Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kreuz

Von Trauer und Hoffnung

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Das steht über der Todesanzeige von Robert Enke, neben einem großen Kreuz. Dieser Satz ist nicht vom Apostel Paulus, sondern von V. Havel. Manchmal wünsche ich mir von meiner Kirche, dass sie das Leid nicht nur als überwundenes kennt, sondern als etwas, das bleibt. Die Osterkirche, die den Tod verlacht kann nicht an dem Mann vorbei, der am Kreuz verloren hat. Dieser Mann am Kreuz war kein Gewinner. Er war vielmehr ein Verlierer. Er verlor sogar seinen Glauben. Er war nicht erfolgreich und er meinte nicht, dass sein Land es besser könne. An ihm kann man sehen, was Scheitern ist. Scheitern lernen dagegen können wir nicht. Es wird immer wieder Niederlagen im Leben geben. Hoffentlich keine, an denen wir zerbrechen! Der christliche Glaube kann helfen das Leben mutig und getrost anzugehen. Aber selbst Glaubende können verzweifelt und ohne Hoffnung sein. R. ENKE Die Trauerrede der Bischöfin wurde von vielen Menschen als tröstlich erlebt.

Karfreitag. Schluss, Ende, Aus. Johannes 19

Abschiedsszenen sind in der Regel schwierige Szenen. Das gilt nicht nur für Regisseure. Das gilt nicht nur im Film. Im richtigen Leben ist es meist noch schlimmer. Kein Bahnsteig, keine in die Nacht verschwindenden Rücklichter eines Zuges. Kein Flughafen, kein Abheben und davon fliegen zu einem neuen Leben. Stattdessen: Wohnungstüren, Krankenhausbetten, Friedhöfe, Leichenwagen. Unsere Abschiede sind nicht glamourös, dafür meist schmerzlicher: -Auch eine SMS mit dem Inhalt: „Schluss, Ende, Aus“ kann überaus schmerzlich sein, zerrinnen doch Träume, Hoffnungen, Lebenspläne in Sekunden. -„Ich kann nicht mehr mit dir leben, die Kinder bleiben bei mir“, das ist gar nicht so selten das schmerzliche Ende dessen, was vor Zeiten noch mit „ich will dich lieben und ehren“… begann. -Dann, wenn es zum letzten Abschied geht, fehlen erstaunlicher Weise keine Worte. Im Gegenteil: Viele Worte werden gemacht: „Das wird schon wieder, wenn du erst mal wieder zu Hause bist. Kopf hoch!“ Dabei ist nichts mit „Kopf- hoch-es-wird-schon-wieder“. Es wird eben gar nichts, außer es wird alles nur noch schlimmer, weil der Tod kommt und mit ihm das Ende all unserer menschlichen Möglichkeiten. Der Tod als …

Der gekreuzigte Frosch

Wenn man richtig provozieren will muss das Kreuz als christliches Symbol herhalten. Neuerdings macht ein gekreuzigter Frosch von sich reden. Der kann sich rühmen, dass auch Madonna in die heftige Kritik geraten ist, als sie sich 2006 in ihrer „Confessions“ Show als Gekreuzigte inszenierte. Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Viel schlimmer wäre es, wenn das Kreuz nicht mehr von der Kunst als Zeichen (Signum, Symbol, Index) benutzt würde. Gerade der Gebrauch (Praxis) zeigt, dass „es“ (noch!) funktioniert. Darüber sollte „die Kirche“ sich eigentlich (noch) freuen. Dass diese Freude vielleicht nicht mehr lange Bestand hat ist am europäischen Rechtshimmel abzusehen. Jan Pehrke hat dazu einen gut recherchierten Artikel geschrieben. Allerdings bleibt zu bedenken, ob das „abhängen“ von Kreuzen wirklich weiterführt. Viel interessanter ist doch die Frage, was stattdessen „aufgehängt“ werden soll. Eine Deutschland-Flagge z.B. wäre ebenso mißverständlich wie ein Kreuz. Welcher Bezugsrahmen in einer modernen, freien, demokratischen und multi-religiösen gilt, ist vielleicht noch auszumachen. Womit/Wodurch er sich aber „abbilden“ oder „symbolisieren“ lässt, ist fraglich. Nur eins ist sicher: Ohne Symbole wird es nicht gehen.