Alle Artikel mit dem Schlagwort: Scheitern

Kurve geht nach unten

Ein Herz für Versager

Versager sein, mag niemand. Der Versager ist nämlich jemand, dem nicht nur hier und da etwas misslingt, sondern der immer wieder auf ganzer Linie scheitert und dem deswegen das Label des „Losers“ -entweder als Fremd- oder als Eigenbeschreibung- anhaftet. Von Versagen, Scheitern, Verlieren zu erzählen ist mit Scham besetzt, obwohl es sich um zutiefst menschliche Erfahrungen handelt. Weil sich Erfolgsgeschichten aber besser verkaufen lassen, gehört es dazu Momente des Versagens zu verschleiern.  Im zwischenmenschlichen Bereich ist die Ausrede ein wirkungsvolles Mittel der Verschleierung, das allerdings im beruflichen Kontext strikt zu vermeiden ist. Die berühmte „Lücke im Lebenslauf“ ist unter allen Umständen in Bewerbungsunterlagen zu unterlassen. So nimmt das Erzählen der Erfolgsgeschichten ihren Anfang. Biblische Geschichten dagegen machen ernst mit menschlichem Versagen und dennoch muss dieses oft erst mühsam freigelegt werden: Zachäus gilt als ein Vorbild im Glauben, weil er sich beharrlich nicht davon abbringen lässt zu Jesus durchdringen zu wollen. Dass es sich bei ihm um einen notorischen Betrüger gehandelt hat, ist immerhin noch nicht ganz vergessen. Jakob, der Stammvater Israels, ist auch ein Muttersöhnchen, …

Lk. 22,31-34 zum Sonntag Invokavit

Im Überschwang der Gefühle kommen manchmal große Sätze über die Lippen. Einige schreiben sogar Geschichte z.B.: „Die Würfel sind gefallen“, „Ich bin ein Berliner“, „Heute wächst zusammen, was zusammen gehört“. Der Satz des Petrus: „Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ aus dem Predigttext für den kommenden Sonntag (LK 22,33) gehört nicht dazu. http://www.ekir.de/url/gwd Er tut es nicht, weil es anders gekommen ist. Weil ein anderer Satz an seine Stelle getreten ist und zu einem berühmten wurde: „Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst“ (V 34) Vollmundige Worte sollten deshalb nicht gleich unterbleiben. Im Gegenteil, sie gehören ausgesprochen, weil sie ernste Absichten und wahre Beweggründe nach außen tragen. Die Worte des Scheiterns jedoch, verdienen auch in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. (Jüdisch-) Christlicher Glaube erzählt von Beginn an, dass Scheitern, Versagen, Ängste und Leiden nicht ausgespart werden, sondern ins Leben zu integrieren sind. Die Erzählung geht soweit, dass sie selbst vor Gott nicht halt macht. Leiden, Scheitern und sogar Tod …