Alle Artikel mit dem Schlagwort: Geld

Let´s make money? (Predigt über Matthäus 6)

Sonntagsfragen sind manchmal eine Zumutung. Besonders, wann der Wahlabend naht. Was als Analyse, Fakten, Hintergründe präsentiert wird, ist es nicht wert gehört oder gesehen zu werden. Die politische Auseinandersetzung weicht dem Kampf der Medienprofis. Und die Demoskopen beanspruchen die Deutungshoheit über Sympathiewerte der Kandidaten. „Wie jemand rüberkommt“ ist inzwischen wichtiger als was er zu sagen hat. Und versuchen Politiker sich mit Respekt und Menschlichkeit zu begegnen, wird große Langeweile ausgerufen. Da hilft nur noch eins: Abschalten! Zumindest den Fernseher. Ich gebe zu, auch beim Wort zum Sonntag hilft manchmal nur noch abschalten, aber das alles hat vermutlich mit einer Skepsis und auch dem eigenen Unvermögen zu tun die Welt nicht in 1Minute 30 erklären zu können. Und dann kommt auch noch ein Predigttext für den heutigen Sonntag daher, den man nicht ausschalten, bei dem man aber die Bibel gleich wieder zu machen will, weil man sich sagt: Das kann es wirklich nicht sein! Jesus sagt: Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern …

Neues altes System

Was sich in der Überschrift der Süddeutschen Zeitung, die sich auf den Spiegel beruft, zunächst anhört wie eine Ankündigung zur Überwindung der Krise des Kapitalismus, entpuppt sich dann doch als ein „Nachrichtlein“ bezüglich der Umstrukturierung in der Führungsetage des Deutschen Bank. Wiedereinmal ein kleiner Beweis die Krise des kapitalistischen Systems kleinzureden als sogenannte Finanzkrise: „Krisen kommen, Krisen gehen, spätestens 2010 ist heile heile Gänschen, alles wieder gut. Das alles waren doch nur böse Banker Buben, die den Hals nicht voll kriegen konnten. Keiner hat ihnen schließlich Geld gegeben, niemand Aktien gekauft, „blue chips“ war ein Fremdwort und der Dax ein schwarz-weiss-gestreiftes Tier. Wir haben von nichts gewusst! Keiner hat die Volksaktie der Telekom gekauft und niemand ist bei der (Bank!) Allianz versichert.“ Partielle teutonische Amnesie: Die da oben waren es! Wenn die gegenwärtige Krise des Kapitalismus mit ihren Einschnitten vergleichbar ist dem Mauerfall von 1989 (wie der ehemalige Außenminister Fischer meint) müsste doch statt der „Heile Gänschen-Rhetorik“ das Hohelied des Paradigmenwechsels gesungen werden. Die Kirchen könnten es beginnen zu singen. Seit 1975 versuchen sie ein …

Bad Bank and Bad Pope

Was sich die einen für den Finanzsektor wünschen, nämlich eine “Sünderbank“, die alle faulen Kredite aufkauft, das ist nun für alle Gegener der Kirchen geschaffen worden! Der “bad Pope“! Der “schlechte Papst“ zieht nun allen Zorn auf sich (vergessen ist das “Wir sind Papst“) und deshalb werden nun alle Christen als reaktionäre,  undemokratische und antiaufklärerische, gestrige eingestuft. Wenn “die Kirche“ im Kreuzfeuer steht gibt es keine Konfessionen mehr, dann ist die katholische Wunschvorstellung von Ökumene schon längst Wirklichkeit. Es existiert nur noch die eine “römische“ Kirche! So fügt der Papst nicht nur der eigenen Kirche schweren Schaden zu, sondern zugleich allen anderen Kirchen, die oft genug als in seinem Schatten Segelnde wahrgenommen werden. Anders als die “Bad Bank“, die die anderen Finanzinstitute “rein“ waschen soll, tritt hier das genaue Gegenteil ein: “Das Christentum“ wird als eine Religion wahrgenommen, die nicht mehr in die Zeit passt, weil sich ihre Themen (Priorisierung der “Einheit der Kirche“ – vor – Vertretbarkeit mit rechtsstaatlichen Grundsätzen) nicht mehr mit der Gegenwart synchronisieren lassen. Der Glaubwürdigkeitsverlust des “Stellvertreters Christi“ trifft so …