Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kirchentag 2017

Kirchentage können weg.

Der Kulleraugen #dekt2017 sollte eine der letzten Veranstaltung dieser Art gewesen sein, er ist wenig zeitgemäß. Wären es nur singende U-Bahnen oder lustige Schals, hätte der Protestantismus kein ernsthaftes Problem. Der Bedeutungsverlust ist allerdings massiver als vielfach wahrgenommen. Dass die Veranstalter das anders sehen, zeigt wie groß der Graben zur Wahrnehmung der Gesellschaftlichen Realität geworden ist. Eine Bühne vor dem Reichstag, Merkel und Obama als Gäste des Kirchentages auf allen bedeutenden Titelblättern deutscher Tageszeitungen, das alles täuscht darüber hinweg, dass sich der Großteil der Bevölkerung für eine kirchliche Großveranstaltung ähnlich stark interessiert, wie für den sonntägliche Gottesdienst in der Kirche um die Ecke. Gut zu beobachten war das bei den sogenannten „Kirchentagen auf dem Weg“, die, man muss das leider so hart sagen, ein Flop waren. Das Format Kirchentag funktioniert nur noch, weil sich öffentliche Hand und Volkskirche in ihrer jeweiligen gegenseitigen Positionsbestimmung einig sind und der Kirchentag sich als „wir_sagen_euch_jetzt _mal _wo_der_Hammer _hängt_Institution“ gefällt. Wobei „Euch“ entweder Politik oder Kirche sein kann; wenn man es besonders deftig mag, auch mal beide zugleich. So etwas …