Alle Artikel mit dem Schlagwort: WDR

Labrasudel

Sinn für das Wichtige

Bei der morgendlichen Runde mit dem Hund gibt es stets etwas Neues zu entdecken: Was alles wächst und sprießt oder einfach auch nur die neue Schlammpfütze, die gestern noch nicht da war. In so einer Pfütze lag gestern „Benno“ der schwarze Labrador von nebenan. Der Besitzer und meinte nur: „Mal sehen, ob er das übersteht.“ „Der Hund?“ – fragte ich überrascht, eigentlich gehört ein Labrador von Natur aus in ein Schlammloch. „Nein, nicht der Hund, der neue GPS-Fitnesstracker!“ Benno hat also tatsächlich ein Gerät um den Hals, das nicht nur Standort und Wegstrecke aufzeichnet, sondern auch noch seine verbrauchten Kalorien und die gesamten Vitalfunktionen. Nette Spielerei, denke ich, aber aus Benno soll doch kein Triathlet werden, allein schon mit dem Radfahren wird das nix… Wozu also das Ganze? Reicht es nicht mehr, den gemeinsamen Spaziergang zu genießen? Die Sonne, den Wind, den Regen? Sich zu freuen, wie das Tier springt über Gräben und Zäune und im Matsch landet? Nachdem das „Herrchen“ selbst mit Hilfe von allerlei Ratgebern und digitalen Helfern durch-optimiert ist, scheint nun das …

Kontakt!

Wir sitzen nach dem Handballturnier im Schnellrestaurant. Sieben Köpfe sind nach vorne geneigt, (jeder blickt auf sein Handy) Die linke Hand fingert nach etwas Essbarem, während der Daumen der Rechten unablässig tippt. Plötzlich hebt sich ein Kopf, dreht sich und sagt zu seinem Nachbarn: „Hast du meine Nachricht gelesen?“ Als Antwort kommt nur ein müdes „Mhm“, freilich ohne den Kopf zu heben. Es wird weiter getippt und gegessen, keiner findet etwas seltsam an dieser Szenerie. Kein Wunder, es sind Teenager, denke ich und will gerade meinen Laptop aufklappen, da höre ich: „Ernsthaftjetzt, Papa? Voll peinlich!“ „Ach, ja? Aber eure Metakommunikation ist nichtpeinlich oder was!“, entfährt es mir. Plötzlich sind alle Köpfe oben und wir mittendrin in einer Diskussion, was geht, und was nicht in einem Restaurant mit freiem WLAN. Um es kurz zu machen: In der Bewertung sind wir zu keinem gemeinsamen Ergebnis gekommen, da bleibt der Generations- Unterschied als technische und kulturelle Differenz bestehen. Aber das Gespräch darüber, was das Handy so mit uns macht, war aufschlussreich: Es geht gar nicht so sehr um den …

Sündige tapfer!

Ich fahre auf der Autobahn, rechte Spur, knapp 100 km/h. Der Sportwagen, der mich gerade überholen will, verlangsamt sein Tempo. Die Fenster fahren runter. Etwas Stabartiges wird aus dem Fenster geschoben, ich erschrecke kurz, ist es eine Waffe? Dann erkenne ich die Action Cam auf einem Selfie Stick! Mein Auto und ich werden gefilmt. Was war geschehen? Hatte ich mich regelwidrig verhalten? Ich war mir keiner Schuld bewusst Ähnliches ist mir auf der Reise übrigens noch mehrmals passiert: Kurzes Hupen, Winken, Lachen, Klick –ein Foto. Um es kurz zu machen, es liegt nicht an mir, sondern am Auto. Mein „Bulli“ ist bald 40 Jahre alt, im Straßenverkehr selten zu sehen, dafür aber in jeder zweiten Werbung. Der alte Bus weckt Erinnerungen, Sehnsüchte und ist mittlerweile ein Lifestyle Produkt. Das war nicht immer so: Vor zwanzig Jahren, als ich ihn kaufte, erntete ich überwiegend Kopfschütteln. Kein Kat, ein Verbrauch zwischen 12 und 15 Litern Benzin, dazu noch Ölverbrauch und Ölverlust. In den Augen meiner Kolleginnen und Kollegen war ich ein Umweltverpester ersten Ranges. Inzwischen darf ich …

