Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leben

„Ewiges Leben“ – ein Erklärungsnotstand

Schnelle und einfache Antworten sind gefragt, besonders dann, wenn es kompliziert zugeht. Da mag man dem Predigttext aus dem 1.Johannes Brief mit Nachsicht begegnen, immerhin versucht er sich in der Beantwortung der Frage, wie sich Gottes Ewigkeit zu unserem Leben verhält. Da wir unser Leben nicht ohne das Vergehen von Zeit betrachten können, kommt eine Rede vom „ewigen Leben“ in Erklärungsnot. Was für die Rede von Gott als unverzichtbar erscheint, wird in der Übertragung auf den Menschen unvereinbar: Gott ist ewig, wir sind endlich. Gott ist im Himmel, der Mensch auf Erden. Hätten wir nicht gerade noch die Weihnachtsbotschaft im Ohr, dass Gott Mensch wird, würden wir dem vorbehaltlos zustimmen. So aber hören wir, dass Zeit und Ewigkeit einander nicht ablösen und auch nicht auseinander fallen. Wir hören es als Verheißung, die sich erfüllt hat und die sich im Glauben als wahr erschließt. Der Ort eines „ewigen Lebens“ ist darum dort, wo sich Bindung an den Mensch gewordenen Gott ereignet. Wer schnell und einfach antworten will, sagt dann auch Sätze wie: „Wer den Sohn hat, der hat …

Religion, Privatsache? Joh. 15,26

Photo Credit: nchenga via Compfight cc „Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen Bundeskanzlern. Weniger indes von Kanzeln. Woran liegt das? Zweifelsfrei am morgigen Sonntag! Denn der Predigttext bereitet gewissermaßen vor, dass des Evangelium nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern hinaus in die Welt soll: „Ich werde euch den Tröster senden, den Heiligen Geist, der Zeugnis geben wird von mir, aber auch ihr sollt meine Zeugen sein“. Joh.15,26 Hier werden persönliche Glaubensgewißheit und öffentliche Verkündigung als ineinander verschränkt und aneinander gekoppelt, verstanden. Die persönliche Überzeugung bleibt nicht privat. Was es mit Leben und Tod, Liebe und Hoffnung, Schuld und Verzweiflung auf sich hat, kann man nicht mit sich selbst ausmachen. Denn auch der „Tröster“ ist nicht individueller Besitz, sondern kollektives Geschenk. Mehr davon an Pfingsten, dem Tag der Abschaffung der Privatsache. Auch auf Facebook zu lesen 🙂 : Periskop über Joh.15,26-16,4 am 17.5.2015 (Exaudi)„Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen… Posted by Evangelische Kirche im Rheinland on Samstag, 16. Mai 2015

verborgene Wahrheit

Verborgene Wahrheit nach Joh. 12

Photo Credit: Daquella manera via Compfight cc Mit biologischer Exaktheit ist dem morgigen Predigttext nicht beizukommen. Mit historischer Genauigkeit hat es das Johannes Evangelium auch nicht so. Dennoch geht es um eine Zentralstelle in der christlichen Verkündigung: Es geht um Leben und Tod. Genauer: Es geht um den Tod des einen, der Leben für die vielen verwirklicht hat. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Interessant ist auch die Umehrung des Bildes zu Ende zu denken: Würde das Korn nicht in die Erde fallen, bliebe es allein, wäre auch ohne Bedeutung für die anderen. Letztlich wäre es vollkommen vergeblich ein Wort über dieses Korn zu verlieren. Indem es aber fällt und stirbt, gewinnt es seine Bedeutung. Nicht für sich, sondern für uns.Martin Luther hat das, was gar nicht lustig klingt, den „fröhlichen Wechsel“ genannt: Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Was nach verbogener Wahrheit …

Joh.14,15-19 mit Wolfgang Petry

Ein gemischter Chor, 12 Männer und etliche Frauen, sitzt in Jerusalem in einem Hinterzimmer und singt Lieder von Wolfgang Petry. Ein Refrain hat es ihnen besonders angetan. Sie singen ihn immer wieder: „Verlieben verloren vergessen verzeihn verdammt war ich glücklich verdammt bin ich frei ich hatte doch alles alles was zählt aber ohne dich leben – jetzt ist es zu spät.“ Dies war der Anlass für den Evangelisten Johannes im Predigttext für den kommenden Sonntag http://www.ekir.de/url/JYp folgendes zu betonen: „Jesus lässt dich nicht zurück. Kein Grund zum Wehklagen. Nichts ist zu spät. Er ist nicht weg. Er ist hier, bei dir und er hat dir etwas dagelassen: Seine Anwesenheit! Sie tröstet, sie macht Mut, sie lässt leben.“ „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (V.19) – das ist kein Vermächtnis, sondern der Beginn eines Weges, der vertrauensvoll in die Zukunft blickt. Denn in Liebe hat alles begonnen und in ihr endet es auch. Gottes Geist zeigt und diese Wahrheit und macht uns zugleich ihrer gewiss.

Predigt Ostersonntag Mt.28 „Er ist nicht hier“

Sie gehen los an diesem ersten Ostermorgen, wie an Allerheiligen, wenn wir die Gräber unserer Toten besuchen. (Mathäus 28,1-10) Da ist keine Freude im Herzen und Leichtigkeit im Schritt. Da ist vielmehr immer noch Trauer. In diese Trauer hinein: Ein Erdbeben, ein Blitz, ein gleißendes Licht. Wie schneeblind stehen sie da. Und auch die Wachen, die man aufgestellt hatte erschraken. Sie erschraken so sehr „als wären sie tot“. Da ist es wieder dieses Wort, das an dem Ostermorgen doch eigentlich keinen Platz mehr haben sollte, das aber dennoch die Anfangsszene bestimmt. Der Tod bekommt am Beginn der Ostergeschichte noch seinen großen Auftrtitt. Er wird nicht ausgeblendet. Es hat den Anschein, dass er sich mit seiner Macht und Dominanz noch einmal von seiner mächtigen Seite zeigen darf. Nein der Tod ist ganz gewiss nicht klein. Er kann zwar kleingeredet oder kleingeschwiegen werden, das lässt ihn aber ganz gewiss nicht weniger mächtig auftreten. So gesehen bringt das Evangelium ihn, de letzten Feind, von Anbeginn der Ostergeschichte an zunächst nicht als überwundenen, sondern zunächst als sehr wirkmächtigen vor …

Tote am Leben

Wieder einmal wird von einer für tot erklärten Frau berichtet. Ich muss bei solchen Berichten immer an Ostern denken. Daher „springen sie mich wohl an“, wie hier und hier.