Alle Artikel mit dem Schlagwort: Weinberg

Segen

Mk 12,1-12 ein verhängnisvolles Gleichnis

foto: sxc.hu Die Bibel ist ein gefährliches Buch mit gefährlichen Geschichten. Eine besonders gefährliche ist morgen der Predigttext. Das Gleichnis von den bösen Weinbauern ist in der Vergangenheit immer wieder als Aufforderung und Rechtfertigung zur Judenverfolgung verstanden worden. Die Erzählung lässt Raum für Missbrauch und der wurde auch genutzt. Das erschwert eine positive Aneignung, zumal die Erzählweise bei weitem nicht so kunstvoll daherkommt, wie sonst in den Gleichnissen Jesu üblich. http://www.ekir.de/url/72T Dabei ist zunächst einmal zu betonen, dass im Gleichnis die große Geduld und Gutmütigkeit Gottes herausgestellt wird. Allerdings kann diese auch ein schreckliches Ende haben. Darum ist der Ruf zur Umkehr (Buße) ebenso deutlich zu hören, wie in Jesaja 5,1-7 dem alttestamentlichen Weinberglied, das als Schriftlesung vorgesehen ist. In einer Welt in der das Töten und sinnlose Vernichten nie nachgelassen hat, ergeht der Ruf zur Umkehr weiterhin: „Lasst das Morden sein! Gott hat andere Möglichkeiten für euch bereit. Das hat er gezeigt, als er den ermordeten Jesus nicht dem Tod überlies.“ Warum also immer noch falsche Schlüsse ziehen?

Mt. 20,1-6 Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

foto: sxc.hu Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Eine Forderung, die immer wieder gestellt wird. Vor allem, wenn es um die nach wie vor unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen in Unternehmen geht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das ist gerecht, das sollte sich von selbst verstehen. Es leuchtet unmittelbar ein. Wenn im Predigttext für den morgigen Sonntag ein Gleichnis erzählt wird, das von Tagelöhnern und einem Weinbergbesitzer handelt, sollte man annehmen, dass es dort gerecht zu geht. Das tut es auch und trotzdem stellt sich Unbehagen ein. Einige Tagelöhner jedenfalls sind mit ihrer Bezahlung höchst unzufrieden, obwohl die Lohnabsprachen ganz korrekt verlaufen sind. Der Haken an der Sache: Mathematisch geht es nicht zu. Auch wer dreimal mehr gearbeitet hat, erhält nur den Lohn für einfache Arbeit. Undenkbar in einer Leistungsgesellschaft. http://www.ekir.de/url/auR Allerdings erzählt das Gleichnis keine Gewerkschaftsgeschichte, sondern eine Himmelreichsgeschichte. Deren Logik ist nicht die Mathematik, sondern die Barmherzigkeit, überfließende Barmherzigkeit: Alle Menschen erhalten ihren Lohn, unabhängig von ihrer Leistung. Nicht bedingungsloses (geistliches) Grundeinkommen, sondern (Lotto-) Gewinn für alle. Wer will auf diese „Ausschüttung“ missmutig …

Ein antiker 1EURO Job? (Predigt über Matthäus 20)

Worum geht es, ist immer dann zu fragen, wenn Jesus ein Gleichnis erzählt. Und wenn Jesus ein Gleichnis erzählt, dann geht es fast immer, um das Reich Gottes. Worum geht es also, wenn es um das Reich Gottes geht? Geht es um Gerechtigkeit? Geht es um Gottes Gerechtigkeit, wie wir evangelische gerne immer sagen, aber meistens nicht verstanden werden? Geht es bei diesem Gleichnis vielleicht um „Gerechtigkeit oder Güte“, oder etwa um „Gerechtigkeit und Güte“, oder sogar um „Gerechtigkeit Güte“? Oder geht es um noch andere Sachen, um antike „Ein EURO Jobs“ zum Beispiel, oder wie man als Unternehmer seinen Betrieb am besten in ein Insolvenzverfahren bekommt. Wenn man z.B. miserabel wirtschaftet, weil man gegen alle Regeln der Betriebswirtschaft verstoßen hat? Sie ahnen es kommt wie so oft ein theologisch brilliantes sowohl-als-auch heraus: Das ist natürlich keine Anweisung, wie man einen Betrieb führen oder gar die Wirtschaftspolitik lenken kann. Mt.20,1-15: 1 Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.2 Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte …