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Musik als heilige Messe

Von einem evangelischen Pfarrer ein Plädoyer für den Katholizismus zu erwarten, ist in der Tat zuviel verlangt. Dennoch gibt es hin und wieder die (Sehn-)Sucht nach „greifbarem“ und nicht nach „Wort“, nach „Inszenierung“ und nicht nach „Nüchternheit“. Das in der eignen Konfession zu suchen ist schwierig: Ich erinnere mich während meines Studiums in Leipzig unvorbereitet in einen lutherischen Gottesdienst geraten zu sein. Ich fühlte mich wie in einem Hochamt. Seitdem ich auf die gegenüberliegende Strassenseite zu den reformierten. Da fühlte ich mich merklich wohler! Gleichwohl: In der Pilgermesse in Santiago de Compostella war es schon beeindruckend, obwohl das riesige Weihrauchfass gar nicht durch das Kirchenschiff pfiff. Ob es die körperliche Erschöpfung und (oder) der Umstand war, dass ich nichts von dem spanisch verstand, diese Messe hat bleiben Eindruck hinterlassen. Wenn mich mal wieder dieses „Compostella-Gefühl“ überkam, ging ich aber nicht in den Dom, sondern legte meine persönliche „best of U2“ CD auf. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Auf Bonos „Gejammer“ folgte Kindergejammer, und wenn „Kindermusik“ Zukunftsmusik ist, …