Pastorenstückchen

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Komm zurück Margot!

1 Kommentar

Dass die ehemalige Ratsvorsitzende Margot Käßmann aus den USA ihre Erfahrungen auf evangelisch.de bloggt findet in der Presse hohen Anklang. Nicht nur dass sie schreibt, sondern besonders wie sie schreibt hinterlässt offenbar bleibenden Eindruck.

apple keyboard

foto: sxc.hu

Sie ist nach wie vor das menschliche Gesicht des deutschen Protestantismus. Und medial präsenter als ihr Nachfolger im Amt Nikolaus Schneider.
Während Käßmann ein sympathisches und bemerkenswertes Interview in der Zeit gibt, gibt es ein nicht sehr professionelles Interview mit ihm zum Thema “Neue Medien” (Tenor: Man darf die Menschen nicht überfordern). Während Käßmann bloggt liest man dort sehr viel kritisches, vor allem, wenn es um das Thema “Geschwindigkeit” geht. (Ich frage mich manchmal, ob wir die Menschen in unseren Gottesdiensten nicht eher mit dem “nicht-singbaren” Wochenlied überfordern…) Gleichzeit sieht Schneider, dass das Netz auch “in der klassischen Frauenhilfsstunde” bald eine große Rolle spielen wird, und auch unsere Gremienarbeit sich im Netz abspielen wird.
Gut, wenn wir den sarrazinschen Betrachtungszeitraum auf die nächsten 120 Jahr legen, könnte das durchaus angehen…
Die kirchlichen Realitäten sehen anders aus: -nein, keine Aufzählung, das wäre einfach zu deprimierend!

Pfarrerinnen und Pfarrer brauchen nach Schneider keine “Medienkompetenz” (“Das müssen die nicht auch noch machen!”), das soll die Landeskirche richten, in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit.
Zu dumm nur, dass gerade die Evangelische Jugendarbeit im Rheinland keinen eigenen (googlebaren) Auftritt hat. Selbst das neue (gut!) gestaltete Theme auf ekir.de findet keine entsprechende Umsetzung auf den “Jugendseiten”. Die Jugendpfarrerin hat keinen Blog und twittert auch nicht…
Viel zu tun also in den nächsten 120 Jahren, zumal die Presbyterien auch noch den Umgang mit der Beantwortung von mails “beschließen” sollen, denn es gehe schließlich um Transparenz.
Vielleicht sollte man wirklich die Gelegenheit nutzen den Präses am 22. September im Chat dazu zu befragen. (bitte nicht zu chatroulette.com wechseln!)

“Chat…” – das war doch, wenn ich mit dem Browser…. auf, äh….

Boxhandschuhe

foto: sxc.hu

Nachdem der EKD Oberkirchenrat Thies Gundlach die katholische Kirche einst mit einem angeschlagenen Boxer verglichen hatte, der von einer Ecke in die andere taumele, musste er selbst einige Zeit am Boden verbringen. Nun ist er wieder aufgestanden und wird Vize Chef des Kirchenamtes.
Auch wenn es einen Krisengipfel brauchte um die Wogen wieder zu glätten, nun ist alles wieder im Lot, schließlich ist er nicht über eine rote Ampel gefahren. Und außerdem steht er nicht in der ersten Reihe, wie einst Margot Käßmann oder neuerdings Nikolaus Schneider.

Schön, dass seine Qualitäten sich durchgesetzt haben. An der Analyse der ökumenischen Situation weiter lesen

spiegel

foto: sxc.hu

Man muss nicht alles kommentieren, aber manche Menschen haben einen Hang dazu zu allem und jedem ihre Meinung zu verbreiten. Vorallem Blogger (-,
Gesamtgesellschaftliche Großereignisse wie die Fussball WM sollten jedoch als Rückzugsmöglichkeit zur Besinnung ernst genommen werden, gerade wenn der Focus der Berichterstattung nicht auf kirchliche Themen gerichtet ist.
Stattdessen gibt der designierte Ratsvorsitzende der EKD ein peinliches Interview auf rp-online.de, in dem man etwas über die Torwart-Vergangenheit des ersten Mannes der Protestanten beim VFL Hüttenheim erfährt.
Das interessiert mich ebenso wenig wie ein Tattoo bei Frau Wulf, oder dem Namen der Freundin von Joachim Gauck, der immer noch nicht von seiner Frau geschieden ist….
Wie gesagt, man muss nicht alles kommentieren (-;

