Alle Artikel mit dem Schlagwort: Johannes Evangelium

Mit Joh. 15 um die Ecke gedacht.

Photo Credit: s.r.shemul via Compfight cc Der morgige Sonntag trägt den schönen Titel „Jubilate“- Jauchzet, frohlocket und ist dem Psalm 66 entnommen. Beim dazu gehörigen Predigttext aus dem Johannes Evangelium, muss man schon etwas um die Ecke denken, um die kirchenjahreszeitliche Thematik zu ergründen.  Jesus bezeichnet sich als „Weinstock“, seine Jünger sind die „Reben“. Die Rede ist eingebettet in vier Kapitel des Evangeliums die sogenannten Abschiedsreden. Eigentlich liegt die Passionszeit hinter uns, jetzt schon wieder Abschied? Etwas Klarheit bringt der Wochenspruch: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor 5, 17) Schließlich wird auch noch die Schöpfungsgeschichte aus 1.Mose 1 als alttestamentliche Lesung zu Gehör gebracht. Tenor ist: Durch die Auferstehung Jesu ist alles neu geworden! Gerade so, wie zu Zeiten der Erschaffung der Welt. Heute soll entdeckt werden: Ihr seid dabei! Die Auferstehung ist nicht allein Gottes Handeln an Jesus. Gott will Euch viel mehr dabei haben. Wie Zweige zieht Ihr Euren Lebenssaft aus diesem Stamm. Darum freut euch, singt, trällert, lebt! Und denkt …

verborgene Wahrheit

Verborgene Wahrheit nach Joh. 12

Photo Credit: Daquella manera via Compfight cc Mit biologischer Exaktheit ist dem morgigen Predigttext nicht beizukommen. Mit historischer Genauigkeit hat es das Johannes Evangelium auch nicht so. Dennoch geht es um eine Zentralstelle in der christlichen Verkündigung: Es geht um Leben und Tod. Genauer: Es geht um den Tod des einen, der Leben für die vielen verwirklicht hat. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Interessant ist auch die Umehrung des Bildes zu Ende zu denken: Würde das Korn nicht in die Erde fallen, bliebe es allein, wäre auch ohne Bedeutung für die anderen. Letztlich wäre es vollkommen vergeblich ein Wort über dieses Korn zu verlieren. Indem es aber fällt und stirbt, gewinnt es seine Bedeutung. Nicht für sich, sondern für uns.Martin Luther hat das, was gar nicht lustig klingt, den „fröhlichen Wechsel“ genannt: Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Was nach verbogener Wahrheit …

Selbstgespräch im Hohepriesterlichen Gebet Joh.17

Wer mit sich selbst redet, gilt als verdächtig. Das war jedenfalls früher so. Heute haben viele Menschen, die so auftreten, als redeten sie mit sich selbst, irgendwo eine Freisprecheinrichtung versteckt, und telefonieren in Wahrheit. Der Predigttext für den kommenden Sonntag Palmarum im Johannes Evangelium hat von beidem etwas. Er berichtet gewissermaßen von einem Selbstgespräch im „Telefonat/Gebet“. Jesus bittet Gott: „Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.“ http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes17 Im Sprachgebrauch des Johannesevangeliums meint „Verherrlichung“, „Kreuzigung“. Ignoriert man, dass es sich hier um ein Selbstgespräch (Joh.10,30 „Ich und der Vater sind eins.“) handelt, kann es zu folgenschweren Missinterpretationen kommen, als ob Gott ein blutiges Opfer bräuchte um seinen Zorn zu stillen. Dabei setzt Gott sich selbst dem Leiden und in dessen Konsequenz dem Tod aus. Von nun an gibt es keinen Ort der Gottesverlassenheit mehr, weil Gott selbst sich diesen Platz gewählt hat. Erlebe ich nun Verlassenheit, begegne ich ihm. Es gibt keine Verlassenheit mehr. Überall kann ich mit Gott frei sprechen.