Alle Artikel mit dem Schlagwort: Identität

Was sagen die Leute, dass ich sei?

Mk. 8,31-38 „Wer sagen die Leute, dass ich sei?“

Photo Credit: Domen Jakus via Compfight cc Morgen früh gilt es sich auf gegensätzliches einzulassen. Draußen auf den Straßen ausgelassenes karnevalistisches Feiern, drinnen in der Kirche der erste Blick auf den Leidensweg Jesu. Die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt ist keineswegs heiteres Identitäten raten: „Wer sagen die Leute, dass ich sei?“ Es wird noch grundsätzlicher: „Was meint ihr?“ Gerne würde Petrus es hinausposaunen „Du bist der Christus“! Aber die Zeit ist noch nicht reif. Der Evangelist Markus macht noch ein großes Geheimnis um den Messias. Dieser muss erst noch „viel leiden und verworfen werden.“ Kein Wunder, dass die Jünger das nicht verstehen. Das versteht sich erst von Ostern her, wenn überhaupt. Denn was heißt es, wenn man das Leben verlieren muß, um es zu gewinnen? Offenbar durchkreuzt das Evangelium unsere Erwartungen. Neue Orientierung finden, den Blick auf das Wesentliche richten, klar sehen, Gott finden. Und: sich nicht von Gegensätzlichkeit irritieren lassen. Ihr müsst nicht morgen damit beginnen. Aber vielleicht Mittwoch? http://www.ekir.de/url/YZA

Facebook, Freundschaft und Römerbrief Kapitel 7

Der amerikanische Kulturkritiker Deresiewicz in einem Gespräch über Freundschaft und Einsamkeit im Online-Zeitalter schreibt folgendes: „SZ:Wie konstruiert der Mensch zwischen Vernetzung und Einsamkeit seine Identität? Deresiewicz: Es gibt eine Lücke zwischen dem, was wir sind, und dem was wir darstellen. Oft ist es doch so: Je mehr Spaß Menschen an ihren Facebook-Statusnachrichten zu haben scheinen, umso weniger Spaß haben sie in ihrem echten Leben. Das kann dazu führen, dass wir uns zu Avataren unserer Selbst verwandeln: Plötzlich merke ich, dass mein digitales Ich auf Facebook ein aufregenderes Leben hat als ich selbst.“ Das erinnert mich an die paulinische Rede vom inneren und äußeren Menschen im Römerbrief Kapitel 7, 7-25: Die dortige anthropologische  Differenz zwischem inneren und äußeren Menschen ist zwar (kontextbedingt) das „Gesetz“ (das Paradiesgebot; nicht die Tora!), gleichwohl besteht eine Parallele in der sog. „Lücke“ zwischen „Etwas“, das soetwas wie „Identiät“ ermöglicht oder sogar erst (in der Interaktion zwischen beiden?) herstellt. Ich habe mich zwar schon mehrere Wochen mit dem Text befasst, er reizt mich aber immer wieder, ist er doch wahrscheinlich der dichteste …