Kirchenaustritt

foto: petra quilitz auf flickr.com

Der Bericht in unserer hiesigen Regionalzeitung kann ich nur bestätigen. Der Generalanzeiger Bonn (GA) druckt den Bericht einer katholischen Frau, die ihre Gründe schildert ihre Kirche zu verlassen und evangelisch zu werden.
In den vergangenen sechs Wochen erreicht mich ein Anruf pro Woche von ausgetretenen Menschen, die möglichst schnell wieder in eine Kirche eintreten wollen.
Von einer “Haftungsgemeinschaft” (dass also zwischen den Kirchen kein Unterschied gemacht werde) , wie Nikolaus Schneider, Präses der ekir und z.Zt. Ratsvorsitzender der EKD, sie beschreibt, kann ich nichts feststellen. An der Basis ist “evangelisch” eher im Aufwind…

Da gibt es also eine Verlegenheit bei den Kirchen, wenn eine Muslima ihren ministerialen “religiösen” Amtseid spricht. Das ist auf evangelisch.de zu lesen.

foto: amras_de auf flickr.com


Ich finde es wesentlich schlimmer, wenn die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ihren Amtseid ohne “religiöse” Formel spricht. Kann man wirklich auf “religöse” Begründung von Recht (als ganz und gar menschliche Angelegenheit) verzichten?
Dies ist eine verfassungsrechtlich wohl nicht minder schwer zu beantwortende Frage, wie die theologische nach dem Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam.
Nach dem Ökumeniker Hans Küng ist das wohl ein äußerst zu begrüßender Vorgang.
Aber die Bedenkenträger sind immer schnell bei der Sache.
Ich halte es da mit Hermann Barth, dem Präsidenten des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Zwischen Christen und Muslimen gebe es zwar erhebliche Unterschiede beim Gottesbild und im Verständnis von Jesus Christus, doch sei der Bezug auf Gott in der Eidesformel wie auch in der Präambel des Grundgesetzes nicht exklusiv an das christliche Gottesverständnis gebunden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Ministerin habe damit zum Ausdruck gebracht, “dass sie ihre Verantwortung in einem Horizont sieht, der über wechselnde und partikulare menschliche Interessen hinaus geht”.
“Die Situation in unserer religiös pluralen Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass wir bei allen Differenzen zwischen Christen und Muslimen gemeinsame Überzeugungen und Schnittmengen haben”, sagte der Kirchenamtspräsident weiter. “Wir sollten sie pfleglich behandeln.”

Bleibt nur zu hoffen, dass der Dackel der aktuellen Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger mit Namen “Dr. Martin Luther” inzwischen gestorben ist. Vielleicht hat sie aber einen neuen.
Dem kann sie dann einen Bischofsnamen geben. Die Auswahl ist im Moment jedenfalls groß… aber das wäre in der Tat ein anderes Thema.

Welt-Online berichtet folgendes: “Die Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, sagte: “Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die Zusammenarbeit mit Nikolaus Schneider über den Herbst hinausreichte.” Sie hob Schneiders profilierte Art, seine sozialethische Kompetenz und seine “außerordentlich große Herzenswärme” hervor. Schneider selbst gab sich am Wochenende bescheiden: “Ich sage zu diesem Wunsch, dass er meinem Ego schmeichelt, dass er ehrenhaft ist, aber ich sage ganz deutlich: Das entscheidet die Synode. Und es gebietet der Respekt vor der Synode, dem nicht vorzugreifen.” Als “völlig unstrittig”, “beste Lösung” und gar als “alternativlos” wurde die Personalie Schneider gestern in EKD-Kreisen bezeichnet.”

