Pastorenstückchen

Blog eines Pfaffen

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Der Boulevard, braucht den Allgemeinplatz.

urbane Szene

foto: sxc.hu

Er braucht Themen, die jeder kennt, sei es vom Hörensagen oder aus eigenem Erleben –letztlich ist das gleichgültig. Der Boulevard giert förmlich nach Allgemeinplätzen, buhlt um Aufmerksamkeit und bekommt sie in der Regel auch. Denn es geht, wie jeder eigentlich weiß ums Geld verdienen. Und da machen bekanntlich alle gerne mit!

Für die Politik hingegen gilt: Nichts ist schlimmer, als wenn man sich auf Allgemeinplätzen tummelt!
Sei es nun die Gesundheits- oder die Steuerreform. Die Bildungs- oder Familienpolitik. Oder neuerdings wieder einmal die Einwanderungsdebatte. weiter lesen

foto:sxc.hu

Liebe Gemeinde, es geht das Gerücht, ein Pfarrer aus der Provinz hätte angesichts dieses Predigttextes einen Brief an seinen Bischof geschrieben.
Einen Brief mit folgendem Inhalt:

„Liebe Bruder im Herrn, ich weiß nicht, was man mit der öffentlichen Lesung der Predigttexte erreichen will, wenn sie solchen Charakter haben, wie der im Epheser Brief im zweiten Kapitel vom vergangenen Sonntag.
Es handelt sich hier doch um einen Text, der ohne eingehende theologische Auslegung gänzlich unverständlich bleibt. Soll ich im Rahmen einer Predigt nun Unterricht in der christlichen Religion betreiben?
Das wäre doch wohl ein falsches Predigtverständnis, oder?
Ich finde solche lehrhaften, theologisch dichten Texte ungeeignet zur öffentlichen geistlichen Rede und bin nicht willens meine Gemeinde mit derartiger Dogmatik zu belasten.
Ich habe mich deshalb entschieden den Evangeliums Text vom Pharisäer und Zöllner zu predigen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfäfflein aus der Provinz….“ weiter lesen

screenshot

foto: meckenheim-evangelisch.de

Lange habe ich überlegt, wie der Internetauftritt unserer Kirchengemeinde attraktiver werden könnte. Schließlich bin ich durch die “Bloggerei” dazu gekommen es mit WordPress zu versuchen. Das Ergebnis kann sich m.E. sehen lassen. Inzwischen hat http://meckenheim-evangelisch.de sogar wesentlich mehr Besucher als dieser Blog hier…
Deshalb erscheinen Predigten von mit nun auch dort. Wie gut, dass man verlinken kann, dann geht´s von hier nach dort und umgekehrt. Die letzte Predigt zur Gemeindeversammlung gibt´s übrigens hier: Predigt auf meckenheim-evangelisch.de

Mobilität

foto: oskar_guenther auf flickr.com

Pfingsten bewegt und seien es zunächst auch nur die Autos, die ins Grüne bewegt werden.
Pfingsten bewegt aber auch die Kirche.
Sie reißt in der Ur-Erzählung (Apostelgeschichte 2) die Jüngerinnen und Jünger förmlich mit sich.
Wenn Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, dann ist Kirche Jesu Christi nur in der doppelten Bewegung des Heiligen Geistes: Der, der in uns hinein fährt und uns erfüllt, ist der, der uns hinaus treibt auf die Strasse, zu den Menschen. So wird Kirche!
Und sie hat „weiche“ Grenzen. Keine ein für allemal feststehenden Gestalt.
 Pfingsten ist Gottes Bewegung in uns hinein. Und Pfingsten treibt uns hinaus zu den Menschen und lässt verkündigen von den großen Taten Gottes. Keine zufriedene „sitzenbleiber“ Kirche und keine „nervöse“ Aktionisten Kirche.
Die Balance zu halten gelingt nur schwer.
Eigentlich ist sie nur so durchzuhalten: Gott beim Wort zu nehmen, dass er versprochen hat seinen Geist (=Anwesenheit) zu schenken, da wo sie gebraucht wird.
Und sie wird (recht besehen) überall gebraucht.

foto: wetterrolf auf flickr.com

Liebe Festgemeinde!
Wer schön sein will muss leiden!
Dieses Motto gilt nicht erst seit Heidi Klum. weiter lesen

“Kann ich mir nicht vorstellen”! werden vielleicht einige Eltern sagen. Jetzt schon so groß! Auch das gehört zum “Vorstellungs”gottesdienst, wenngleich das im Namen ursprünglich nicht vorgestellt war.

Heute markiert der Vorstellungsgottesdienst, dass es auf die Konfirmation zugeht, dass die Zulassung zur Konfirmation durch das Presbyterium beschlossen werden wird. Und der Vorstellungsgottesdienst weist (nicht zuletzt) die Konfirmandinnen und Konfirmanden daraufhin: “Stellt euch vor: Ihr werdet konfirmiert!”

