Alle Artikel mit dem Schlagwort: Advent

Lk 1, 46-55 am 4. Sonntag im Advent

Voll des Lobes ist da jemand im Predigttext für den morgigen 4. Sonntag im Advent. Die Freude gibt den Ton an, weil Hoffnung auf Veränderung sich breit macht. Nicht die Lauten haben das sagen die, die voll des eigenen Lobes grölend auf die Straßen ziehen und wollen, dass alles bleibt wie es ist. Die junge Maria freut sich darüber, dass eine Umwertung aller Werte unmittelbar bevorsteht: „Die Gewaltigen werden vom Thron gestoßen und die Niedrigen erhöht. Die Reichen werden leer ausgehen, während die Hungrigen gesättigt werden.“ http://www.ekir.de/url/P54 Veränderung macht sich breit. Kein Grund ängstlich zu sein, auch nicht für besorgte Bürger. Nehmt euch ein Beispiel an Elisabeth. Sie hatte allen Grund sich mit ihrem Mann in der Rentner Wohnung zu verschließen und nichts mehr zu erwarten. Denn ihr sehnlichster Wunsch würde niemals mehr in Erfüllung gehen. Tat er dann aber doch. Ein Licht ging beiden auf, aus der Höhe, damit es erscheine denen, die in der Finsternis sitzen und richte die Füße auf den Weg des Friedens. (V.79). Diesen Weg soll man loben.

Es tut sich etwas! 3. Advent über Mt.11,2-30

Eine Botschaft, die selbst durch dicke Gefängnismauern dringt: „Es tut sich etwas!“ Nur kann sich der Insasse selbst kein eigenes Bild von den Geschehnissen dort draußen machen. Also schickt er Gefolgsleute aus. Sie sollen Gewißheit bringen: „Bist du es, der da kommen soll? Oder müssen wir auf jemand anderen warten?“ Die im Matthäus Evangelium überlieferte Szene ist Advent 0.0. http://www.ekir.de/url/DaJ Eine Ersterwartung, ob sich Gottes Verheißung in Jesus tatsächlich erfüllen wird, oder ob die Zeit noch nicht reif ist. Der morgige Predigttext entfaltet seine Freudenbotschaft erst dann richtig, wenn der rote adventliche Reset-Knopf gedrückt wird: Alles auf Null! Neu hören, wie die ersten Jünger hören. Zweifeln, ob es wirklich wahr sein kann, dass der, der da kommt wirklich zu den Unvorbereiteten kommt. Zu denen, die am Rand stehen, die keine Beachtung finden, deren Stimme nichts gilt (V5). Wehe dir, Kirche, du vergisst an wessen Seite du zu stehen hast. Sein Weheruf erginge auch an dich. Foto: Knut Dahl

Qualvolles Warten auf Taifun Hagupit

Beim Blick auf den morgigen Predigttext zum zweiten Advent geht mir nicht aus dem Kopf, wie die Verse aus dem Lukasevangelium dort gehört werden, wo ein Wirbelsturm erwartet wird. (Lk 21,25-33) http://www.ekir.de/url/X6w „Und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.“ (V25+26) Ich bleibe bei den Bildern des qualvollen Wartens auf Taifun Hagupit hängen, dort wo schon vor gut einem Jahr Haiyan wütete. http://www.ekir.de/url/Wwe Ich falte die Hände:„Gott, wir werden mit erschütternden Nachrichten konfrontiert. Wir vertrauen dir die Not der Menschen auf den Phillippinen an. Hilflos und ohnmächtig sind wir und wissen doch: Du sprichst auch dort dein ICH-BIN-DA! Wir trauen deinen Verheißungen. Verwandle qualvolles Warten in hoffnungsvolles Warten. Erbarme Dich.“

Maultier statt Hengst. Mt. 21,1-9

Nur eine Kerze brennt am Adventskranz, trotzdem ist schon richtig Advent. Und trotzdem ist schon alles da, was diesen Tag zu einem Festtag macht. Die eine Kerze verheißt: Es ist noch mehr zu erwarten. Mehr als was unser blosses Auge sehen kann. Wir warten auf Gott. Er kommt von selbst. Im morgigen Predigttext http://www.ekir.de/url/XAL fängt es auch klein an: Maultier statt Hengst! Bei Jesu Einzug in Jerusalem verändern sich die Maßstäbe: Großes wird klein, Ausgestoßene werden zu Erwählten und Verachtete zu Wertgeschätzten, Unscheinbares kommt ins Licht. Dies alles verheißt die eine brennende Kerze. Sie bescheint mehr, als wir es mit bloßem Auge sehen können. Darum: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber eine Kerze ist der entscheidende Hinweis, dass wir noch mehr erwarten dürfen.

