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Skandalgeschichten als Heilsgeschichte

Skandalgeschichten an Königshäusern werden immer gern gelesen. Eine ganze Presselandschaft lebt davon. Man kann sich gelangweilt davon abwenden, oder zum Original greifen: Es beginnt mit Begierde, wächst sich aus zum Mordkomplott und auch eine Königshochzeit darf nicht fehlen. Die Hauptperson geht dabei über Leichen. Nachzulesen unter: http://www.ekir.de/url/Zfa Wenn wir Unrecht sehen, erkennen wir es. Jedenfalls manchmal. Wenn es das Unrecht anderer ist. König David musste die Erfahrung machen, als ihm der Prophet Nathan anhand einer fingierten Unrechtsgeschichte sein eigenes Fehlverhalten vor Augen stellte. Das „Du bist der Mann!“ verschlägt uns die Sprache und macht Selbstgerechtigkeit sichtbar. Für Gott allerdings kein Grund die Geschichte mit David zu beenden. Sie geht weiter. Und die Skandale auch. Die biblischen Erzählbücher leben davon: Skandalgeschichten als Heilsgeschichte zu erzählen, das geht nur bei Gott. Photo Credit: Hans Olofsson via Compfight cc

Jesaja 55,1-3

Wenn jemand als „marktschreierisch“ bezeichnet wird, ist das meistens nicht sehr schmeichelhaft. Es sei denn, es handelt sich um einen Verkäufer auf einem Wochenmarkt. Von ihm wird das sogar erwartet. Der darf das. Im Predigttext für den kommenden Sonntag, stellt der Prophet Jesaja Gott als jemanden vor, der sich auf den Markt begibt. Dort hat Gott nichts Besseres zu tun als sein Wort anzupreisen. Und die Preise für seine „Ware“ sind äußerst günstig. Sein Wort ist auf dem „Markt der religiösen Möglichkeiten“ sogar gratis zu haben. Die damaligen potentiellen Käufer schreckt das dennoch ab: „Was nichts kostet, ist nichts wert!“ „Kauft ohne Geld ein!“ –wo bleibt da der Spaßfaktor? Alle Unterschiede werden eingeebnet, alle Differenzen aufgehoben. Plötzlich ist jeder gleich vor einem Gott, der als Marktschreier daher kommt. Sich das gefallen zu lassen ist schwer. Es nötigt zum Umdenken. Es ruft zur Umkehr. Und dennoch: Wer diesen Marktschreier hört wird leben!

Joh. 12, 34-36

Joh. 12, 34-36 Und? Nadelt er noch, oder liegt er schon im Vorgarten? Weg ist der Baum, oder? Mit ihm auch die Kerzen entsorgt, die uns seit den Novembertagen mächtig in ihren Bann gezogen haben. Jetzt gilt es wieder vernünftig zu werden, oder –zumindest in weiten Teilen des Rheinlandes- richtig närrisch, denn Weihnachten liegt dort bekanntlich mitten in der Session. Der Predigttext für heute wirkt da wie eine mahnende Stimme: http://www.ekir.de/url/SVB „Glaubt an das Licht, solange ihr’s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.“ (V36) Die Lichtsymbolik der gegenwärtigen Epiphanias Tage und der vergangenen Adventstage will uns auf das eine, ewige Licht hinweisen, das wir „Gott“ nennen. Und so antwortet Jesus in V 35 auf die Frage, ob er der „Menschensohn“ sei gewissermaßen indirekt. Er antwortet damit auch auf die Frage, ob er den erhofften Frieden zu bringen im Stande ist: „Das ist die Sache des Schöpfers von Licht und Finsternis, dem, der mich gesandt hat.“ Die Licht-Erzählung gerät damit unter der Hand zu einem leidenschaftlichen Plädoyer christlicher Gotteserkenntnis. Erst recht, wenn der Evangelist sie …