Alle Artikel mit dem Schlagwort: Passion

Mit Joh. 15 um die Ecke gedacht.

Photo Credit: s.r.shemul via Compfight cc Der morgige Sonntag trägt den schönen Titel „Jubilate“- Jauchzet, frohlocket und ist dem Psalm 66 entnommen. Beim dazu gehörigen Predigttext aus dem Johannes Evangelium, muss man schon etwas um die Ecke denken, um die kirchenjahreszeitliche Thematik zu ergründen.  Jesus bezeichnet sich als „Weinstock“, seine Jünger sind die „Reben“. Die Rede ist eingebettet in vier Kapitel des Evangeliums die sogenannten Abschiedsreden. Eigentlich liegt die Passionszeit hinter uns, jetzt schon wieder Abschied? Etwas Klarheit bringt der Wochenspruch: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor 5, 17) Schließlich wird auch noch die Schöpfungsgeschichte aus 1.Mose 1 als alttestamentliche Lesung zu Gehör gebracht. Tenor ist: Durch die Auferstehung Jesu ist alles neu geworden! Gerade so, wie zu Zeiten der Erschaffung der Welt. Heute soll entdeckt werden: Ihr seid dabei! Die Auferstehung ist nicht allein Gottes Handeln an Jesus. Gott will Euch viel mehr dabei haben. Wie Zweige zieht Ihr Euren Lebenssaft aus diesem Stamm. Darum freut euch, singt, trällert, lebt! Und denkt …

Segen

Mk 12,1-12 ein verhängnisvolles Gleichnis

foto: sxc.hu Die Bibel ist ein gefährliches Buch mit gefährlichen Geschichten. Eine besonders gefährliche ist morgen der Predigttext. Das Gleichnis von den bösen Weinbauern ist in der Vergangenheit immer wieder als Aufforderung und Rechtfertigung zur Judenverfolgung verstanden worden. Die Erzählung lässt Raum für Missbrauch und der wurde auch genutzt. Das erschwert eine positive Aneignung, zumal die Erzählweise bei weitem nicht so kunstvoll daherkommt, wie sonst in den Gleichnissen Jesu üblich. http://www.ekir.de/url/72T Dabei ist zunächst einmal zu betonen, dass im Gleichnis die große Geduld und Gutmütigkeit Gottes herausgestellt wird. Allerdings kann diese auch ein schreckliches Ende haben. Darum ist der Ruf zur Umkehr (Buße) ebenso deutlich zu hören, wie in Jesaja 5,1-7 dem alttestamentlichen Weinberglied, das als Schriftlesung vorgesehen ist. In einer Welt in der das Töten und sinnlose Vernichten nie nachgelassen hat, ergeht der Ruf zur Umkehr weiterhin: „Lasst das Morden sein! Gott hat andere Möglichkeiten für euch bereit. Das hat er gezeigt, als er den ermordeten Jesus nicht dem Tod überlies.“ Warum also immer noch falsche Schlüsse ziehen?

Hochzeit zu Kana. Johannes 2,1-11

Eine beliebte Kindergottesdienst Geschichte, die Hochzeit zu Kana. Es sei denn es wird probeweise die neue Perikopenordnung getestet, dann habt ihr Pech und Paulus ist als Predigttext dran Am meisten beeindruckte mich als Kind die Menge, die da von Wasser in Wein verwandelt wurde. 500-700 Liter in nur sechs Krügen! Unglaublich! Und dann noch besser als der ursprüngliche Tropfen. Einfach Knorke, Jesus! Später interessierte mich die Sohn-Mutter Begegnung: Freundlichkeit ihr gegenüber geht anders. Aber Jesus darf das wohl. Ich nicht, denn ich bin nicht Jesus, meinte meine Mutter. Noch später lernte ich, wie kunstvoll Johannes sein Evangelium aufbaut: Schon ganz zu Beginn (Kap.2) der Hinweis auf die Passionsgeschichte: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ und der Hinweis auf die Auferstehung (V1) „Am dritten Tage“. Schließlich sogar die Gegenüberstellung von „Wasser“ als Symbol des Chaos und „Wein“ als Symbol der Freude. Und heute? Heute entdecke ich die Ostergeschichte in der Wundergeschichte: Auch in Zeiten in denen das „Wasser bis zum Hals steht“ und unbeschwerte Lebensfreude nicht selbstverständlich ist, brauche ich glückliche Momente und darf sie auch …

