Alle Artikel mit dem Schlagwort: katholisch

„Pfarrer geben Auskunft“

Wer eine Pfarrerin oder eine Pfarrer sucht, um eine Auskunft -etwa zu einer Taufe oder Trauung- zu erhalten, ist bei der zuständigen Kirchengemeinde vor Ort sicher an der richtigen Adresse. Verläuft die Auskunft nicht zufriedenstellend oder ist die Antwort lieblos, wendet man sich heute natürlich an die Suchmaschine seiner Wahl. Als ich einen Anruf aus 400 km bekam, war ich doch sehr überrascht. In der Tat war die Problemlage bei der genannten Amtshandlung vielschichtig. Auf die Frage, wie denn der Weg zu meiner Telefonnummer zu Stande gekommen sei, wurde geantwortet: „Ich habe ‚Pfarrer Auskunft‘ in google eingegeben.“ In der Tat führt die (ausgeloggte!) Suche zu einer sehr merkwürdigen „Restseite“ eines alten Internetauftritts von http://www.meckenheim-evangelisch.de Das ist unschön. Nicht etwa, weil das Design des PDF schon zu Erstellungszeit gewöhnungsbedürftig war, sondern vielmehr, weil die Suchbegriffe nicht zu einer wirklich tauglichen Auskunftsstelle der evangelischen bzw. katholischen Kirche führen. Für alle, die nach Informationen suchen, die bei den Kirchengemeinden vor Ort nicht zu bekommen sind, bietet sich an, entweder bei http://www.katholisch.de/ oder bei http://www.ekd.de nachzuschauen. Und wer überhaupt …

Eva Müller über evangelische Kindertagesstätten

Die WDR Redakteurin Eva Müller ist, wenn es um das Thema Finanzierung von Kindertagesstätten geht, stets eine gefragte Interviewpartnerin. So auch in diesem Artikel „Konfessionsgebundene Einrichtungen: Der Glaube zählt, der Staat zahlt“ im WDR. Dort wird sie nicht müde diese Botschaft unter das Volk zu bringen. Leider ist die Autorin in ihrer Recherche nicht genau genug. Schon mit einer einzigen Suchanfrage bei Google lassen sich Sätze wie: „Allerdings darf auch in einem evangelischen Kindergarten niemand arbeiten, der nicht getauft oder Moslem ist“ (ebd.) widerlegen. Ohne Mühe stößt man dabei auf Meldungen wie diese auf evangelisch.de oder aus einer anderen Landeskirche ekir.de

Ökumenisches Logo in Reichweite -mehr aber gewiss nicht!

Logo Debatten sind langwierig und schwierig. Das weiß jeder, der schon einmal in Sitzungen saß in denen entschieden werden sollte, welcher Vorschlag nun angenommen und welcher verworfen wird. In der Kirche wird die Grundsatz Diskussion  darüber geführt, ob bzw. wie das Symbol des Kreuzes in einem Logo aufgenommen werden soll. Nun ist die Evangelische Kirche im Rheinland (ekir) vor einigen Jahren auf die Idee gekommen ein einfaches Kreuz zu wählen, allerdings erst eines, dass sich erst auf den zweiten Blick zu erkennen gibt. Manchem erscheint bis heute kein Kreuz vor Augen. Und man darf annehmen, dass genau dieser Kompromiss zu der Entscheidung geführt hat. Erstaunlicher Weise hat sich die Katholische Kirche im Kanton Zürich ein ganz ähnliches Logo gegeben.Damit allerdings dürften die Gemeinsamkeiten dann aber schon erschöpft sein. Jedenfalls, wenn man sich die jüngsten Äußerungen des sommerlichen Papst-Interviews anschaut. Den netten Kondom-Aufmacher mal beiseite gelassen, offenbart sich der Graben zwischen katholischer und evangelischer Auffassung von dem was „christlich“ genannt zu werden verdient als dermaßen gewaltig, dass es mir sehr fragwürdig erscheint, wie über diesen Graben …

