Alle Artikel mit dem Schlagwort: Oikocredit

Occupy und die Kirchen

Die Occupy Bewegung ist in aller Munde. Weltweit organisierte Veranstaltungen mit Happening Charakter werden gerne ins Visier der medialen Aufmerksamkeit genommen und die sozialen Netzwerke sorgen für zusätzliche Multiplikation oder sind oft sogar der Grund der Aufmerksamkeit. Zelte, Tweets und ein Live-Stream sind heute so kreativ wie große Transparente in der Vergangenheit. Die müssen heute nur noch DIN A4 Größe haben um auf dem Handy Upload gut lesbar zu sein. Gewiß: Demo 2.0 ist heute effektiver als vor 40 Jahren und ein wenig bequemer. Leider macht sich diese Bequemlichkeit auch in Stellungnahmen von kirchlich engagierten Menschen breit. „Hauptsache dabei sein“ ist oft genug der Motor für die hektische Betriebsamkeit nur ja keinen Trend zu verpassen. Denn morgen schon ist ein anderes Thema ganz oben auf der Tagesordnung. Nachhaltig ist das nicht. Und ob das zu vermehrter Nachdenklichkeit führt ist zumindest zu fragen. Vorgestern Ägypten: „Ja, auch wir als Kirche sind für Freiheit und Freiheitsrechte“ Gestern Japan: „Kernenergie ist mit dem Evangelium nicht vereinbar“ Heute Occupy: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ Um Missverständnissen …

Cake for Content: Pastorenstückchen auf Flattr.com

Als „eingefleischter“ Pastorenstückchen-Kuchenliebhaber möchte ich natürlich bei flattr.com dabei sein. Nicht weil es dabei um Geld geht! Bei den Beträgen (zumindest im Betastadium von flattr.com) hat das ganze eher was von „Gotteslohn“ und Seiten bei denen man für Predigten zahlen soll gibt es ja (leider) auch schon. Da finde ich das „Kuchenmodell“ besser, zumal daraus einmal ein Micropaymentsystem erwachsen könnte. Nun könnt ihr mir also „Kuchenspenden“ zukommen lassen. Vorausgesetzt, ihr habt einen flattr-account…

Oikocredit Artikel in der Süddeutschen Zeitung

Da erscheint endlich (kurz vor Weihnachten) in Interview mit Tor Gull, dem General Manager  von Oikcredit, im Wirtschaftsteil einer angesehenen überregionalen Tageszeitung und dann ist die Pressearbeit des Ladens in Deutschland so schwach aufgestellt, dass sie eine schlecht gescannte PDF Datei vom Bayerischen Förderkreis auf die Homepage stellen. Liebe Leute, das ist keine gute PR! Hat sich die Förderkreisstruktur nicht wirklich bald überlebt? Da kann man ja die Kynast machen und rufen: „Leute, kauft Anteile in Amersfoort!“ (also bei der Zentrale in Holland und nicht bei der Förderkreisen. Die Holländer machen immerhin eine gute Öffentlichkeitsarbeit.) Trotzdem ist Oikocredit immer noch die erste Wahl, wenn es um ethisches Investment geht. Das hätte sich vielleicht auch Herr Günther H. (ebenfalls aus Bayern) sagen lassen sollen, bevor er das gesamte Kirchenvermögen der reformierten Kirche in Bayern veruntreut  hat. Bei uns im Rheinland regt man sich derweil auf, dass man die Mittel für Rechnungsprüfer deutlich erhöhen will. Für 7,5 Mio. Euro kann man sich viele Rechnungsprüfer leisten…

Neues altes System

Was sich in der Überschrift der Süddeutschen Zeitung, die sich auf den Spiegel beruft, zunächst anhört wie eine Ankündigung zur Überwindung der Krise des Kapitalismus, entpuppt sich dann doch als ein „Nachrichtlein“ bezüglich der Umstrukturierung in der Führungsetage des Deutschen Bank. Wiedereinmal ein kleiner Beweis die Krise des kapitalistischen Systems kleinzureden als sogenannte Finanzkrise: „Krisen kommen, Krisen gehen, spätestens 2010 ist heile heile Gänschen, alles wieder gut. Das alles waren doch nur böse Banker Buben, die den Hals nicht voll kriegen konnten. Keiner hat ihnen schließlich Geld gegeben, niemand Aktien gekauft, „blue chips“ war ein Fremdwort und der Dax ein schwarz-weiss-gestreiftes Tier. Wir haben von nichts gewusst! Keiner hat die Volksaktie der Telekom gekauft und niemand ist bei der (Bank!) Allianz versichert.“ Partielle teutonische Amnesie: Die da oben waren es! Wenn die gegenwärtige Krise des Kapitalismus mit ihren Einschnitten vergleichbar ist dem Mauerfall von 1989 (wie der ehemalige Außenminister Fischer meint) müsste doch statt der „Heile Gänschen-Rhetorik“ das Hohelied des Paradigmenwechsels gesungen werden. Die Kirchen könnten es beginnen zu singen. Seit 1975 versuchen sie ein …

FAIRdanken!

FAIRdanken! Erntedank – wem verdanken wir was? Was Fair und was Unfair ist, dafür haben schon Kinder ein ausgeprägtes Verständnis. „Fairständnis“ könnte man schreiben, wenn man das Wortspiel weiter treiben will. Im Sport fällt das schon schwieriger (War das ein „Elfmeter“; Das war „dunkelgelb“ aber nicht rot!; Was heisst schon unerlaubtes Doping, wenn „alle“ gedopt sind usw.) Wirklich unübersichtlich und nur noch Fachleuten zugänglich wird es dann scheinbar, wenn die Frage nach Fairness im wirtschaftlichen Leben gestellt wird. Wieviel Gehalt steht Managern zu? Wann beginnt die eigentliche Kredittilgung – jenseits des Hochglanzprospektes mit dem hochgestellten Sternchen an der Prozentzahl? Welche Rendite ist ethisch verantwortbar? Das Erntedankfest kann uns dazu bringen, solche Fragen persönlich zu beantworten. Wem verdanke ich eigentlich mein Leben? Hat Gott „Fairständniss“ für die, die nicht Fair behandelt werden? Erntedank stellt auch die Frage: Wie können wir auf faire Art und Weise Zukunft gewinnen? Es ist an vielen Orten der Erde eine große Sehnsucht danach vorhanden, dem Kreis der ständigen Ökonomisierung, des Jagens nach Rendite, der Suche nach dem immer noch billigeren Schnäppchen zu entkommen. Viele leiden unter …