Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sünder

Joh. 8, 3-11 „Wir sind alle kleine Sünderlein…“

„Wir sind alle kleine Sünderlein, 
’s war immer so, ’s war immer so. 
Der Herrgott wird es uns bestimmt verzeih’n, 
’s war immer, immer so“. Vermutlich hat der Predigttext für den kommenden Sonntag aus dem Johannesevangelium zu diesen Liedzeilen einiges beigetragen. Vielleicht aber ist das auch nur das Kompendium des rheinisch-katholischen Brauchtums nach Art des Willy Millowitsch. „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen“ – ist auch ein in die Volksseele eingegrabener Satz. Doch was scheinbar so harmlos daher kommt, birgt bei näherer Betrachtung gewaltigen gesellschaftlichen Sprengstoff: „Wo kommen wir denn hin, wenn die Gebote für unser Zusammenleben nicht mehr in Geltung bleiben?“ „Familie ist dann, wenn….“ Jesus setzt geltendes Recht außer Kraft. Er setzt Vertrauen gegen Strafe und Einsichten gegen Tatbestände. Er sagt: „Sieh hin: Es gibt zwischen „gut“ und „böse“ eins: Das ist Leben! Und es ist kompliziert. Jeder verheddert sich drin. Aber es gibt Hoffnung: Denn Glaube lebt nicht von Sicherheit, sondern von Vertrauen. Schenkt euch dieses Vertrauen gegenseitig, Tag für Tag. Ihr werdet merken: Es wächst, in Euch und …

Von Weltmeistern und Doping-Sündern (Predigt über Lukas 18)

„Ich bin in der Form meines Lebens!“ Diesen Satz können Sie dieser Tage besonders oft hören, wenn Sportlerinnen und Sportler vor anstehenden Wettkämpfen nach ihren Chancen gefragt werden. Das gilt nicht nur für Leichtathleten, man könnte genauso gut Fussballer oder Radfahrer zitieren. „Ich bin in der Form meines Lebens“ das ist wohl ein Satz, den die Sportpsychologen zum Aufbau der mentalen Stärke offenbar als Mantra empfehlen, denn längst ist klar, das die physische Stärke der Athleten so eng beieinander liegt, dass das Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Und wer will schon eine Niederlage? Wer will Platz 4 oder Platz 11? Wer will Fussball-Vize-Weltmeister sein? Da wandert gleich schon nach dem Empfang die Medallie in die Hosentasche! Wir (und vor allem wir als Zuschauer) wollen Sieger sehen! Möglichst noch sympathisch und nicht maulig.Noch besser gutaussehend und an der richtigen Stelle tätowiert, dann lässt sich richtig gut verdienen –und alle sind zufrieden. Bei der folgenden Geschichte, die Jesus seinen Hörern damals erzählt wird, müssen wir, damit sie heute so funktioniert wie damals, einen …