Alle Artikel mit dem Schlagwort: Versuchung

Krönchen schon auf? (Jak.1,12-18)

Auch wenn es morgen im Gottesdienst einen Predigttext mit bedeutungsschwerem Vokabular gibt: Lasst euch davon nicht irritieren. Im Jakobus Brief Kapitel 1,12-15 kommen Begriffe daher, die schwer zu Verdauen sind. Das ist beabsichtigt, schließlich befinden wir uns kirchenjahreszeitlich in der Passion. „Versuchung“, „Begierde“, die „reizt“ und „lockt“ kommen ebenso selbstverständlich daher wie die Unterscheidung von „Finsternis“ und „Licht“. Wer aller Anfechtung widersteht, wird die „Krone des Lebens“ empfangen. Soweit, so bekannt und in vielerlei Ohren schwingt Kartenspielen, Alkohol trinken, Sahne Torte essen und anderes mehr gewiss mit. Aber ist damit der Text schon hinlänglich erfasst? Die eigentliche neue Botschaft droht -angesichts des strengen Vokabulars- ungehört zu bleiben. Dabei ist sie alles andere als selbstverständlich: Gott legt euch keine Prüfungen auf derer ihr euch würdig erweisen müsstet („Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde.“) Im Gegenteil! Wir werden schon längst von Gott als die Menschen angesprochen, die wir sein möchten und zu denen er uns schon gemacht hat: Glücklich (selig), weil unsere Versagen nicht mehr das letzte Wort über uns spricht. …

Titanic Cover zur Mißbrauchsdebatte

So schnell bin ich in meinem religiösen Empfinden nicht zu erschüttern. Vor zwanzig Jahren hab ich öfter das Magazin gekauft. Über gekreuzigte Frösche und „Madonna“ als Gekreuzigte habe ich vor einigen Monaten hier schon geschrieben, ohne die Aktionen als blasphemisch zu verbannen. Das aktuelle Titanic Cover geht (selbst) mir allerdings einen Schritt zu weit. Die „spritzende“ Wunde ist das Tüpfelchen auf dem „i“, das die ganze Karrikatur als-gar-nicht-mehr-zum-Schmunzeln erscheinen lässt. Ich empfinde das auch als einen Schlag in das Gesicht der Missbrauchs Opfer! Bei facebook sollte man dieser Gruppe beitreten. Und der anderen, damit man weiß, was die denken.

Wiedereinmal: Kündigung wegen Wurstbrot!

Die Meldungen werden häufiger. Gekündigt wegen vermeintlicher Bagatellen… Diesmal hat es ein Pflegeheim der Caritas fertig gebracht. Bald wird „Der Spiegel“ sicherlich auch von weiteren (auch evangelischen) Einrichtungen berichten. Wann sind die Redaktionen der Verlage und die Gewerkschaften dran, bei denen die Reinigungskräfte vom Buffet naschen?

Mehr als lila Schokolade (Predigt über Matthäus4)

Der Mann lebt nun am Gardasee, fern des deutschen Medienrummels und doch ist an ihn zu erinnern. Er, obwohl sehr gut verdienender Manager, konnte offenbar dem inneren Drang nach noch mehr Geld nicht widerstehen und schleusste ein kleines Vermögen beiseite. Er war einer, für ihn vielleicht kleinen, Versuchung erlegen. Sie, als Kassiererin nicht gerade wohlhabend, soll zwei Leergutbons im Wert von 1,30 EUR unterschlagen haben. Nun ist sie ihren Job los. Sie sagt, sie sei nicht blöd wegen eines so geringen Betrages ihre Arbeit zu verlieren. 1,30 EUR sind keine Versuchung. Im Mathäus Evangelium geht es genau darum, es geht darum, dass Versuchung mehr ist als Lila Schokolade. Jesus selbst bekommt es in der Erzählung nicht nur mit der Versuchung, sondern mit dem Versucher selbst zu tun: Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. …