Alle Artikel mit dem Schlagwort: nachdenkliches

Depression ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit.

Telefonseelsorge verzeichnet nach Enke-Suizid mehr Anrufe berichtet das Hamburger Abendblatt. Offenbar setzen Prominente durch ihre Verhaltensweisen Veränderungsprozesse schneller in Gang, als alle Beratungsstellen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit es je zustandebringen würden. Das ist für beide Seiten nicht gerade ermutigend. Promis stehen noch mehr mit ihrem Privatleben unter Beobachtung, gerade wenn sie der Meinung sind, dass ihr „Handicap“, „Schicksal“ es vielen Leidensgenossen mit ihrer Thematisierung leichter machen könnte. Und die Beratungsleute bohren oft jahrelang dicke Bretter, mit oft nur kleinen Erfolgen. Der Spagat zwischen verantwortunsvollem Öffnen und immer größer werdendem Voyorismus bleibt keinem erspart.

Von Trauer und Hoffnung

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Das steht über der Todesanzeige von Robert Enke, neben einem großen Kreuz. Dieser Satz ist nicht vom Apostel Paulus, sondern von V. Havel. Manchmal wünsche ich mir von meiner Kirche, dass sie das Leid nicht nur als überwundenes kennt, sondern als etwas, das bleibt. Die Osterkirche, die den Tod verlacht kann nicht an dem Mann vorbei, der am Kreuz verloren hat. Dieser Mann am Kreuz war kein Gewinner. Er war vielmehr ein Verlierer. Er verlor sogar seinen Glauben. Er war nicht erfolgreich und er meinte nicht, dass sein Land es besser könne. An ihm kann man sehen, was Scheitern ist. Scheitern lernen dagegen können wir nicht. Es wird immer wieder Niederlagen im Leben geben. Hoffentlich keine, an denen wir zerbrechen! Der christliche Glaube kann helfen das Leben mutig und getrost anzugehen. Aber selbst Glaubende können verzweifelt und ohne Hoffnung sein. R. ENKE Die Trauerrede der Bischöfin wurde von vielen Menschen als tröstlich erlebt.

Voltaire und Müntefering

Und das auch noch bei Beckmann. Münte sagte, dass er es eher mit Voltaire als mit der Kirche halte. Dabei sagte der doch mal: „Wenn es Gott nicht gäbe, müsste man ihn erfinden!“. Dazu fällt mir noch Bonhoeffer ein: „Einen Gott, den es ´gibt´, gibt es nicht.“ Wer hätte gedacht, dass es nützlich sein kann Beckmann zu schauen…