Intentionsfreie Gottesdienste

Hin und wieder ist die babylonische Sprachverwirrung in der Kirche perfekt. Würde sich ein Kandidat der evangelischen Theologie in dem Prüfungsfach Homiletik für „Intentionsfreie“ Gottesdienste aussprechen, hätte er ernsthafte Probleme sein Examen zu bestehen. In der römisch-katholischen Kirche dagegen gehört die Aufforderung zu solchen Gottesdiensten scheinbar zu den kirchenleitenden Aufgaben, wie folgendes Dokument zeigt: Für weitere Informationen was „Intention“ in römischer Diktion bedeutet empfiehlt sich ein Artikel auf credobox. Dort kann man dann auch noch etwas über „Binationen“ und „Applikationen“ lernen. Eine App für Applikationen habe ich bisher noch nicht gefunden…

Über Unverständnis für das Religiöse an sich…

… hat Malte Lehming einen ansehnlichen Kommentar im Tagesspiegel geschrieben, der an dieser Stelle empfohlen sei: Die Debatte über den Islam, von Thilo Sarrazin entfacht und den Fehlinterpreten der Rede von Christian Wulff befeuert, wird ahistorisch geführt, aufs Nationale verengt, und sie zeugt von Unverständnis fürs Religiöse an sich. Ein Kommentar. Die drei zentralen Vorwürfe lauten, Muslime würden, erstens, das religiöse Recht, die Scharia, über das weltliche Recht stellen; zweitens sei der Islam mehr als eine Religion, er mache Politik und positioniere sich weltanschaulich; drittens sei er antiemanzipatorisch und homophob. Alle diese Vorwürfe haben einen richtigen Kern. Aber nichts an ihnen ist exklusiv islamisch. Zumindest die ersten beiden berühren das Wesen von Religion überhaupt.

Musik als heilige Messe

Von einem evangelischen Pfarrer ein Plädoyer für den Katholizismus zu erwarten, ist in der Tat zuviel verlangt. Dennoch gibt es hin und wieder die (Sehn-)Sucht nach „greifbarem“ und nicht nach „Wort“, nach „Inszenierung“ und nicht nach „Nüchternheit“. Das in der eignen Konfession zu suchen ist schwierig: Ich erinnere mich während meines Studiums in Leipzig unvorbereitet in einen lutherischen Gottesdienst geraten zu sein. Ich fühlte mich wie in einem Hochamt. Seitdem ich auf die gegenüberliegende Strassenseite zu den reformierten. Da fühlte ich mich merklich wohler! Gleichwohl: In der Pilgermesse in Santiago de Compostella war es schon beeindruckend, obwohl das riesige Weihrauchfass gar nicht durch das Kirchenschiff pfiff. Ob es die körperliche Erschöpfung und (oder) der Umstand war, dass ich nichts von dem spanisch verstand, diese Messe hat bleiben Eindruck hinterlassen. Wenn mich mal wieder dieses „Compostella-Gefühl“ überkam, ging ich aber nicht in den Dom, sondern legte meine persönliche „best of U2“ CD auf. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Auf Bonos „Gejammer“ folgte Kindergejammer, und wenn „Kindermusik“ Zukunftsmusik ist, …

„Angeschlagener Boxer“ wieder auf den Beinen

Nachdem der EKD Oberkirchenrat Thies Gundlach die katholische Kirche einst mit einem angeschlagenen Boxer verglichen hatte, der von einer Ecke in die andere taumele, musste er selbst einige Zeit am Boden verbringen. Nun ist er wieder aufgestanden und wird Vize Chef des Kirchenamtes. Auch wenn es einen Krisengipfel brauchte um die Wogen wieder zu glätten, nun ist alles wieder im Lot, schließlich ist er nicht über eine rote Ampel gefahren. Und außerdem steht er nicht in der ersten Reihe, wie einst Margot Käßmann oder neuerdings Nikolaus Schneider. Schön, dass seine Qualitäten sich durchgesetzt haben. An der Analyse der ökumenischen Situation