Alle Artikel mit dem Schlagwort: Landessynode

Die Angst der rheinischen Parochie

Kaum fordert der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland (ekir.de) ergänzende Angebote zu parochialem Handeln, setzt reflexartig die Ermahnung ein nur ja die Ortskirchengemeinde nicht zu vergessen, wie „langweilig und durchschnittlich sie auch sein mag.“ (Zitat des Synodalen im unteren Tweet) Und das, obwohl Rekowski mehrfach in seinem Bericht betont, wie wichtig der Kontext vor Ort sei und wie wenig Notwendigkeit er von Seiten der Kirchenleitung in Düsseldorf sehe zentralistisch einzugreifen. Auch auf der Ebene darunter (Kreissynode) verhält es sich nicht anders. Aus Sicht der Ortskirchengemeinde ist alles verdächtig, was jenseits des eigenen Kirchturms institutionell etabliert werden soll. Angesichts des sich wiederholenden rheinischen Rituals kann sich schon die Frage stellen, ob die presbyteriale-synodale Ordnung unserer Kirche wirklich eine gute Ordnung ist. Präses Manfred Rekowski hat in seinem Bericht auf der Landesynode 2017 in Bad-Neuenahr von einer „ziemlich“ guten Ordnung gesprochen. Diese Ordnung sei deswegen „ziemlich gut“, weil wir uns „gemeinsam bewegen lassen und darauf vertrauen, dass Gottes Geist wirkt und so die Kirche und die Welt verändert.“ Auf dem Weg der Veränderung nennt der Präses …

Je höher ein Amt ist, in dem jemand steht, um so mehr und schwerer sündigt er.

An diesem Luther Zitat zum Einführungsgottesdienst von Superintendent Mathias Mölleken, hatte der Präses der rheinischen Kirche Pfarrer Manfred Rekowski sichtbar gefallen. Und nicht nur er, deswegen dieser Blogbeitrag 😉 Wir denken, dass dieses Wort auch auf der morgen beginnenden Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland (ekir) in der Kurstadt Bad Neuenahr zur „Anwendung“ kommen wird. Die vorläufige Tagesordnung und die Drucksachen zur Synode, findet ihr übrigens hier. Und die Tischreden Luthers gib es auch online. Falls ihr weiteres Interesse an einprägsamen Lutherzitaten haben, gefällt euch vielleicht dieses kleine Quiz.

Evangelische Kirche im Rheinland

Sondersynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Hilden

„Die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, wird am 23. November 2013 in außerordentlicher Sitzung tagen. Thema der Sondersynode sind strukturelle Veränderungen auf der landeskirchlichen Ebene bis zum Jahr 2018. Aus Sicht der Kirchenleitung muss auf landeskirchlicher Ebene in kürzerer Zeit als zuvor gedacht mehr eingespart werden. Konkreter: Bis 2018 sollen im Haushalt der Landeskirche 35 Prozent eingespart werden. Das entspricht rund 20 Millionen Euro.“ Quelle: ekir.de Die Landessynode kann im Livestream verfolgt werden. Tagesordnung und Dokumente sind unter ekir.de abrufbar. Wer von der Synode oder darüber wittern will benutze den Hashtag #aols13 Auf Facebook kann man in einer Gruppe mit diskutieren.

Präsesbericht auf der Landessynode 2012

Der Bericht von Präses Nikolaus Schneider auf der Landessynode 2012 in Bad Neuenahr, liegt m.W. erstmals auch in einer kurzen Zusammenfassung vor. Eine Kurzfassung im PDF-Format findet sich hier. Den ausführlichen Bericht gibt es in dem gleichen Format hier. Auch wenn es einigen einfach erscheint so früh Kritik daran zu üben, was der Präses alles nicht gesagt hat: Ich finde es bedauerlich, dass das Thema einer Digitalisierung der Gesellschaft mit keiner Silbe erwähnt wird. Dafür gibt es allerdings einen Werbeblock für die „Wallfahrt zu Heiligen Rock“ nach Trier 🙁

Synkretismus und Inkulturation (in) der Kirche?

