutigen Sonntag daher, den man nicht ausschalten, bei dem man aber die Bibel gleich wieder zu machen will, weil man sich sagt: Das kann es wirklich nicht sein! Jesus sagt: Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern …