Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pilgern

Musik als heilige Messe

Von einem evangelischen Pfarrer ein Plädoyer für den Katholizismus zu erwarten, ist in der Tat zuviel verlangt. Dennoch gibt es hin und wieder die (Sehn-)Sucht nach „greifbarem“ und nicht nach „Wort“, nach „Inszenierung“ und nicht nach „Nüchternheit“. Das in der eignen Konfession zu suchen ist schwierig: Ich erinnere mich während meines Studiums in Leipzig unvorbereitet in einen lutherischen Gottesdienst geraten zu sein. Ich fühlte mich wie in einem Hochamt. Seitdem ich auf die gegenüberliegende Strassenseite zu den reformierten. Da fühlte ich mich merklich wohler! Gleichwohl: In der Pilgermesse in Santiago de Compostella war es schon beeindruckend, obwohl das riesige Weihrauchfass gar nicht durch das Kirchenschiff pfiff. Ob es die körperliche Erschöpfung und (oder) der Umstand war, dass ich nichts von dem spanisch verstand, diese Messe hat bleiben Eindruck hinterlassen. Wenn mich mal wieder dieses „Compostella-Gefühl“ überkam, ging ich aber nicht in den Dom, sondern legte meine persönliche „best of U2“ CD auf. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Auf Bonos „Gejammer“ folgte Kindergejammer, und wenn „Kindermusik“ Zukunftsmusik ist, …

Pilgern im Pott

Wer nicht  aus dem Ruhrgebiet kommt,  dürfte mit „Pott“ eher eine große Tasse Kaffe als das Gebiet zwischen Dinslaken und Dortmund  assoziieren. Und wer das mit „Pilgern“ in Verbindung  bringt,  muss wohl eine besondere Art von Kreuzweg meinen. Dachte ich zunächst auch, obwohl ich die Hälfte meines Lebens in der Kulturhauptstadt 2010 (Essen) verbracht habe. Aber es stimmt tatsächlich, anlässlich des besonderen Focus gibt es einen (evangelischen) Pilgerweg durch das Ruhrgebiet, entlang der Emscher, von der Mündung (Dinslaken) bis zur Quelle (Holzwickede). von West nach Ost, der aufgehenden Sonne, dem Licht, der Orientierung entgegen. wie es auf der Homepage pilgern-im-pott.de heißt. Auch der Pilgerpass darf nicht fehlen. Nur von Hape Kerkeling ist nichts zu lesen… Weitere evangelische Veranstaltungen rund um die Kulturhauptstadtmetropole 2010 findet man unter evangelisch2010.de Wer nach einer Alternative zum katholischen Rosenekranz nachzudenken beginnt, sollte folgenden Artikel bei zwoelff.de lesen…

Pilgern! Und wieder Kerkeling

Camino de Santiago, ursprünglich hochgeladen von FreeCat Der Jakobsweg. Immer wieder gut, wenn es um das Thema „Reisen“ geht und um „Religion“. Nun hat es nicht nur den Jakobsweg ereilt, nun ist das Pilgern insgesamt in den Focus der Touristikbranche geraten. Folgerichtig erscheint dazu die Berichterstattung auch im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung. Zum Glück hält der Artikel nicht sein Anfangsniveau, das mich, wegen seiner gähnenden Langweiligkeit dazu Zwang, ihn zu Ende zu lesen. Schließlich bietet der Wirtschaftsteil sonst nicht viel zu religiösen Themen. Der Beginn ist symptomatisch für die gängige Gesellschaftliche Wahrnehmung, dass die Kirchen immer leerer würden und andere religiöse Angebote weit mehr Zulauf hätten. Daran ist zunächst einmal nicht falsches. Dennoch sei daraufhin gewiesen, dass sonntäglich fünf Millionen Menschen einen Gottesdienst besuchen, aber „nur“ 700 000 ins Fußballstadion gehen. In der medialen Berichterstattung könnte man den Eindruck gewinnen, es ei genau umgekehrt. Und was das Reisen betrifft: Da scheinen die Veranstalter etwas entdeckt zu haben, was einträglich zu sein scheint. Gibt es doch genug „kirchenfernere“ Menschen, die -zum Glück- auf der Suche sind. …