Alle Artikel mit dem Schlagwort: Karfreitag

römische Goldmünzen

Der Verrat

Foto: sxc.hu Der Verrat kommt verkappt daher. Ist er meisterlich, kommt er als Liebe mit einem Kuss. Er macht es sich nicht leicht. Er ist angespannt, denn es geht ihm um alles. Und alles, das ist er selbst. Überzeugungen sind für ihn ein Luxus für diejenigen, die jenseits der Seitenauslinie stehen. Er aber will spielen und vor allem gewinnen. Die Niederlage ist sein Feind. Sieht er sie kommen, zieht er sich zurück und sucht sich einen neuen Koalitionär, der Erfolg verspricht. Der Verrat kann jederzeit seine Hände in Unschuld waschen, denn er entscheidet nichts. Sind Ergebnisse gelungen, verkauft er sie als die seinigen. Ansonsten verkauft er sogar seine Seele für ein paar Silbergroschen. Der Verrat fordert unablässig Vertrauen ein. Er weiß um die Macht dieser Währung, darum strebt er nach Ämtern und Posten, die ihn als vertrauenswürdig erscheinen lassen. So sitzt er mit am Tisch, trinkt Wein, isst Brot und speist dennoch nur sich selbst. Statt Füße zu waschen, fordert er sauberes Wasser und die Reinheit der anderen. Dabei ist ihm nur die Lüge heilig. …

Wieder einmal: Tanzverbot am Karfreitag

Das Tanzverbot am Karfreitag geht in diesem Jahr in die zweite Runde. Der Ton ist lauter geworden, die Fronten verhärtet. Keine besonders zuträgliche Situation. Für den letztjährigen Flashmob in Frankfurt hatte ich große Sympathie. Für ein diesjähriges geplantes Gesprächsangebot einer Podiumsdiskussion mit Kirchenvertretern am Gründonnerstag um 18.00 Uhr nicht. Über eine Unkenntnis in kirchlicher Feiertagskunde könnte hinweggesehen werden, nicht aber über Agitation, die eine Absage provozieren will, um daraus erneute Bestätigung angeblich kirchlicher Ignoranz zu gewinnen. Denn letztlich geht es gar nicht um ein Tanzverbot an sogenannten „stillen“ Feiertagen. Es geht um eine striktere Trennung von Staat und Kirche. Diese am Tanzverbot aufhängen zu wollen finde ich nur mäßig geschickt, zumal es im Nachsatz immer darum geht alle christlichen Feiertage als gesetzliche Feiertage abzuschaffen. Aber gerade weil es darum geht, lässt sich die Diskussion mit so einer Ordnungsamtsvorschrift emotional gut befeuern. Auf der Strecke bleiben dagegen die Überlegungen, wie sich eine postchristlich zu definierend beginnende Gesellschaft ihren Umgang mit der traditionell gewachsenen Beziehung zwischen Staat und Kirche vorstellen kann und wie willens sie ist, sich …

Friedenskirche Meckenheim

Wer am Hasenfest hoppeln will, bitte!

Es zeugt von wenig PR-Geschick der Kirchen, vor den höchsten christlichen Feiertagen eine so schlechte Presse zu bekommen. Dabei hatte alles so gut begonnen: Sven Lehmann, Parteichef der Grünen in NRW, setzte sich dafür ein, dass die Regel geändert wird. Jeder solle den Karfreitag „nach seiner Fasson begehen. Es kann nicht sein, dass die Minderheit der Leute, die christlichen Glauben aktiv praktiziert, der Mehrheit vorschreibt, wie sie den Tag zu verbringen hat.“ Die Äußerungen Lehmanns konterte der Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sehr geschickt: “Wer Feiertage ohne ihren prägenden Inhalt haben will, will sie am Ende gar nicht mehr. Denn ohne ihren prägenden Inhalt sind Feiertage verzichtbar.“ Und weiter: „Die Logik des Landeschefs der Grünen bindet Feiertagsgestaltung an die Zahl derer, die den Tag aktiv begehen. Wer dieser Logik konsequent folgt, müsste dann auch Feiertage wie den Volkstrauertag oder auch den 1. Mai abschaffen, weil nicht die Mehrheit der Bevölkerung zu Gedenkfeiern oder Mai-Kundgebungen geht. Bleibt zu befürchten, dass der Grünen-Chef in NRW als nächstes die Abschaffung des Tages der deutschen Einheit fordert, weil nicht die Mehrheit …

