ekir Facebook "Periskope"

Galater 5,25-27; 6,1-3,7-70

Beim Predigttext für den kommenden Sonntag könnte der Eindruck entstehen, er sei vor allem für „Jogger“ (V25) und „Vegetarier“ (V8) vielleicht sogar noch für „kosmische Geist-Licht-Wesen“ (V2) geeignet.
Aber lest doch selbst Abschnitt aus dem Galaterbrief: Gal 5,25-26; 6,1-3,7-10
Ihr habt tatsächlich richtig geschaut. So filetartig sollen die Verse des Apostels Paulus am Sonntag „serviert“ werden.

„Laufen im Geist der Nächstenliebe und allen ‚Fleisch -Gelüsten‘ abschwören“ -oder auch „Mahnung zur Brüderlichkeit“ so die Überschrift in der Lutherübersetzung von 1984, das soll die Essenz der paulinischen Gedanken sein. Das schmeckt mir nicht.
Nicht weil die „Geschwisterlichkeit“ immer noch nicht die „Brüderlichkeit“ ersetzt hat, sondern vielmehr, weil dem paulinischem Gedankengang die Basis entzogen wurde.
Die Dimension des Gegensatz zwischen „geistlich“ und „fleischlich“ gerät nämlich ohne 5,24 aus den Fugen.
Dort nimmt der Apostel Bezug auf die Kreuzigung Jesu.
In dieser (Heils-)Tat hat der Widerstreit der verschiedenen Interessen ein Ende: Als Christen „gehört“ ihr mit eurem Leben zu Gott. Der „Kampf“ ist entschieden, lebt danach!
Diese „Begründung“(V24) stellt die Mahnung gewissermaßen vom Kopf auf die Füße:
Weil ihr in Christus seid, der gestorben ist, darum lebt ihr im Geiste. Wenn es nach euren Möglichkeiten ginge, wäre die Aufgabe eines christlichen Lebens nicht lösbar. In Christus hat sich Gott dieser Unlösbarkeit angenommen und sie für nichtig erklärt, das gibt euch Kraft für euer Leben.

Ich hätte da noch einen anderen Vorschlag als „Filet-Überschrift“: „Liebe und tu was du willst“ (Augustin).
Ob der Apostel wohl damit einverstanden wäre?