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Religion, Privatsache? Joh. 15,26

Photo Credit: nchenga via Compfight cc „Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen Bundeskanzlern. Weniger indes von Kanzeln. Woran liegt das? Zweifelsfrei am morgigen Sonntag! Denn der Predigttext bereitet gewissermaßen vor, dass des Evangelium nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern hinaus in die Welt soll: „Ich werde euch den Tröster senden, den Heiligen Geist, der Zeugnis geben wird von mir, aber auch ihr sollt meine Zeugen sein“. Joh.15,26 Hier werden persönliche Glaubensgewißheit und öffentliche Verkündigung als ineinander verschränkt und aneinander gekoppelt, verstanden. Die persönliche Überzeugung bleibt nicht privat. Was es mit Leben und Tod, Liebe und Hoffnung, Schuld und Verzweiflung auf sich hat, kann man nicht mit sich selbst ausmachen. Denn auch der „Tröster“ ist nicht individueller Besitz, sondern kollektives Geschenk. Mehr davon an Pfingsten, dem Tag der Abschaffung der Privatsache. Auch auf Facebook zu lesen 🙂 : Periskop über Joh.15,26-16,4 am 17.5.2015 (Exaudi)„Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen… Posted by Evangelische Kirche im Rheinland on Samstag, 16. Mai 2015

Pfingstsonntag Römer 8, 1-12

„Lasst euch nicht länger einreden, es seien die Zwangslagen in denen ihr steckt, die euch das Leben schwer machen. Seit Jesus Christus auferweckt wurde, hat er auch euch gezeigt, dass nicht alles den Bach runter geht und in der Katastrophe endet. Für euch als Christen gilt, dass ihr dafür nicht belangt werden könnt. Vor Gott nicht und auch nicht vor den Menschen. Denn wenn gilt, dass ihr euch voll und ganz auf Gottes Geist verlassen könnt, werdet ihr für die Gerechtigkeit und das Leben einstehen. Ihr seid nicht allein, sondern eure Geschwister leben aus derselben Zusage. Macht was draus, denn Pfingsten zeigt, dass alle, die sich auf Gott verlassen seine Töchter und Söhne sind. Gottes Geist macht Mut gegen die Angst.“ Falls ihr überprüfen wollt, ob das eine einigermaßen gelungene Paraphrase des Predigttextes für den morgigen Pfingstsonntag ist: http://www.ekir.de/url/3Tp EladeManu via Compfight

Demokratisierung des Heiligen Geistes nach Numeri 11

Pfingsten – eine Not am theologischen Horizont zieht heran! Selbst das apostolische Glaubensbekenntnis gibt sich einsilbig: „Ich glaube an den heiligen Geist.“ Punkt. Da verwundert es nicht, angesichts der Ausgießung des Geistes und den verzückenden Folgen wie von einer Party zu reden. Schließlich hat „die Kirche Geburtstag“. Der Predigttext für den kommenden Sonntag weiß mehr zu berichten: http://www.ekir.de/url/YUB Dem Mose wird die Verantwortung für das durch die Wüste wandernde Volk zuviel. Er droht unter der Last zu zerbrechen. In einem Gespräch mit Gott bittet er um Veränderung. Was folgt ist nicht mehr und nicht weniger als eine Demokratisierung des Geistes. Von Mose „wandert“ der Geist Gottes „hinüber“ auf siebzig Älteste. Dort zeigt er seine Anwesenheit, so dass Moses aufatmen kann. Verantwortung wird geteilt. Keiner muss mehr Lasten tragen, die für zu schwer für ihn sind. Das ist ein Grund zu feiern. Punkt.

Pfingstliche Mobilität (Apostelgeschichte 2)

Pfingsten bewegt und seien es zunächst auch nur die Autos, die ins Grüne bewegt werden. Pfingsten bewegt aber auch die Kirche. Sie reißt in der Ur-Erzählung (Apostelgeschichte 2) die Jüngerinnen und Jünger förmlich mit sich. Wenn Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, dann ist Kirche Jesu Christi nur in der doppelten Bewegung des Heiligen Geistes: Der, der in uns hinein fährt und uns erfüllt, ist der, der uns hinaus treibt auf die Strasse, zu den Menschen. So wird Kirche! Und sie hat „weiche“ Grenzen. Keine ein für allemal feststehenden Gestalt.
 Pfingsten ist Gottes Bewegung in uns hinein. Und Pfingsten treibt uns hinaus zu den Menschen und lässt verkündigen von den großen Taten Gottes. Keine zufriedene „sitzenbleiber“ Kirche und keine „nervöse“ Aktionisten Kirche. Die Balance zu halten gelingt nur schwer. Eigentlich ist sie nur so durchzuhalten: Gott beim Wort zu nehmen, dass er versprochen hat seinen Geist (=Anwesenheit) zu schenken, da wo sie gebraucht wird. Und sie wird (recht besehen) überall gebraucht.

Feuerzungen und Schläfenlappen

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an „einem“ Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen.“ Der Schläfenlappen spielt in dieser Erzählung eine überaus wichtige Rolle, obwohl er ungenannt bleibt. Das ist nicht weiter verwunderlich, war die Hirnforschung zur Zeit der Abfassung der Apostelgeschichte nocht nicht mal in den Kinderschuhen. Als ein Teil des Großhirns hat der Schläfenlappen eine besondere Funktion bei der Entstehung von religiösem Bewußtsein. Stimuliert man ihn mithilfe eines Magnetfeldes berichten die Testpersonen von einem Verbundensein mit einer höheren Wirklichkeit. Sie hatten sozusagen ein „Pfingsterlebnis“ – wenn auch künstlich herbeigeführt. Die Pfingstgeschichte berichtet von nichts anderem als der besonderen spürbaren Anwesenheit Gottes. „WIE“ Gott unter uns wohnt ist in der Erzählung enorm wichtig. Nicht so sehr das „WO“, dass sie nur am Rand (Feuerzungen) andeuten will. Und zu dem WIE gehört nun ganz besonders, dass die Pfingsterfahrung eine zutiefst gemeinschaftliche Erfahrung ist, …