Foto: Rudolf Schuba


In diesem Gottesdienst geht es nun allerdings auch darum, wen wir uns unter Gott vorstellen. Und es geht auch darum wie Gott sich uns vorstellen will.
Wie stellen wir uns eigentlich Gott vor? weiter lesen

Stark sein schwach sein
Stark sein, schwach sein:
Wer ein Pferd auf seinen Armen tragen kann, ist ganz schön stark.
Wer sich nicht die Zähne putzt, weil die Zahnbürste zu schwer ist, der ist ganz schön schwach.
Wir mögen alle gern stark sein.
Schwach will keiner gern sein.
Zu einem Kind wie Pippi-Langstrumpf, sagen wir bewunderungsvoll: Ja!
Aber wehe, da ist jemand, der schwach ist, oder mutlos, oder schüchtern. Zu so einem sagen wir –nicht laut- aber vielleicht leise: nein.

Ja sagen und nein sagen zu einem Menschen, das ist ein großer Unterschied. Vielleicht nicht so sehr für den, der es sagt. Aber ganz bestimmt für den, der es hört.
Sagt einer Ja, tut das gut. Sagt einer Nein zu mir, dann bin ich auf einmal nicht mehr wie vorher. Dann geht das Nein mit mir mit. Manchmal einen ganzen Tag lang.

Wir hören heute eine Geschichte von einem, der Nein sagt. Nein zu einem Menschen, genauer zu einem Freund. Er sagt: nein, den kenne ich nicht.
Und während er das sagt, merkt er, dass er nicht stark ist. Stark wäre er gewesen, wenn er zu seinem Freund gehalten hätte. weiter lesen

Wenn die Spielräume eng werden, sieht  es oft nicht gut aus!

Das gilt nicht nur für den Fußball, das darf im Jahr der WM aber angemerkt werden.

Wenn die Spielräume eng werden und nicht jeder so aufspielen kann, wie er möchte, fallen oft Worte wie „kämpfen“, „beißen“, „dagegenhalten“ und nicht zuletzt, „so etwas ist nicht schön anzusehen“. Die Masse will „großes Tennis“ sehen, wie ein Bundesliga-Trainer es formulierte, Großes Tennis –auch im Fußball. weiter lesen

2. Korinther 4. Kapitel, VV 6-10:

“Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 
Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.”

Glänzende Worte, gewaltige Worte, schwere Worte, die der Apostel Paulus hier den Korinthern zumutet.

Uns bleibt doch vor allem der Schluss des Predigttextes in Erinnerung.

Sind wir wirklich die, die bedrängt sind, die, die leiden, die Verfolgung erleiden, unterdrückt werden.
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Alle Jahre wieder…

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Nichts brauchen wir dringlicher als das: Frieden auf Erden! Das wir uns an den Weihnachtstagen besonders bewusst, wenn wir die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes im familiären Frieden erleben, hören, feiern.

Noch können die älteren unter uns von Weihnachtsfesten erzählen, die nicht in Friedenszeiten und Wohlstand gefeiert wurden.

Sie erzählen uns von der Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit, von der Sehnsucht nach Frieden, der uns heute, hier bei uns, in unserem Land so selbstverständlich erscheint. Schmerzlich ist es da, dass die Botschaft des Weihnachtsfestes, die vom Frieden für alle Völker kündet von der Stadt ausgeht, die heute einem Gefängnis gleicht: Bethlehem ist heute fast vollständig von einer 8m hohen Mauer umschlossen. Die Bewohner dürfen die Stadt nur mit einer Ausnahmegenehmigung verlassen.

Straft da die politische Realität die Friedensbotschaft aus Bethlehem nicht Lügen? Ist es da nicht verständlich, dass wir lieber von Bethlehem wegschauen als auf Bethlehem zu blicken? Nein, es ist gerade umgekehrt!

Die Friedensbotschaft aus Bethlehem straft diejenigen Lügen, die behaupten, politische Realitäten müsse man als gegeben hinnehmen. Politische Gegebenheiten, selbst wenn sie uns auch noch so unerschütterlich und Ausweglos erscheinen, lassen sich verändern. Das dürfen wir (deutsche)  im Jahr 20 des Berliner Mauerfalls bestimmt sagen.

Die Friedensbotschaft, die mit der Botschaft der Engel vom friedlichen Kind in der Krippe beginnt und die sich in der Predigt Jesu von Nazareth vom Kommen des Gottesreiches fortsetzt macht auch vor 8 m hohen Betonmauern nicht halt. Und sie macht auch vor Mauern in Betonköpfen nicht halt.

Gottes Kommen in seinem Sohn Jesus Christus, zeigt nicht nur den Weg zum Frieden, sondern er wird ihn auch bringen. Vielleicht nicht heute oder morgen, vielleicht nicht nächstes Jahr an Weihnachten. Aber Gottes Friede wird kommen, weil er in Jesus Christus damit einen Anfang gemacht hat. Das kann man feiern und mit Recht feiern! In Bethlehem, wo in sich dieser Heiligen Nacht die Mauern für 60000 Pilger öffnen und in Meckenheim mit seinen „Problemchen“ erst recht.