Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mut

Kirche WDR2

Wir schaffen das

Der Fahrrad Verkauf über das Kleinanzeigen-Portal im Internet hat bisher immer gut geklappt. Besonders Räder für Kinder und Jugendliche gehen gut weg, schließlich werden sie verhältnismäßig wenig genutzt, denn irgendwann sind die Beine länger geworden, dann muss ein größeres Gerät her. Diesmal hatte ich etwas zu verkaufen. Der Hersteller bewirbt es mit: „Das Fahrrad, das mit wächst.“ Und in der Tat: Es war nicht nur einen Sommer, sondern ganze drei Jahre im Einsatz, dank der pfiffigen Konstruktion. Ein Anrufer meldete sich noch schneller als sonst auf die Anzeige und noch am selben Abend gab es einen Besichtigungstermin. Oma und Opa waren auf der Suche nach einem Geschenk für ihre Enkelin und der Geburtstag war schon morgen! Lange hatten beide gesucht und nicht das passende gefunden, denn das Mädchen war sehr klein für ihr Alter und die meisten Räder passten einfach nicht. Während ich Opa die Technik der Verstellmöglichkeiten erkläre, schaut Oma sich im Flur um. Zugegeben es ist ein großer Flur, wir stehen zu dritt samt Fahrrad drin und können uns auch noch alle um …

#zurückindiezukunft

Ein kleines Gemeindehaus in einem Vorort in Frankfurt. Menschen die sich seit einigen Jahren aus dem Internet kennen treffen sich. Das Thema nennt sich „Kirche und Web“. Praktische Erfahrungen zur Webseitengestaltung und Präsenz in den neuen sozialen Medien werden vorgestellt und diskutiert. Die Form ist neu: Die Teilnehmenden sind Barcamper. Wir schreiben das Jahr 2012. Wäre der Bericht „Kirche im digitalen Wandel“ den die EKD auf ihrer diesjährigen Synode vorgestellt hat, damals bejubelt worden? Vermutlich. Immerhin wäre es ein Anfang gewesen, ein Signal, dass die Fragen, die die Teilnehmenden umtreiben, dringlich sind. Auch wenn damals schon der ein oder die andere bei sich gedacht haben könnte: So richtig verstanden hat man in Hannover nicht wohin die Reise geht, oder man will es nicht, schließlich ist eine „bottom up“ Bewegung immer bedrohlich für Institutionen.Sechs Jahre später hat die EKD erkannt, dass die digitale Büchse der Pandora geöffnet ist und versucht verzweifelt sie zu verschließen oder mitzuspielen, je nachdem auf welcher der 62 Seiten man sich gerade befindet. Sie versucht das mit Mitteln der alten Welt. Das …

Erfolg und Mißerfolg

Auch den Misserfolg loben. Mt.11-25-30

foto: sxc.hu Manchmal ist auch der Mißerfolg zu loben. Dazu gehört Mut. Wenn auch noch Weisheit abgewertet wird und Unmündigkeit als Gewinnerin erscheint, ist allerdings Stirnrunzeln angesagt. Erst recht, wenn die Empfehlung von Jesus selbst gegeben wird. Doch damit nicht genug: Der Evangelist Matthäus mag es gerne noch etwas spezieller. Nach einem kurzen Ausflug in die Gotteslehre (V27) folgt unvermittelt der sog. „Heilandsruf“ V28: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ und die Einladung in der Nachfolge Christi Ruhe zu finden. Dabei kann der Evangelist auch zugespitzter formulieren. Was er eigentlich sagen will ist schon zwanzig Verse vorher zu finden: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet.“ (11, 5) Noch griffiger formuliert das Markusevangelium: „Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.“ (10, 15) Die rettende Gegenwart Gottes in seinem Sohn erschließt sich nicht durch dessen geniales Gottesbewusstsein, sondern durch seine unumstößliche Bereitschaft alles von ihm zu empfangen. Wer empfängt, …

Pfingstsonntag Römer 8, 1-12

„Lasst euch nicht länger einreden, es seien die Zwangslagen in denen ihr steckt, die euch das Leben schwer machen. Seit Jesus Christus auferweckt wurde, hat er auch euch gezeigt, dass nicht alles den Bach runter geht und in der Katastrophe endet. Für euch als Christen gilt, dass ihr dafür nicht belangt werden könnt. Vor Gott nicht und auch nicht vor den Menschen. Denn wenn gilt, dass ihr euch voll und ganz auf Gottes Geist verlassen könnt, werdet ihr für die Gerechtigkeit und das Leben einstehen. Ihr seid nicht allein, sondern eure Geschwister leben aus derselben Zusage. Macht was draus, denn Pfingsten zeigt, dass alle, die sich auf Gott verlassen seine Töchter und Söhne sind. Gottes Geist macht Mut gegen die Angst.“ Falls ihr überprüfen wollt, ob das eine einigermaßen gelungene Paraphrase des Predigttextes für den morgigen Pfingstsonntag ist: http://www.ekir.de/url/3Tp EladeManu via Compfight

Joh.14,15-19 mit Wolfgang Petry

Ein gemischter Chor, 12 Männer und etliche Frauen, sitzt in Jerusalem in einem Hinterzimmer und singt Lieder von Wolfgang Petry. Ein Refrain hat es ihnen besonders angetan. Sie singen ihn immer wieder: „Verlieben verloren vergessen verzeihn verdammt war ich glücklich verdammt bin ich frei ich hatte doch alles alles was zählt aber ohne dich leben – jetzt ist es zu spät.“ Dies war der Anlass für den Evangelisten Johannes im Predigttext für den kommenden Sonntag http://www.ekir.de/url/JYp folgendes zu betonen: „Jesus lässt dich nicht zurück. Kein Grund zum Wehklagen. Nichts ist zu spät. Er ist nicht weg. Er ist hier, bei dir und er hat dir etwas dagelassen: Seine Anwesenheit! Sie tröstet, sie macht Mut, sie lässt leben.“ „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (V.19) – das ist kein Vermächtnis, sondern der Beginn eines Weges, der vertrauensvoll in die Zukunft blickt. Denn in Liebe hat alles begonnen und in ihr endet es auch. Gottes Geist zeigt und diese Wahrheit und macht uns zugleich ihrer gewiss.

Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2010

Da ist die Interkulturelle Woche gerade vorbei und weil sie bereits seit 1975 stattfindet ist sie nur in wenigen Köpfen präsent! Auch in Horst Seehofers Kopf, der genau weiß, wann er welche populistische Tonlage anstimmen muss. Er hält das ganze wahrscheinlich für eine Multi-Kul†i Reliquie der „Grünen“. Angesichts der unerträglichen Angriffe auf die erste (ja nicht wirklich bahnbrechende) Rede des Bundespräsidenten muss ernsthaft an der Regierungsfähigkeit so mancher Wortführer in einer „christlichen“ Partei gefragt werden. Diese sollten das gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche wenigstens zur Kenntnis nehmen, und daraufhin prüfen, ob sie als Richtschnur ihres politischen Handelns wirklich aus dem so oft zitierten „christliche-abendländischen“ „Wertekanon“ schöpfen. Ich habe eher den Verdacht, dass das eine ebenso floskelhafte Redewendung zu sein scheint, wie „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ (neuerdings nur noch „Demokratie“ genannt. Und wenn Minister von „parlamentarischer Demokratie“ reden ist äußerste Aufmerksamkeit geboten: Übersetzt heißt das nämlich: „Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!). Angesichts dieser Umstände ist noch einmal an das Wort zur Interkulturellen Woche zu erinnern: „Die Frage nach der Zukunft bewegt jeden Menschen, nicht …