Alle Artikel mit dem Schlagwort: EKD

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Gezerre am Zipfel des Talars

Foto: Maik Meid Der Pfarrer* isst anders. Nämlich viel, weil es bei jedem Anlass etwas gibt. Mit Leib und Seele ist er außerdem bei der Sache, denn er wird dotiert und nicht nach Arbeitsleistung bezahlt. Deswegen wird auch erwartet, dass er einstecken kann. Nicht das Stück Kuchen beim Geburtstagsbesuch —obwohl auch das schon vorgekommen sein soll— sondern vor allem Kritik. Das Schicksal teilt er freilich mit Politikern*, Lehrern*, Journalisten* und allen anderen, die in irgendeiner Art und Weise „öffentlich“ ihren Beruf (ein evangelisches Wort!) ausüben. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden bis auf die Tatsache, dass man eigentlich über das demokratische System, Schule, irgendwas-mit-Medien und eben Kirche redet. Der Stammtisch kennt allerdings keine Systeme, sondern nur Personen, über die man sich überaus trefflich unterhalten. Manchmal braucht eine Synode auch einen Stammtisch. Nicht erst am Abend, sondern gleich im Plenum. Das heißt dann „Impuls Referat“ und der Redner* darf kräftig vom Leder ziehen. Tut er auch meistens, wie kürzlich auf der EKD Synode. Warum sich allerdings unter dem Titel „Herausforderungen für eine reformbereite Kirche“ banale Ratschläge wie …

Socken, und Bonbons -Protestantismus für Kinder

Ob Peter Hintze an der Einführung der Luthersocken („Deutsche Luthersocke – ‚Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.’Gr. 23-26, Kinder; rubinrot, türkis; EUR 5,50 brutto“) beteiligt war, ist nicht bekannt. Erfahrung mit Sockenkampagnen hätte er immerhin. Kurz vor dem Reformationsjubiläum 2017 nimmt die Gadget-Flut mit dem Konterfei des Reformators kein Ende. Ob Lutherbonbons, Lutherol, Lutherbier oder Plastik Püppchen, D. Martinus könnte es locker mit Jürgen Klopp als Werbeträger aufnehmen. Eigentlich warte ich nur noch auf die Erasco Werbung für Dickebohnensuppe („Das Gute daran ist das Gute darin“) mit dem Slogan „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“ -aber das wäre vermutlich doch zu deftig. Indes: Die Marketing Abteilungen der verschiedenen Kirchen stricken an weiteren Produkten. Neuster Renner Lutherkaffe, „markant, kräftig, vollmundig“. Eine Mischung, die nicht jedem schmeckt, daher auch im Angebot die Mischung „Katharina von Bora“, die -kein Scherz, leider- „besser verträglich und für viele Gelegenheiten geeignet“ sei. Darauf für den Mann erst mal ein Lutherbier! Die Frauen müssen auf den „Katharina-Aperol-Spritz“ noch warten! Was lernen wir aus alledem über den Protestantismus? Offenbar ist die …

Impulspapier

Medienkonzil

Man braucht zwar etwas Zeit, um das Impulspapier „Das Netz als sozialer Raum: Kommunikation und Gemeinschaft im digitalen Zeitalter“ im Netz zu finden. Jedenfalls wenn es um den Text geht. Der Hashtag #mk15 hilft aber weiter. Schließlich wird man mit einem Link zum Papier belohnt 🙂 Es „versteht sich als ein Beitrag aus evangelischer Perspektive, basiert aber zugleich auf der ökumenischen Denkschrift ‚Chancen und Risiken der Mediengesellschaft‘, sowie auf jüngsten Stellungnahmen der katholischen Schwesterkirche“ und ist durch die letzte Synode der EKD motiviert. Die hatte nämlich gefordert: „Wir müssen uns als evangelische Kirche verstärkt in den medienethischen Diskurs einbringen, der neben den technischen auch die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen beschreibt, um Privatheit und Öffentlichkeit in ein Freiheit förderndes Verhältnis zu setzen, das dem christlichen Verständnis der Würde des Menschen und seiner Verantwortung im Zeichen von Schuld und Vergebung entspricht.“ Bisher konnte ich nur die Einleitung („Von der Kunst, die instrumente der Freiheit zu bedienen“) lesen, diese macht jedoch Lust auf die fünf Kapitel: I.“Leuchttürme im Nebel. Vom Rauschen zum Verstehen“, II.“Selbstoptimierung und Gnade. Das vernetzte selbst“, …