Lauf um dein Leben. Hebräer 12,1-3

„Lauf um dein Leben!“ Auch wenn heute noch kein Tatort Abend ist. Es geht um Leben und Tod. Im Predigttext für den morgigen Sonntag geht es genauer gesagt um einen zähen, mühsamen Lauf. http://www.ekir.de/url/DQ3 Und es geht um die, die am Straßenrand stehen und anfeuern. Ganz so wie bei einem Marathon, wenn einen zwischen km 33 und 38 die Kraft verlässt. Der Schreiber des Hebräerbriefes gibt die Losung aus: „Durchhalten, Ballast abwerfen und das Ziel fokussieren!“ Leichter gesagt, als getan. Dennoch: Die vielen unterschiedlichen Christinnen und Christen aus den vergangenen Jahrhunderten sollen mit ihrem Vorbild hinweisen auf Jesus. Auf den „Anfänger und Vollender des Glaubens“. Auf ihn, der den Glauben weckt und der zugleich Inhalt des Glaubens ist. Steil und dornig ist der Pfad und kein Licht am Ende des Tunnels, Passionszeit eben. Lauf um dein Leben. Gott wird dir helfen mutig zu bleiben und nicht aufzugeben. Jeff Laitila via Compfight

Kreuz statt Krone. Hebräer 13,12-14

Einfach mal raus gehen. Abstand gewinnen, zu sich kommen. Die kirchlichen Bußzeiten laden dazu ein. Die Passionszeit erst recht, auch wenn der sich -in diesem Jahr mit besonderer Macht- einstellende Frühling die Fokussierung auf Leiden mit tödlichem Ausgang nicht gerade fördert. Dennoch: Hinausgehen und die „Schmach ertragen“, dazu lädt der Predigttext des morgigen Sonntags Judika aus dem Hebräerbrief ein. Auch wenn dort ein Leiden mit Jesus gemeint ist, der „draußen vor dem Tor“ die Schmach ertragen hat, liegt in diesen Tagen auf der Hand, dass auch seine Kirche offenbar mit Schmach und mit Spott überzogen werden kann. Ob das nun in Talk-Shows oder satirischen Wochenrückblicken passiert: Doppelsitzige Badewannen und bestellte Luxuskarossen eignen sich dazu ausgezeichnet. Nur ist diese Art des Ertragens gerade nicht gemeint. Bei den Ausgestoßenen und Ausgrenzten, den Entwurzelten, da soll die Kirche Jesu Christi stehen, nicht bei denen, die die Insignien der Macht tragen. Der Kirchenvater Johannes Crysostomos hat einmal dazu aufgerufen „das Kreuz wie eine Krone zu tragen“. Vielleicht muss heute daran erinnert werden, dass die Kronen besser im Museum aufgehoben …

Joh.11, 47-53

Wer das kleinere Übel wählen muss steht mit dem Rücken zur Wand. Denn eins ist klar: Es ist und bleibt ein Übel. Im Predigttext für den kommenden Sonntag wird von so einer Situation berichtet. http://www.ekir.de/url/MhE Es ist die johanneische Schilderung der Ereignisse, die zu Jesu Verurteilung und damit schließlich auch zu seinem Tod führen. „Besser ein Mensch stirbt, als wenn das ganze Volk umkommt.“ So reden zu allererst die Pragmatiker und fassen damit den Entschluss: „Der muss weg! Hier und da ein Wunder, das mag noch angehen, aber was Jesus da jetzt abzieht gefährdet die öffentliche Ordnung. Das sieht nach Volksaufstand aus. Das lassen sich die Römer nicht bieten. Und dann kommen sie und wir werden alle getötet werden.“ Was die Pragmatiker nicht ahnen: Gott macht aus dem „kleineren Übel“ größeres Heil. Der Tod des einen Menschen bedeutet Leben für alle. Keiner muss mehr mit dem Rücken zur Wand stehen.

Lk. 22,31-34 zum Sonntag Invokavit

Im Überschwang der Gefühle kommen manchmal große Sätze über die Lippen. Einige schreiben sogar Geschichte z.B.: „Die Würfel sind gefallen“, „Ich bin ein Berliner“, „Heute wächst zusammen, was zusammen gehört“. Der Satz des Petrus: „Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ aus dem Predigttext für den kommenden Sonntag (LK 22,33) gehört nicht dazu. http://www.ekir.de/url/gwd Er tut es nicht, weil es anders gekommen ist. Weil ein anderer Satz an seine Stelle getreten ist und zu einem berühmten wurde: „Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst“ (V 34) Vollmundige Worte sollten deshalb nicht gleich unterbleiben. Im Gegenteil, sie gehören ausgesprochen, weil sie ernste Absichten und wahre Beweggründe nach außen tragen. Die Worte des Scheiterns jedoch, verdienen auch in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. (Jüdisch-) Christlicher Glaube erzählt von Beginn an, dass Scheitern, Versagen, Ängste und Leiden nicht ausgespart werden, sondern ins Leben zu integrieren sind. Die Erzählung geht soweit, dass sie selbst vor Gott nicht halt macht. Leiden, Scheitern und sogar Tod …