Wer genug hat vom Warten ziehe die Stiefel aus (Jes.52,7-10)

Ihr wollt mehr als Warten? Genauer gesagt: Ihr habt eigentlich genug vom Warten? Dann solltet ihr einen Blick auf den Predigttext vom vierten Adventssonntag werfen. Darin wird wortgewaltig deutlich, dass Advent mehr ist als das Warten auf „das Fest“. http://www.ekir.de/url/PFH Mit lauter Stimme wird gerufen. Vor Freude. Voll Hoffnung. Gegen inhaltsleere Warterei. Die Botschaft derer, die vom Berg die bessere Übersicht haben und die Sehnsüchte des Lebens kennen lautet: „Frieden kommt! Frieden wird nicht gemacht. Gott selbst wird ihn bringen. Wo Trümmer sind soll Aufbruch entstehen. Gott geht auf diesem Weg voran, er nimmt uns mit.“ Selber sollen wir Freudenboten sein, Gutes reden und von unserer Hoffnung weitererzählen. Nicht vertrösten sonder Trost geben wo Anlass genug ist zu trauern. Wer genug hat vom Warten ziehe die Stiefel aus. Wir werden merken, wie lieblich doch unsere Füße sind wenn unser Mund sagt: „Mein Gott ist König“.

Blauer Brief. Werde wach!

Dieser Brief ist keine Weihnachtspost. Keine lieben Grüße. Kein Dank für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr. Der Predigttext Offb.3,1-6 für den dritten Sonntag im Advent ist eher ein „blauer“ Brief an die Gemeinde in Sardes. Damit passt er allerdings zu dem kirchenjahreszeitlichen Thema, dass die Umkehr (Neuanfang, Buße) im Blick hat. Als „blauer Brief“ ist er so etwas wie ein Weckruf. „Werde wach und stärke das andre, das sterben will.“ Es ist nicht die Zeit zu sterben, sondern die Zeit Neues zu erwarten. In 13 Tagen ist es soweit. Wir zählen die Tage im Advent zielgerichteter. Denn: Gott kommt uns entgegen. Er führt uns in Leben und nicht in den Tod!Eine Kirche die aus dieser Hoffnung Kraft schöpft, kann nicht langweilig bleiben. Sie ist Botschafterin der Zuversicht und der adventlichen Freude. „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist dem Gemeinden sagt!“ Lebe! Sei nicht tot!

Siehe ich komme bald. Halte was du hast.

Schlüsseldienst gesucht! Beim Buch der Offenbarung ist eine Entschlüsselung der Texte noch dringender von Nöten als bei anderen biblischen Texten. Fehlt der richtige Schlüssel, liest man mehr hinein als heraus. Das gilt auch für den Predigttext des kommenden Sonntags aus Off.3,7-13. Der Seher Johannes erklärt der Gemeinde in Philadelphia wer den Schlüssel hat: Jesus Christus selbst. Er ist die Antwort auf die ungelösten Rätsel unseres Lebens und die offenbaren Schwächen. Damals sah die Gemeinde das Weltende mit der Wiederkunft Christi sehr nahe herbeigekommen. Sie sah dies allerdings nicht als Bedrohung, sondern als Erlösung an. Christus spricht: „Siehe, ich komme bald. Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“ Die Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi –gestern wie heute- ist auf das Wort Gottes hören, und den Glauben bewahren. Dazu braucht es keine übergroße Kraftanstrengung. Im Gegenteil: Helden werden enttäuscht sein, welch kleines Zutrauen reicht, das Gott unter uns wirken kann.