EKD Synode 2014, 6.-12. November Dresden

Die kommende Synode der EKD vom 6.-12. November in Dresden ist für so manchen jetzt schon ein voller Erfolg. Denn das Schwerpunktthema „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ hat den einen oder die andere beflügelt, sich erstmals mit dem Thema eingehend zu befassen. Der Jugenddelegation, der es im letzten Jahr -quasi über Nacht- gelang das Thema auf die Agenda zu setzen, sollte zu Beginn der Synode ein großer Dank ausgesprochen werden. Zu denen, die sich erstmals gründlicher mit der Thematik befassten, gehört auch der Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. Bisher gehörte er immer zu den schärfsten Kritikern der sog. „sozialen Medien“, denn dort herrsche ein „menschenverachtender Shitstorm“, der mit der Kommunikation des Evangeliums nicht vereinbar sein. Folgerichtig schloss er seinen Facebook Account und empfahl statt dessen „echte“ Kommunikation statt „virtueller“, „reale“ Freunde, statt „Facebook Freunde“. Offenbar hat der Bischof vor kurzem ein Damaskuserlebnis gehabt, denn auf evangelisch.de erschien kürzlich ein Artikel, der eine deutlich differenzierte Betrachtungsweise bietet. Zwar fallen immer noch die Worte „Shitstorm“, „Cybermobbing“ und auch Datenschutz rechtliche Bedenken werden angeführt, …

„Pfarrer geben Auskunft“

Wer eine Pfarrerin oder eine Pfarrer sucht, um eine Auskunft -etwa zu einer Taufe oder Trauung- zu erhalten, ist bei der zuständigen Kirchengemeinde vor Ort sicher an der richtigen Adresse. Verläuft die Auskunft nicht zufriedenstellend oder ist die Antwort lieblos, wendet man sich heute natürlich an die Suchmaschine seiner Wahl. Als ich einen Anruf aus 400 km bekam, war ich doch sehr überrascht. In der Tat war die Problemlage bei der genannten Amtshandlung vielschichtig. Auf die Frage, wie denn der Weg zu meiner Telefonnummer zu Stande gekommen sei, wurde geantwortet: „Ich habe ‚Pfarrer Auskunft‘ in google eingegeben.“ In der Tat führt die (ausgeloggte!) Suche zu einer sehr merkwürdigen „Restseite“ eines alten Internetauftritts von http://www.meckenheim-evangelisch.de Das ist unschön. Nicht etwa, weil das Design des PDF schon zu Erstellungszeit gewöhnungsbedürftig war, sondern vielmehr, weil die Suchbegriffe nicht zu einer wirklich tauglichen Auskunftsstelle der evangelischen bzw. katholischen Kirche führen. Für alle, die nach Informationen suchen, die bei den Kirchengemeinden vor Ort nicht zu bekommen sind, bietet sich an, entweder bei http://www.katholisch.de/ oder bei http://www.ekd.de nachzuschauen. Und wer überhaupt …

Präses Nikolaus Schneider zur Ankündigung des Rücktrittes von Papst Benedikt XVI

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, erklärt zur Ankündigung des Rücktrittes von Papst Benedikt XVI. am heutigen Montag: „Die Ankündigung des Rücktrittes von Papst Benedikt habe ich mit großem Respekt zur Kenntnis genommen. In besonderer Weise denke ich an unser Zusammentreffen in September 2011 im Augustinerkloster zu Erfurt, wo Papst Benedikt an einer Lutherstätte die existentielle Frage Martin Luthers ,Wie bekomme ich einen gnädigen Gott‘ in eindrucksvoller Weise aufgenommen hat. Ich danke auch im Namen des Rates der EKD für alle theologischen Gespräche und Diskussionen. Dass Papst Benedikt, der im 86. Lebensjahr steht, von sich aus das Amt abgibt, empfinde ich als bewegend, und es erfüllt mich mit großem Respekt. Ich wünsche Papst Benedikt nun von ganzem Herzen erfüllte Jahre, die er ohne die Bürde des Amtes verleben möge. Dass Ämter nur auf Zeit wahrgenommen und dass man ab einem bestimmten Lebensalter von allen amtlichen Pflichten befreit ist, gehört zum Maß des Menschlichen. Es ist ein gutes Zeichen, dass Papst Benedikt dieses durch das Evangelium eröffnete Maß des …

„Geistreich.de“ verkauft „user generated content“

Einst war ich der einzige Alphatester der geplanten „Geisterreich App.“ Vor einigen Monaten wurde dann mitgeteilt: Es gibt keine App. Eigentlich nicht weiter schlimm, denn einiges hätte an dieser App noch komplettiert werden können (meine Rezension findet ihr nachfolgend). Interessant ist nun allerdings zu lesen, dass aus dem User-basierten („freien“) Content ein kleines „Büchlein“ für „schlappe“ 25,-EUR gezimmert wurde. Eine Schelmin, die böses dabei denkt, wenn sie dazu auch noch liest, dass die einstigen Bundesmittel nun durch welche einer Telekom-Tochter ersetzt worden sind. Immerhin ist es „geistreich“ sich einen großen Sponsor ins Boot zu holen. Ob es allerdings ebenso clever in den AGB nur diesen knappen Hinweis stehen zu haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Dort heißt es zu den Rechten an den eingestellten Inhalten: „10. Rechte an Inhalten Der Nutzer räumt geistreich.de mit dem Einstellen seiner Inhalte das Recht ein, diese Inhalte auf den geistreich.de-Webseiten auch an anderen Stellen zu veröffentlichen. Der Nutzer hat das Recht, im Einzelfall dieser Nutzung schriftlich zu widersprechen. Der Nutzer räumt weiterhin geistreich.de das Recht ein, seine Inhalte auch nach …