Alle Artikel mit dem Schlagwort: Römerbrief

Smartphone zu Hause lassen und seufzen, Röm. 8,26

„Ich weiß am besten, was für mich gut ist“. Klar, darunter geht nichts mehr. Das selbstbestimmte Subjekt ist auf dem Gipfel der Erkenntnis angekommen. Wozu dann nur die kleinen Apps auf dem Smartphone die den Schlaf, die Ernährung, die Bewegung und vieles andere mehr aufzeichnen, um daraus zu errechnen, was am Organismus verbessert werden kann? App und An scheint es der Fall zu sein, dass ich nicht mehr am besten weiß, was für mich gut ist. Was ist, wenn die Situation so verfahren und hoffnungslos ist, dass Auswege überhaupt nicht mehr möglich scheinen? „Dann hilft nur noch beten.“ Sagt zumindest der Volksmund und belässt es dabei. Papst Franziskus hat unlängst bei seinem Besuch in Israel/Palästina betont, dass er tue, was er könne: Beten. Diese Nachricht ging durch die Welt ohne den Zusatz, dass der Papst gesagt habe, jetzt helfe „nur noch“ beten. „Ich tue, was ich kann, und das ist beten“ – dazu bedarf es weder schöner Worte noch großer Gesten, sondern bloß eines kleinen Seufzers:“Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, …

Römer7 und Marius Müller Westernhagen

„Was ist der Mensch?“, diese anthropologische Grundfrage reizt zu komprimierten Aussagen. Eine Antwort lautet: ein „Mängelwesen“; vertont in „Der Mensch ist leider nicht naiv. Der Mensch ist leider primitiv.“ (Freiheit, MMW) Der Apostel Paulus versucht eine theologische Antwort im Predigttext für den kommenden Sonntag:„Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm7,19) Die These wird untermauert durch eine Argumentation, in der gewichtige theologische Begriffe einander zugeordnet werden. Würde Paulus nicht an „die Römer“ schreiben, sondern an Konzertbesucher von Marius, würde das vielleicht so ähnlich klingen: „Durch Jesus Christus bin ich, was ich bin. An seinem Schicksal hängt mein Leben. Hätte er nicht alles für mich getan, wüsste ich nicht, was Liebe ist.
Aus dieser Liebe lebe ich. Wäre sie nicht da, mein Leben wäre leer. Ohne Gottes Handeln könnte aus meinen Taten nichts Gutes erwachsen. Ich würde immer meine Ellenbogen ausfahren um selber atmen zu können, weil alle anderen mich bedrängen. Durch Gottes Liebe aber kann ich atmen. Und so muss ich den anderen …