Alle Artikel mit dem Schlagwort: Medien_welt

Anne Will und Sünde als “Konzept“

Heute war die aktive Sterbehilfe Thema in der Sendung. Gäste waren u.a. Bischof Mixa, Frau Göhring-Eckhard , Oswald Kolle und Roger Kusch. Das versprach eine interessante Debatte. Das erste Wort hatte der katholische Bischof, der in üblich klausulierten Formulierungen und Distinktionen über die Nicht-Möglichkeit des Suizides fabulierte und dabei auch auf “Sünde“ zu sprechen kam. Das allerdings kam bei der Moderatorin inhaltlich überhaupt nicht an, was sie damit zu kaschieren versuchte, dass sie z.B. Oskar Kolle fragte: “Überzeugt sie so ein Konzept von Sünde?“ Das war natürlich eine Steilvorlage. Das bemerkenswerte dabei ist das offenbare Unvermögen kirchlichen Sprechens in die doch immerhin geduldig lauschende Zuhörerschaft. Dabei bietet die Theologie doch einiges an Übersetzungsleistungen des Begriffes an: im Moment könnte vielleicht “Entfremdung“ oder “Hybris“ in die Diskussionn gebracht werden? Oder auch Luthers Rede vom homo incurvatus hätte in das Thema der Sendung gepasst. Punkten konnte immerhin die evangelische Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Die setzte am Ende der Sendung sogar den Egomanen Dr. Kusch matt, als es um sein Honorar für die Ermöglichung des geleiteten Suizides ging. …

Bischöfe bloggen nicht

Diesmal kommt die gewohnte Schelte der Weihnachtspredigerinnen nicht vor, sondern nach dem Fest! Immerhin von einem, der wissen muss, wie brilliant geredet wird. Allerdings wäre schon zu fragen, ob mit der gleichen Argumentation nicht auch die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten enorm viel zur Demokratieverdrossenheit beiträgt! Vielleicht hätte Herr W. Schneider besser daran getan einen Gottesdienst um die Ecke zu besuchen, oder einige Predigtblogs zu bewerten. Mal sehen, nächstes Weihnachten kommt die Leier über die schlechten Predigerinnen ja sowieso wieder….

Der Tod im Nebensatz

Tom Buhrow hatte die undankbare Aufgabe ganz aktuell und improvisiert über das Skiunglück von Ministerpräsident Althaus berichten zu müssen. Dabei unterlief im allerdings ein dicker faux pas: Der Tod der anderen verunglückten Person war ihm einen ganzen Halbsatz wert! So ist das eben für die Presse, wenn man kein Prominenter ist. Ich werde das endgültig zum Anlass nehmen keinen Buhrow mehr zu gucken; der ist mir zu sehr Boulevard (die Sendung am Tag darauf: „Tod auf der Skipiste- wie gefährlich ist Skifahren“. Das kann ich auch in der Bildzeitung lesen!). Allerdings ist auch zu bemerken, dass der die Thüringische Landesregierung einen Vertreter zu Trauerfeier entsendet. Die soviel gescholtenen Politiker haben manchmal doch mehr Anstand als ihnen „angeschrieben“ wird.

Voltaire und Müntefering

Und das auch noch bei Beckmann. Münte sagte, dass er es eher mit Voltaire als mit der Kirche halte. Dabei sagte der doch mal: „Wenn es Gott nicht gäbe, müsste man ihn erfinden!“. Dazu fällt mir noch Bonhoeffer ein: „Einen Gott, den es ´gibt´, gibt es nicht.“ Wer hätte gedacht, dass es nützlich sein kann Beckmann zu schauen…