Angeregt durch den heutigen Artikel auf evangelisch.de stellt sich mir die Frage nach dem Verhältnis von Synkretismus und Inkulturation. Mir fiel ein Artikel (Papier!) in die Hand -zugegeben nach etwas längerem Suchen-, der in der Zeitschrift „Evangelisiche Theologie“ 1992 erschien mit dem Titel: „Inkulturation und Synkretismus“ (EvTh 52, 1992). Der Missionswissenschaftler Theo Sundermeier überrascht zunächst damit, dass nicht das Christentum Subjekt der Inkulturation ist, sondern das Evangelium, also die Botschaft selbst. Er erinnert an Phil2,6f wo es von Christus heißt, dieser hielt es nicht für einen Raub Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an. So gehe also das Wort Gottes in die Kulturen ein. Die Kirche werde also mitgenommen auf diesen Weg und lerne immer neu das Wirken des Geistes kennen. Das führe auch neuen theologischen Pfaden und zu neuen Formen der Spiritualität. Einen gesicherten Glauben gebe es demnach nicht und jeder Gläubige bleibe in diesem Prozess nie so, wie er vorher war. „Er erkennt die kulturelle Begrenzung seines bisherigen Wissens um Gott und lässt sich verändern.“ Auch das Evangelium …

Rheinische Kirche ist gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken

Da werdet ihr euch nicht wundern, dass das eine Meldung nach meinem Geschmack ist, die ich wirklich außerordentlich gerne hier wiedergebe. Obwohl ich sonst keine Pressemitteilungen einfach weiterverbreite. Aber hier mache ich mal eine Ausnahme! Nach Auffassung des obersten Leitungsgremiums der rheinischen Kirche ist die Laufzeitverlängerung „unverantwortlich gegenüber den kommenden Generationen“. Zugleich beschloss die Synode die Erarbeitung von Kernpunkten eines nachhaltigen Energiekonzepts. Diese sollen dann in die politische Diskussion eingebracht werden. Der Beschluss fand seine Mehrheit bei zehn Gegenstimmen und einigen Enthaltungen. Bereits in seinem Bericht hatte der rheinische Präses Nikolaus Schneider am Montag unterstrichen, dass solche kirchlichen Stellungnahmen zu politischen Fragen aus der theologischen Erkenntnis heraus geschehe, dass das Evangelium auch die Welt gestalten will. Die theologisch-ethischen Gesichtspunkte seien aber auch dem jeweiligen Sachgebiet gegenüber angemessen zu verantworten. „Deshalb mahnen wir, dass politische Entscheidungen von heute in Verantwortung für die nachfolgenden Generationen getroffen werden. Deshalb fordern wir von der Wirtschaft, dass bei allen Planungen und Entscheidungen das Gemeinwohl genauso zu achten ist wie berechtigte Renditeinteressen der Unternehmen. Deshalb bleibt unsere ablehnende Haltung gegenüber der …

Prof. Dr. Gotthard Fermor auf der Landessynode der ekir 2011

Der heutige Vortrag von dem Direktor des Pädagogisch-Theologischen Institutes Gotthard Fermor auf der Landessynode der rheinischen Kirche ist nach meinem Empfinden wegweisender als das, was ich gestern kommentieren wollte. Unter dem Titel „Kirchliche Berufe-der eine Dienst und die vielen Ämter“ gibt es nicht weniger als eine handfeste Diagnose kirchlichen Handelns und schlaglichtartige Therapie Empfehlungen. Hier einige Auszüge: Den gesamten Vortrag findet ihr auf der ekir.de/landessynode Seite 1. Kirchlichen und gesellschaftlichen Wandel wahrnehmen Kirchliche Berufe, die es nur multiprofessionell geben kann, antworten auf den Ruf Christi zum Dienst, sowie auf die „Rufe“, die sich aus den Analysen gesellschaftlicher wie kirchlicher Praxis ergeben. Letztere unterliegen als geschichtliche Größen ständigen Veränderungen. Nur in der Wahrnehmung, Deutung und Gestaltung dieser Veränderungen können kirchliche Berufe die Kommunikation des Evangeliums heute verantwortlich gestalten. Die Ausdifferenzierung kirchlicher Berufe in modernen Gesellschaften entspricht der Ausdifferenzierung dieser sich verändernden Handlungsanforderungen. Instrumente der Wahrnehmung und Deutung sind seit den 70er Jahren die umfangreichen Mitgliedschaftsstudien der ev. und kath. Kirche. Sie geben Auskunft über die enorme Pluralität religiöser Vorstellungen innerhalb der eigenen Mitgliedschaftsmilieus – vgl. aktuell …