Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jeremia

Jeremia 20,7-11a

Bin ich ein Prophet? Diese Frage, flapsig in die Runde geworfen wenn ein Blick in die Zukunft geworfen werden soll, hätte der Prophet sicher mit: „Zum Glück nicht!“ beantwortet. Er hatte es schlichtweg satt diesen „Job“ machen zu müssen. Denn er hat am eigenen Leib erfahren müssen: Ein Prophet ist kein „Vorhersager“, ein Prophet ist ein „Hervorsager“. Und da die Botschaft, die er hervorzusagen hat, keine angenehme ist, sondern eine, die denkbar schlechte Nachrichten bringt (den Untergang der staatlichen Existenz Israels), zieht er den Zorn seiner Mitmenschen auf sich. Jeremia ist so weit gegangen nicht nur mit seinem Auftrag Schluss zu machen, sondern sogar mit seinem Leben. Diese Entscheidung bringt er im Predigttext für den kommenden Sonntag vor Gott. Was die Wortwahl betrifft, könnte man sagen, er wirft sie ihm vor die Füße: „Da. Nimm. Mach weiter, aber ohne mich!“ Überraschend dann die Wendung, die eintritt, und die auch ähnlich in den Klagepsalmen zu beobachten ist: „Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held“ (V11). Wenn Gott uns etwas zumutet, dürfen wir ruhig …

Predigt über Jeremia 9, 22+23

Dank Spotlight lässt sich auf dem Mac die gesamte Festplatte schnell durchsuchen. Normalerweise mache ich das selten. Doch jetzt war ich fest davon überzeugt irgendwo müsse es noch eine Predigt von mir zu Jeremia 9,22 geben. Und tatsächlich, war in die Untiefen der alten Atari 1040ST Daten eine Predigt zu finden. Aus dem Jahr 1994. Auch wenn ich heute nicht mehr so predige (das war das erste Jahr in der Zeit des Vikariats) dachte ich: „Probiers doch mal mit einem alten Hund“. Und: Siehe da, die Rückmeldungen darauf waren so zahlreich, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte ich zu meinem „alten Predigtstil“ zurückkehren? Hier nun die leicht überarbeitete Version (die dicksten alten Hunde sind schon rausgekürzt) 😉 „Sparen, liebe Gottesdienstgemeinde, sparen lautet das Motto der Stunde. Überall muss gespart werden. Öffentlich wie Privat, Staatlicht wie kirchlich. Auf allen Ebenen, vom Land oder Ministerium bis zum kleinen Betrieb von der Landeskirche bis zur einzelnen Gemeinde. Und das schon seit Jahren. Etliche Zahlen erhitzen Finanz- und Haushaltsausschüsse, eine Flut von Daten hält Presbyterien in Atem. Nein, …