Ich weiß zwar nicht, was daran bescheiden ist, wenn man zugibt, dass die Nachfolgeregelung dem “Ego” schmeichelt. Aber diese Äußerung verrät viel über Nikolaus Schneider und auch über die EKD. weiter lesen

In der Hannoverschen Landeskirche wird am heutigen Sonntag (Reminiscere, “Gedenket”) folgende Kanzelabkündigung verlesen. Das klingt fast wie nach “Nachruf” und zeigt, welche Hoffnungen auf ihrem Ratsvorsitz lagen. Je unübersichtlicher und bedrohlicher die Zeiten, desto höher die Erwartungen an die Amtsträger. Beachten wir nur, was aus den “messianischen” Erwartungen an den amerikanischen Präsidenten Obama geworden ist…

Die Abkündigung im Wortlaut:

“Am vergangenen Mittwoch ist Dr. Margot Käßmann von ihrem Amt als Landesbischöfin und als Vorsitzende des Rates der EKD zurückgetreten. In ihrer Erklärung räumte sie ein, weiter lesen

Ein ganz passables Interview von Nikolaus Schneider in seiner Funktion als stellvertretender Ratssvorsitzender der EKD. Am Ende wird er sogar richtig gut, als er gegen Westerwelle und die Dekadenz-Debatte Stellung bezieht.

Wörtlich:  ”Da fällt einem ja nun gar nichts mehr zu ein!”  Erst recht nicht, wenn Westerwelle in der heutigen Bundestagsdebatte “Öl ind Feuer” gießt. Der Außenminister sollte wegen seiner gesellschafts spaltenden Haltung zurücktreten. Aber es sieht sowieso so aus, als würde Angela Merkel von langer Hand was planen…

Recht hat er, der Präses!

Nun ist sie weg, die erste Ratsvorsitzende, die wir hatten. Das ist ein herber Verlust. Sie war die beste Besetzung, die die Evangelische Kirche je hatte!

Aber die Entscheidung passt zu ihr. Andere hätten versucht im Amt zu bleiben. In einem Jahr hätte keiner mehr darüber gesprochen, wenn Sie ein Mann wäre. Wie ein anderer Bischof, der auch schon einmal seinen Führerschein aus dem gleichen Grund abgeben musste und nun die sueddeutsche Zeitung wegen übler Nachrede zu einer Gegendarstellung bewegen will.

Selbst in ihren kurzen Worten  der Pressekonferenz vermag sie schlüssig und einsehbar zu machen, warum sie nun nicht “weiter so” machen kann.

Wirklich bedauerlich ist aber, dass nun der “höchste Repräsentant der zweitgrößten evangelischen Landeskirche”, wie er sich in Pressemitteilungen seiner rheinischen Landeskirche nennen lässt, offenbar ihr Nachfolge antritt. Damit weichen nachdenkliche und intelligente, weibliche Sätze den hemdsärmeligen und aktionistischen Macho-Sprüchen eines unbekannten Nikolaus Schneider.

Ein schlechter Tag für den deutschen Protestantismus.

Die Erklärung im Wortlaut:
Hannover (ots) – Es gilt das gesprochene Wort!
Am vergangenen Samstagabend habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue. Aber auch wenn ich ihn bereue, weiter lesen

Die Menschlichkeit der Ratsvorsitzenden Bischöfin Margot Käßmann wird immer wieder gelobt und herausgestellt. Ihre gescheiterte Ehe war (ist) allerdings vielen ein Dorn im Auge. Und nun ist sie (ganz menschlich) betrunken am Steuer ihres Autos erwischt worden, wie sie über eine rote Ampel fährt. Das wird für manchen nun wieder Wasser auf die argumentativen Mühlen geben. Das erste Schmähforum hat in der “Welt” hat längst geöffnet.

Ich wünsche ihr viel Standfestigkeit in den kommenden Anfeindungen die da kommen werden. Diejenigen, die sich nicht um ihre Afghanistan-Äußerungen gekümmert haben, werden ihr diesen menschlichen Zug ganz gewiss nachsehen.