Ham kummst

Autor: Manchmal läuft`s nicht rund, überhaupt nicht. Besonders schlimm ist es, wenn sich das schon lange vorher abzeichnet und es immer wiederpassiert. Davon handelt der Song „Ham kummst“ von dem Duo aus Österreich: Seiler und Speer. Immer wieder passiert es ihm, dass er besoffen nach Hause kommt. Musik: „Letzte Nacht war eine schwere Partie für mich, ich kann mich nicht erinnern, was gestern war! Und sie sagt: Wenn du noch einmal so heimkommst, sind wir geschiedene Leute. Overvoice: Letzte Nacht war eine schwere Partie für mich, ich kann mich an nichts erinnern, und sie sagt: Wenn du noch einmal so heimkommst, sind wir geschiedene Leute Autor: Das sich wiederholende Scheitern ist ebenso tragisch wie der Held selbst: Die Umstände sind schuld, die anderen, die Situation, in die er gebracht wird. „Wer kann dazu schon ‚nein‘ sagen?“ Hoffnungslos ausgeliefert. Vor allem sich selbst: Musik: „Letzte Nacht war eine schwere Partie für mich, alle haben sie mich eingeladen und da sagt man nicht nein, nein, nein!  Overvoice: Letzte Nacht war ne schwere Partie für mich, alle haben mich eingeladen, …

Multimedia Storytelling

Erstes Pageflow Projekt

Seit Stefan Domke und David Ohrndorf ist es etwas lauter geworden, wenn es um das Thema digital Storytelling geht. Das erste Projekt der beiden auf das ich aufmerksam wurde, war die Reportage über den Super Gravity NRW Cup. Wow! dachte ich das sieht verdammt gut aus. Als dann kurz vor der re:publica 14 bekannt wurde, dass der WDR die dazugehörige Software als Open Source zur Verfügung stellen wollte, war der Andrang auf die Session erwartungsgemäß groß. Das Backend sah auf den ersten Blick beherrschbar aus. Die Antwort des Entwicklers auf die Frage nach der Installation, ließ jedoch schnell Ernüchterung aufkommen. Zumindest bei einem „Mausschubser“ wie mir. Es dauerte etwas, bis die Einsicht kam, dass ohne einen Programmierer die Installation nicht zu meistern sei. Gut dass ein barcamp vor der Tür stand und gut, dass es Twitter gibt. Mit Hilfe dieser beiden Werkzeuge gelang es schließlich das Projekt Pageflow (selbst gehostet) zu verwirklichen. Ohne i-public das GEP und die ekir wäre nur eine durch Codewise gehostete Lösung möglich gewesen. Ein besonderer Dank geht an Kai Rüsberg, der half …

Eva Müller über evangelische Kindertagesstätten

Die WDR Redakteurin Eva Müller ist, wenn es um das Thema Finanzierung von Kindertagesstätten geht, stets eine gefragte Interviewpartnerin. So auch in diesem Artikel „Konfessionsgebundene Einrichtungen: Der Glaube zählt, der Staat zahlt“ im WDR. Dort wird sie nicht müde diese Botschaft unter das Volk zu bringen. Leider ist die Autorin in ihrer Recherche nicht genau genug. Schon mit einer einzigen Suchanfrage bei Google lassen sich Sätze wie: „Allerdings darf auch in einem evangelischen Kindergarten niemand arbeiten, der nicht getauft oder Moslem ist“ (ebd.) widerlegen. Ohne Mühe stößt man dabei auf Meldungen wie diese auf evangelisch.de oder aus einer anderen Landeskirche ekir.de