Alle Artikel mit dem Schlagwort: Weihnachtsbotschaft

Micha 5,1-4 statt Hashtag-Keule

Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede. Das kann –seit Martin Walser-nicht gut gehen. Zu verstrickt die Debatte, wenn es um ein „Wegschauen“ geht. Seitdem gilt: „Wegschauen“ ist nicht mehr. Stattdessen ereilt uns die Hashtag-Keule wie Salz in offener Wunde. Die Stimmen, die eine „geistliche Rettungsgasse“ freihalten wollen sind selten. Wer als erster #prayforXXX brüllt, gilt als am Puls der Zeit. Ich möchte das nicht. Gaffern gleich wälzt sich die News-Desk-Redaktion durch den Stream. Flugs ein gepostetes Bildchen zur Anteilnahme und das Fürbittengebet aus der Cloud, schnell noch eine virtuelle Kerze auf einer Gedenkseite entzündet, fertig. Der gekommen ist zu heilen, was zerbrochen ist, hat so keine Chance. Der Krummes gerade macht und zu Ende bringt, was abgebrochen erscheint, hat keinen Platz. Nachgedacht über den, der unscheinbar begann und unspektakulär beseitigt wurde, über den von dem dann behauptet, und erst recht geglaubt wurde, dass er es sei, der den Kreislauf der Bedeutungslosigkeit durchbrochen habe und damit etwas wahrhaft Neues begonnen hat? Kein Platz in der Herberge! -Wie, so fragen Christen, soll man in einer Welt leben, die …

Vom Kind infiziert?

Da erhalte ich vom Oberkirchenrat D. und dem Präses der rheinischen Landeskirche ein weihnachtliches Schreiben, dass in Form einer „Informationsbroschüre“ zum Konfirmandenunterricht gehalten ist oder in der neue Kirchengesetze ihre Verlautbarung finden. Bei ungefähr 2000 PfarrerInen im Rheinland mag das ein Tribut an die Kosten sein. Aber was ich das lese verschlägt mir die Sprache! Es ist von einem Kind die Rede, das „nach wie vor die Kraft besitzt, Menschen zu infizieren“. Nun möchten die meisten Menschen, gerade in dieser „weihnachtsmarktlastigen“ Zeit gar nicht infiziert werden. Und dieses Kind besitzt nun die Chuzpe -respektive Dynamis- es trotzdem zu vollbringen? Nun, ich nehme an, die Wortwahl des Infektes will gewiss provozieren. Das wollen die Rheinländer ja meistens! Aber hier geht der virale Schuss doch nach hinten los. Denn es geht weiter mit der Bemerkung: „Damit muss man -Gott sei Dank- bei diesem Weihnachtsgeschenk rechnen.“ SORRY! „Gott sei Dank“ erfreue ich mich im Moment noch mäßiger Gesundheit und es wäre im Interesse meines Dienstgebers, dass das auch bis zum 2.1.2011 so bleibt. Ich möchte gar nicht infiziert …