Karfreitag

Asia – Philippines / Crucifixion, ursprünglich hochgeladen von Rudi Roels Wenn jemand zu Kreuze kriechen muss, hat das einen besonderen Grund. Im Mittelalter war es üblich, am Gründonnerstag und dem heutigen Karfreitag „zu Kreuze kriechend“ des Todes Jesu zu gedenken. „Zu Kreuze kriechend“ war durchaus wörtlich zu verstehen. Das kennen wir heute (wie so vieles) nur noch aus dem Film. Heute ist der blutigen Prozession dezente Trauer gewichen. Wenn überhaupt, denn längst ist Ostern beherrschender Aufmerksamkeit zugekommen. In Form von Frühlingsfest und Schokoprozession durch häusliche Gärten.

Von Trauer und Hoffnung

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Das steht über der Todesanzeige von Robert Enke, neben einem großen Kreuz. Dieser Satz ist nicht vom Apostel Paulus, sondern von V. Havel. Manchmal wünsche ich mir von meiner Kirche, dass sie das Leid nicht nur als überwundenes kennt, sondern als etwas, das bleibt. Die Osterkirche, die den Tod verlacht kann nicht an dem Mann vorbei, der am Kreuz verloren hat. Dieser Mann am Kreuz war kein Gewinner. Er war vielmehr ein Verlierer. Er verlor sogar seinen Glauben. Er war nicht erfolgreich und er meinte nicht, dass sein Land es besser könne. An ihm kann man sehen, was Scheitern ist. Scheitern lernen dagegen können wir nicht. Es wird immer wieder Niederlagen im Leben geben. Hoffentlich keine, an denen wir zerbrechen! Der christliche Glaube kann helfen das Leben mutig und getrost anzugehen. Aber selbst Glaubende können verzweifelt und ohne Hoffnung sein. R. ENKE Die Trauerrede der Bischöfin wurde von vielen Menschen als tröstlich erlebt.

Karfreitag. Schluss, Ende, Aus. Johannes 19

Abschiedsszenen sind in der Regel schwierige Szenen. Das gilt nicht nur für Regisseure. Das gilt nicht nur im Film. Im richtigen Leben ist es meist noch schlimmer. Kein Bahnsteig, keine in die Nacht verschwindenden Rücklichter eines Zuges. Kein Flughafen, kein Abheben und davon fliegen zu einem neuen Leben. Stattdessen: Wohnungstüren, Krankenhausbetten, Friedhöfe, Leichenwagen. Unsere Abschiede sind nicht glamourös, dafür meist schmerzlicher: -Auch eine SMS mit dem Inhalt: „Schluss, Ende, Aus“ kann überaus schmerzlich sein, zerrinnen doch Träume, Hoffnungen, Lebenspläne in Sekunden. -„Ich kann nicht mehr mit dir leben, die Kinder bleiben bei mir“, das ist gar nicht so selten das schmerzliche Ende dessen, was vor Zeiten noch mit „ich will dich lieben und ehren“… begann. -Dann, wenn es zum letzten Abschied geht, fehlen erstaunlicher Weise keine Worte. Im Gegenteil: Viele Worte werden gemacht: „Das wird schon wieder, wenn du erst mal wieder zu Hause bist. Kopf hoch!“ Dabei ist nichts mit „Kopf- hoch-es-wird-schon-wieder“. Es wird eben gar nichts, außer es wird alles nur noch schlimmer, weil der Tod kommt und mit ihm das Ende all unserer menschlichen Möglichkeiten. Der Tod als …