Alle Artikel mit dem Schlagwort: Madonna

Musik als heilige Messe

Von einem evangelischen Pfarrer ein Plädoyer für den Katholizismus zu erwarten, ist in der Tat zuviel verlangt. Dennoch gibt es hin und wieder die (Sehn-)Sucht nach „greifbarem“ und nicht nach „Wort“, nach „Inszenierung“ und nicht nach „Nüchternheit“. Das in der eignen Konfession zu suchen ist schwierig: Ich erinnere mich während meines Studiums in Leipzig unvorbereitet in einen lutherischen Gottesdienst geraten zu sein. Ich fühlte mich wie in einem Hochamt. Seitdem ich auf die gegenüberliegende Strassenseite zu den reformierten. Da fühlte ich mich merklich wohler! Gleichwohl: In der Pilgermesse in Santiago de Compostella war es schon beeindruckend, obwohl das riesige Weihrauchfass gar nicht durch das Kirchenschiff pfiff. Ob es die körperliche Erschöpfung und (oder) der Umstand war, dass ich nichts von dem spanisch verstand, diese Messe hat bleiben Eindruck hinterlassen. Wenn mich mal wieder dieses „Compostella-Gefühl“ überkam, ging ich aber nicht in den Dom, sondern legte meine persönliche „best of U2“ CD auf. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Auf Bonos „Gejammer“ folgte Kindergejammer, und wenn „Kindermusik“ Zukunftsmusik ist, …

Titanic Cover zur Mißbrauchsdebatte

So schnell bin ich in meinem religiösen Empfinden nicht zu erschüttern. Vor zwanzig Jahren hab ich öfter das Magazin gekauft. Über gekreuzigte Frösche und „Madonna“ als Gekreuzigte habe ich vor einigen Monaten hier schon geschrieben, ohne die Aktionen als blasphemisch zu verbannen. Das aktuelle Titanic Cover geht (selbst) mir allerdings einen Schritt zu weit. Die „spritzende“ Wunde ist das Tüpfelchen auf dem „i“, das die ganze Karrikatur als-gar-nicht-mehr-zum-Schmunzeln erscheinen lässt. Ich empfinde das auch als einen Schlag in das Gesicht der Missbrauchs Opfer! Bei facebook sollte man dieser Gruppe beitreten. Und der anderen, damit man weiß, was die denken.

Der gekreuzigte Frosch

Wenn man richtig provozieren will muss das Kreuz als christliches Symbol herhalten. Neuerdings macht ein gekreuzigter Frosch von sich reden. Der kann sich rühmen, dass auch Madonna in die heftige Kritik geraten ist, als sie sich 2006 in ihrer „Confessions“ Show als Gekreuzigte inszenierte. Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Viel schlimmer wäre es, wenn das Kreuz nicht mehr von der Kunst als Zeichen (Signum, Symbol, Index) benutzt würde. Gerade der Gebrauch (Praxis) zeigt, dass „es“ (noch!) funktioniert. Darüber sollte „die Kirche“ sich eigentlich (noch) freuen. Dass diese Freude vielleicht nicht mehr lange Bestand hat ist am europäischen Rechtshimmel abzusehen. Jan Pehrke hat dazu einen gut recherchierten Artikel geschrieben. Allerdings bleibt zu bedenken, ob das „abhängen“ von Kreuzen wirklich weiterführt. Viel interessanter ist doch die Frage, was stattdessen „aufgehängt“ werden soll. Eine Deutschland-Flagge z.B. wäre ebenso mißverständlich wie ein Kreuz. Welcher Bezugsrahmen in einer modernen, freien, demokratischen und multi-religiösen gilt, ist vielleicht noch auszumachen. Womit/Wodurch er sich aber „abbilden“ oder „symbolisieren“ lässt, ist fraglich. Nur eins ist sicher: Ohne Symbole wird es nicht gehen.