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Segen

Mk 12,1-12 ein verhängnisvolles Gleichnis

foto: sxc.hu Die Bibel ist ein gefährliches Buch mit gefährlichen Geschichten. Eine besonders gefährliche ist morgen der Predigttext. Das Gleichnis von den bösen Weinbauern ist in der Vergangenheit immer wieder als Aufforderung und Rechtfertigung zur Judenverfolgung verstanden worden. Die Erzählung lässt Raum für Missbrauch und der wurde auch genutzt. Das erschwert eine positive Aneignung, zumal die Erzählweise bei weitem nicht so kunstvoll daherkommt, wie sonst in den Gleichnissen Jesu üblich. http://www.ekir.de/url/72T Dabei ist zunächst einmal zu betonen, dass im Gleichnis die große Geduld und Gutmütigkeit Gottes herausgestellt wird. Allerdings kann diese auch ein schreckliches Ende haben. Darum ist der Ruf zur Umkehr (Buße) ebenso deutlich zu hören, wie in Jesaja 5,1-7 dem alttestamentlichen Weinberglied, das als Schriftlesung vorgesehen ist. In einer Welt in der das Töten und sinnlose Vernichten nie nachgelassen hat, ergeht der Ruf zur Umkehr weiterhin: „Lasst das Morden sein! Gott hat andere Möglichkeiten für euch bereit. Das hat er gezeigt, als er den ermordeten Jesus nicht dem Tod überlies.“ Warum also immer noch falsche Schlüsse ziehen?

Wer genug hat vom Warten ziehe die Stiefel aus (Jes.52,7-10)

Ihr wollt mehr als Warten? Genauer gesagt: Ihr habt eigentlich genug vom Warten? Dann solltet ihr einen Blick auf den Predigttext vom vierten Adventssonntag werfen. Darin wird wortgewaltig deutlich, dass Advent mehr ist als das Warten auf „das Fest“. http://www.ekir.de/url/PFH Mit lauter Stimme wird gerufen. Vor Freude. Voll Hoffnung. Gegen inhaltsleere Warterei. Die Botschaft derer, die vom Berg die bessere Übersicht haben und die Sehnsüchte des Lebens kennen lautet: „Frieden kommt! Frieden wird nicht gemacht. Gott selbst wird ihn bringen. Wo Trümmer sind soll Aufbruch entstehen. Gott geht auf diesem Weg voran, er nimmt uns mit.“ Selber sollen wir Freudenboten sein, Gutes reden und von unserer Hoffnung weitererzählen. Nicht vertrösten sonder Trost geben wo Anlass genug ist zu trauern. Wer genug hat vom Warten ziehe die Stiefel aus. Wir werden merken, wie lieblich doch unsere Füße sind wenn unser Mund sagt: „Mein Gott ist König“.

Jesaja 55, 6-12

Worte gibt es mehr als genug. Täglich begleiten sie uns. Dem Eindruck, dass sie immer mehr werden, können wir uns nicht entziehen. Der digitale Zeitungsartikel zieht die Kommentarflut ebenso an, wie das nett gepostete Katzenfoto. Oft laufen die Worte ins Leere, verliert sich der Mitteilungsdruck. Etwas anderes, neues, erregenderes fordert mehr Aufmerksamkeit. Worte, die verändern, die wären was. Die wären eine Kostbarkeit. Worte, die mich verändern sogar „köstlicher als Gold“. Von solchen Worten redet der Predigttext für den kommenden Sonntag aus dem Jesajabuch Kap.55, 6-12. Das „Wort, das nicht leer zurück kehrt“ sagt ein Leben in Freiheit nicht nur an, sondern sorgt sogar für deren Durchsetzung. Diese Freiheitserfahrung -als Befreiung aus der Sklaverei- ist für das Volk Israel bekenntnisbildend geworden. Bis heute gelingt es einem solchen Wort Gottes Freiheit zu schenken. Das ist das Entscheidende an Gottes Wort: „Ihm gelingt, wozu es bestimmt ist“. Biblische Worte der Freiheit gibt es mehr als genug.

Jesaja 40, 1-11

Im Predigttext für den dritten Sonntag im Advent spricht sich ein Prophet für schnelle Internetleitungen aus. VDSL 25 sollte es schon sein, wenn es nach „Deuterojesaja“ geht. Denn wenn es darum geht, dass Gott kommt, kann die Rettung auf der Datenautobahn gar nicht schell genug sein, um dort anzukommen, wo Befreiung aus trostlosen Verhältnissen erwartet wird. Die Schriften des Mannes mit dem Kunstnamen finden sich im Buch des Propheten Jesaja ab Kapitel 40. Am kommenden Sonntag geht es um die Verse 1-11 in denen dem Volk Israel, das sich im Exil befindet die Befreiung angekündigt wird. Gott wird kommen, alle Hindernisse sollen aus dem Weg geräumt werden, damit er sein Volk aus der Unterdrückung nach Hause bringen kann. So schnell, wie es geht. Das lange Warten hat ein Ende. Neues wird entdeckt. Die Zeichen stehen auf Aufbruch und Neuanfang. Gott tröstet und sein glanzvolles Kommen schafft Klarheit.