Alle Artikel mit dem Schlagwort: Tod

verborgene Wahrheit

Verborgene Wahrheit nach Joh. 12

Photo Credit: Daquella manera via Compfight cc Mit biologischer Exaktheit ist dem morgigen Predigttext nicht beizukommen. Mit historischer Genauigkeit hat es das Johannes Evangelium auch nicht so. Dennoch geht es um eine Zentralstelle in der christlichen Verkündigung: Es geht um Leben und Tod. Genauer: Es geht um den Tod des einen, der Leben für die vielen verwirklicht hat. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Interessant ist auch die Umehrung des Bildes zu Ende zu denken: Würde das Korn nicht in die Erde fallen, bliebe es allein, wäre auch ohne Bedeutung für die anderen. Letztlich wäre es vollkommen vergeblich ein Wort über dieses Korn zu verlieren. Indem es aber fällt und stirbt, gewinnt es seine Bedeutung. Nicht für sich, sondern für uns.Martin Luther hat das, was gar nicht lustig klingt, den „fröhlichen Wechsel“ genannt: Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Was nach verbogener Wahrheit …

Ich bin ein Voyeur. Ich darf das.

Ich lese (heimlich) am Bildschirm, am Tablet und auf dem Smartphone Nachrichten, Blogs und allerlei Gedrucktes. Ab und an sehe ich mir auch ein Foto an, selten ein Video. Ich habe Lust am Text. Das humanistische Bildungsideal ist schuld. Es hat mich auch in die Hände der Theologie getrieben. Bilder erscheinen vor diesem Hintergrund verdächtig, bewegte allzumal. Ich darf allerdings ein „Voyeur“ sein, schließlich bin ich exhibitionistisch genug veranlagt selbst Texte, Bilder und ab und an sogar ein Video zu veröffentlichen. Davon profitieren schließlich wiederum die anderen „Voyeure“. Wir alle treffen uns in diesem Internet. Warum ich das schreibe? Ralf Peter Reimann hat ein Plädoyer für „diskretes Sterben“ gehalten. Ich kann seine Argumente allerdings nur schwer nachvollziehen. Wie sollte ein Schriftsteller anders mit seinem Leben und seinem Sterben umgehen als schreibend? Und das meint selbstverständlich „öffentlich schreibend“. Matthias Jung hat in ähnlicher Richtung argumentiert. Allerdings sieht er eine andere Qualität der Äußerung erreicht, wenn nicht mehr in Texten, sondern in Bildern veröffentlicht wird. Das Video eines nur zehn Tage alt gewordenen Säuglings kann so zur …

Lk. 22,31-34 zum Sonntag Invokavit

Im Überschwang der Gefühle kommen manchmal große Sätze über die Lippen. Einige schreiben sogar Geschichte z.B.: „Die Würfel sind gefallen“, „Ich bin ein Berliner“, „Heute wächst zusammen, was zusammen gehört“. Der Satz des Petrus: „Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ aus dem Predigttext für den kommenden Sonntag (LK 22,33) gehört nicht dazu. http://www.ekir.de/url/gwd Er tut es nicht, weil es anders gekommen ist. Weil ein anderer Satz an seine Stelle getreten ist und zu einem berühmten wurde: „Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst“ (V 34) Vollmundige Worte sollten deshalb nicht gleich unterbleiben. Im Gegenteil, sie gehören ausgesprochen, weil sie ernste Absichten und wahre Beweggründe nach außen tragen. Die Worte des Scheiterns jedoch, verdienen auch in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. (Jüdisch-) Christlicher Glaube erzählt von Beginn an, dass Scheitern, Versagen, Ängste und Leiden nicht ausgespart werden, sondern ins Leben zu integrieren sind. Die Erzählung geht soweit, dass sie selbst vor Gott nicht halt macht. Leiden, Scheitern und sogar Tod …

Totes Baby zum Leben erweckt!

In Australien soll eine Mutter ihr totgeborenes Baby durch streicheln ins Leben zurück geholt haben. Es war eine Zwillingsgeburt und eines der Babys hatte die Geburt nicht überlebt. Nach zwei Stunden des „Verabschiedens“ hätte das Kind angefangen zu Atmen, berichtet die Mutter nun. Wir brauchen offenbar „Oster“-Erfahrungen für unser Leben. Wir wollen Hoffnung gegen den Tod. Sich eine Welt ohne Wunder vorstellen zu wollen ist unmenschlich! Das ist nicht im Sinne von Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder“ gemeint. Ich denke da eher an Geschichten wie diese: Markusevangelium Kapitel5 oder Lukasevangelium Kapitel 16 Vers 31 (Lk16,31) Hätte Jesus zu der Mutter gesagt: „Dein Glaube hat dir geholfen?“ (Lk8,48)

Der Tod kennt keinen Plan „B“

Nach dem Tod von Christoph Schlingensief wird die Lücke, die er lässt sehr nur zu schnell deutlich. Die Gestaltung des Deutschen Biennale-Pavillons 2011 in Venedig ist jetzt unklar. „Seit vier Jahren lebt und arbeitet er mit dieser Krankheit, es gibt keinen Anlass, irgendwelche Zukunftsprognosen jetzt zu machen, und es gibt überhaupt keinen Anlass, von einem Plan B zu sprechen und jetzt diese Überlegungen anzustellen“, sagte die Kuratorin Susanne Gaensheimer noch im Juni diesen Jahres auf die Frage, ob es nicht an der Zeit sei über eine Alternative zu Schlingensief nachzudenken. Die Kuratorin hat recht getan! Denn der Tod fragt nie, ob wir einstimmen. Er fragt nicht, ob und wann uns der Zeitpunkt recht ist. Er hat uns auch in den letzten Jahren nicht danach gefragt, wie wir ohne solch einen Performer zurechtkommen werden. Anders aber ist es mit Gott. Gott fragt uns danach, ja er bittet uns, daß wir einstimmen. Er bittet und wirbt um unser Vertrauen. Aber er zwingt und nötigt uns nicht. Gott bittet und wirbt um unser Vertrauen, wenn die Grundfesten unseres …

Der Mensch ist leider nicht naiv… (Predigt über Epheser2,4-10)

Liebe Gemeinde, es geht das Gerücht, ein Pfarrer aus der Provinz hätte angesichts dieses Predigttextes einen Brief an seinen Bischof geschrieben. Einen Brief mit folgendem Inhalt: „Liebe Bruder im Herrn, ich weiß nicht, was man mit der öffentlichen Lesung der Predigttexte erreichen will, wenn sie solchen Charakter haben, wie der im Epheser Brief im zweiten Kapitel vom vergangenen Sonntag. Es handelt sich hier doch um einen Text, der ohne eingehende theologische Auslegung gänzlich unverständlich bleibt. Soll ich im Rahmen einer Predigt nun Unterricht in der christlichen Religion betreiben? Das wäre doch wohl ein falsches Predigtverständnis, oder? Ich finde solche lehrhaften, theologisch dichten Texte ungeeignet zur öffentlichen geistlichen Rede und bin nicht willens meine Gemeinde mit derartiger Dogmatik zu belasten. Ich habe mich deshalb entschieden den Evangeliums Text vom Pharisäer und Zöllner zu predigen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfäfflein aus der Provinz….“