Alle Artikel mit dem Schlagwort: kommunikation

Muss „Digitalität“ in Kirche ein Thema sein?

Der Journalist Hannes Leitlein hat  mit einem Artikel in C&W ein beachtliches Echo hervorgerufen, das unter #digitalekirche vor allem auf Twitter immer mal wieder anzutreffen ist, besonders wenn Interessierte und Versierte auf Tagungen oder Barcamps zusammen kommen. Neueinsteiger ins Thema sind oft irritiert, da die Bandbreite dessen, was dort diskutiert wird sehr groß ist. Manchmal geht es dort sehr technik-lastig zu: Jemand beschreibt, wie er einen eigenen Chatserver betreibt, um vom verhassten Whatsapp loszukommen und verweist gleichzeitig auf die von einer Landeskirche betriebene Kalender- und Terminanwendung, die sich hinter einem Portal verbirgt zu dem der Zugang nur mit einer bestimmten Mailadresse zugänglich ist. Es werden Empfehlungen zu 360° Kameras ausgetauscht, Anleitungen zum Bau von 3D-Druckern erstellt und Erfahrungen mit Live-Streaming Diensten geteilt. Auch sehr beliebt sind Tipps zum Umgang mit DSGVO, dem kirchlichen Datenschutzgesetz oder dem IT-Sicherheitsgesetz, denn auch die Bedingungen von „Online-Seelsorge“ wollen bedacht werden. Hin und wieder geht es auch im „Verkündigung“ in den sozialen Medien, überraschender Weise unter der Fragestellung, dass Kirche den Menschen auch dort das Evangelium „schuldig“ sei und die …

Kontakt!

Wir sitzen nach dem Handballturnier im Schnellrestaurant. Sieben Köpfe sind nach vorne geneigt, (jeder blickt auf sein Handy) Die linke Hand fingert nach etwas Essbarem, während der Daumen der Rechten unablässig tippt. Plötzlich hebt sich ein Kopf, dreht sich und sagt zu seinem Nachbarn: „Hast du meine Nachricht gelesen?“ Als Antwort kommt nur ein müdes „Mhm“, freilich ohne den Kopf zu heben. Es wird weiter getippt und gegessen, keiner findet etwas seltsam an dieser Szenerie. Kein Wunder, es sind Teenager, denke ich und will gerade meinen Laptop aufklappen, da höre ich: „Ernsthaftjetzt, Papa? Voll peinlich!“ „Ach, ja? Aber eure Metakommunikation ist nichtpeinlich oder was!“, entfährt es mir. Plötzlich sind alle Köpfe oben und wir mittendrin in einer Diskussion, was geht, und was nicht in einem Restaurant mit freiem WLAN. Um es kurz zu machen: In der Bewertung sind wir zu keinem gemeinsamen Ergebnis gekommen, da bleibt der Generations- Unterschied als technische und kulturelle Differenz bestehen. Aber das Gespräch darüber, was das Handy so mit uns macht, war aufschlussreich: Es geht gar nicht so sehr um den …

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg aus Facebook?

Photo Credit: Visual Content Flickr via Compfight cc Stichworte zum #bckirche am 24.9.2016 in Köln: Werbung, Tracking, Targeting -Sind notwendig, weil wir nicht mit Geld, sondern mit Daten bezahlen wollen. -Sind bequem, weil wir Angebote, Nachrichten, Trends gerne personalisiert nutzen. Tracking findet auch dann statt, wenn man nicht eingeloggt ist. -Daher sollte man einen Browser nur für Facebook „reservieren“ und einen anderen für „normales“ Surf-Verhalten nutzen. Das ist unkomfortabel, aber zweckmäßig. -Die Weitergabe der Mobilfunknummer durch Whatsapp an Facebook ist mehr als eine AGB Änderung. -Firmen werden in die Lage versetzt eindeutig personalisierte Werbebotschaften abzusetzen. -Das gilt folglich auch für das Targeting auf Fremdwebseiten. -Mobilfunkanbieter wollen ebenfalls am Datenbusiness teilnehmen und z.B. Standortdaten verkaufen(z.B. Telefonica). -Zusätzlich werden Mobilfunkdaten mit soziodemographischen Daten angereichert (z.B. Zeotap) . Ergebnis: Beim Gang durch die Fußgängerzone werden in Zukunft keine Rabatt-Anzeigen mehr zu sehen sein, stattdessen Push-Nachrichten auf das Handy mit Produkten, die uns Kunden garantiert interessieren und die wir eher zu kaufen bereit sind. Die offene Kommunikation im Internet ist bedroht, weil es unmöglich geworden ist sich anonym/pseudonym im …

Predigt zur Konfirmation Jes.40,31

Kommunikation ist nicht immer einfach. Das weiß jeder mit dem Familienleben vertrauter Zeitgenosse. Also auch Sie, die Sie heute in diese Kirche gekommen sind. Kommunikation ist nicht immer einfach, obwohl uns doch immer mehr Kommunikationsmittel in Form von Digitalen Anwendungen zur Verfügung stehen. Diese kleinen Helferlein haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie geben regelmäßig Töne von sich.Als Papa reagiere ich darauf oft gereizt. Ein Gegenmittel dazu ist die Verwendung eines Kopfhörers. Das hat den Vorteil, dass die Töne aus dem gerät nicht mehr nach außen dringen, hat aber den entscheidenden Nachteil, das die Kopfhörer tragende Person –meist eines der Kinder- auch nicht mehr ansprechbar ist. Auch das führt wiederum zu Gereiztheit meinerseits. Vielleicht kennen Sie das aber auch aus eigener Anschauung. Wir merken: Gelingende Kommunikation ist schwer. Oft erscheint sie geradezu unmöglich. Diese Erfahrung allerdings ist keine Erkenntnis der Neuzeit. Die Bibel ist voll von Geschichten, die erzählen wie schwierig es ist sich zu verstehen. Noch schwieriger ist es, wenn es um die Kommunikation zwischen den Menschen und Gott geht. In der zurückliegenden Zeit des …

EKD Synode 2014, 6.-12. November Dresden

Die kommende Synode der EKD vom 6.-12. November in Dresden ist für so manchen jetzt schon ein voller Erfolg. Denn das Schwerpunktthema „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ hat den einen oder die andere beflügelt, sich erstmals mit dem Thema eingehend zu befassen. Der Jugenddelegation, der es im letzten Jahr -quasi über Nacht- gelang das Thema auf die Agenda zu setzen, sollte zu Beginn der Synode ein großer Dank ausgesprochen werden. Zu denen, die sich erstmals gründlicher mit der Thematik befassten, gehört auch der Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. Bisher gehörte er immer zu den schärfsten Kritikern der sog. „sozialen Medien“, denn dort herrsche ein „menschenverachtender Shitstorm“, der mit der Kommunikation des Evangeliums nicht vereinbar sein. Folgerichtig schloss er seinen Facebook Account und empfahl statt dessen „echte“ Kommunikation statt „virtueller“, „reale“ Freunde, statt „Facebook Freunde“. Offenbar hat der Bischof vor kurzem ein Damaskuserlebnis gehabt, denn auf evangelisch.de erschien kürzlich ein Artikel, der eine deutlich differenzierte Betrachtungsweise bietet. Zwar fallen immer noch die Worte „Shitstorm“, „Cybermobbing“ und auch Datenschutz rechtliche Bedenken werden angeführt, …