Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gottesdienst

Kirche kann nicht sterben lassen.

Im letzten Artikel ging es um die Angst der Ortsgemeinde vor Veränderung bzw. vor Bedeutungsverlust. Die folgenden Beobachtungen sind Variationen des Veränderungs-Themas: Nehmen wir einmal an eine junge Pfarrerin* nimmt ihren ganzen Mut zusammen, um das im Vikariat erlernte und erprobte in die Gemeindearbeit einzubringen. Nehmen wir weiter an, sie widmete ihre Aufmerksamkeit dem Gottesdienst: Neue Formen will sie entwickeln, ohne bewährte aufzugeben. Das Presbyterium ist begeistert, schließlich stand diese Formulierung schon in der Stellenausschreibung bei der Besetzung der Pfarrstelle. Ein Zusatz-Gottesdienst muss also her: Andere Uhrzeit, anderer Ort, weil das Kirchenzentrum (und alle Mitarbeitenden) ausgelastet sind. Wenn die junge Kollegin Glück hat sagt man ihr: „Machen Sie mal!“, oder es entspinnt sich eine Diskussion, ob dazu ein Beschluss gefasst werden muss. (Nur am Rande: Muss nicht!) Die Pfarrerin darf machen, geht in eine kleine katholische Kirche am Rande der Stadt, die oft leer steht aber sehr schön ist. Ihre Gottesdienstgestaltung kommt gut an, sie hat einige Menschen gefunden, die gemeinsam mit ihr den Gottesdienst vorbereiten, Konfession spielt eine untergeordnete Rolle, alle sind zufrieden. Der …

Das Beste kommt zum Schluss – 1.Thessalonicher 5, 14-24

„Das Beste kommt zum Schluss“ – ein wirklich sehenswerter Film! Im Blick auf den morgigen Predigttext ließe sich ähnliches sagen. Denn während die ersten Verse aus dem 1.Thessalonicher Brief wie eine Episode aus „Deutschland sucht den Superchrist*“ klingen, wird in den beiden letzten Versen (23f) deutlich, dass es sich dabei um ein Missverständnis handeln muss. http://www.ekir.de/url/XLb Ein Challenge Gedanke ist sogar vollkommen fehl am Platze. Und wer meint, die aufgezählten Ermahnungen seien besonders „christlich“ wird enttäuscht. Der Apostel Paulus hat sie schlichtweg aus dem Reigen der damals gängigen antiken Ermahnungen übernommen. Copy and Paste, ihr kennt das. Neu ist nur der Schluss: „ER aber, der GOTT des Friedens heilige euch durch und durch.“ Christliche Selbst-Optimierer schauen in die Röhre. Aufrechte Christen-Menschen loben Gottes Anwesenheit und bitten „Unser Herr, komm!“ (1.Kor. 16,22) Photo Credit: YamiPaperDreams!.- via Compfight cc

WLAN in der Kirche!

Damit wir am kommenden Sonntag in der Kirche besser beim Gottesdienst zum Valentinstag beseer twittern können, habe ich unser Kirchenzentrum mit Hilfe zweier Repeater unter „WLAN Einfluss“ gesetzt. Nun könnt ihr auch euren tragbaren Rechner mitbringen. Am besten ihr twittert von eurem eigenen Account. Wer noch keinen hat, melde sich einfach auf twitter.com an. Dann könnt ihr gleich loslegen. Wir werden auf eine „Twitter Wall“ posten. Alle Einträge, die einen bestimmten hashtag (#) tragen erscheinen automatisch auf dieser Wand. Damit wir nicht durch Spam „belästigt“ werden, wird der hashtag erst im Gottesdienst bekannt gegeben werden. Wer keinen eigenen Rechner oder kein Smartphone besitzt kann von einem öffentlichen Rechner mit dem @ekirmeckenheim Account twittern. Die Tweets dieses Accounts sind für die Zeit des Gottesdienstes geschützt. Und wer nicht twittern will ist ebenfalls herzlich zu diesem Gottesdienst für Liebende eingeladen.

Twittergottesdienst

Meine Überlegungen zu einem Gottesdienst bei dem man zum twittern aufgefordert wird haben sich etwas konkretisiert. Der Gottesdienst soll am 13.2.2011 um 18.00 Uhr stattfinden. Das ist der Vorabend zum immer wichtiger werdenden Valentinstag. Man mag darüber ähnlich denken, wie über die Entwicklung um „Helloween“, nur ist der 14.2. gar kein kirchlicher Feiertag und daher sollte dieses (kommerzielle) „Fest der Liebe“ wohl weitaus unkritischer gesehen werden. Warum also keinen Gottesdienst feiern indem man und frau sich (und anderen) etwas über den Predigttext „zuzwitschern“ kann? Daher habe ich auch schnell die Seite twittergottesdienst.info gestaltet.

„Evangelische Priester“, was es nicht alles gibt!

Nun ist es geschafft: Es gibt evangelische Priester! Was sich da alles an Streitigkeiten über Eucharistie und Amt aufgehäuft hat, alles vergessen. Die SZ löst alle konfessionellen Unterschiede im Handumdrehen in ihrem heutigen Artikel über den „Buß- und Stresstag“. Dann dürfen wir hoffen oder befürchten, dass die katholischen Priesterkollegen bald ebenso wie die evangelischen mit ihren Partnern im Pfarrhaus leben dürfen. Und noch viel besser: Die Frage nach Frauen im Priesteramt ist auch gelöst. Wenn Matthias Dobrinski nicht alles selbst schreibt leidet die Berichterstattungsqualität doch erheblich. Ich gebe es jedenfalls auf meinen Lokal Redakteuren vor Ort erklären zu wollen, dass es nicht „Messfeier“ sondern „Gottesdienst“ heisst, was evangelische Christen am Buss- und Bettag feiern. Schliesslich werden sie nicht gerade so üppig dotiert wie Herr Osel. Dafür schaffen diese es aber auch nicht auf Seite eins einer renommierten Tageszeitung. Für kirchliche Themen liest man demnächst wohl besser Blogs, oder wartet auf einen Artikel von Herrn Dobrinski. Nachtrag: nun ist der Text korrigiert: Bei der Recherche der Begriffe bin ich dann noch auf etwas gestoßen, dass mich …

Intentionsfreie Gottesdienste

Hin und wieder ist die babylonische Sprachverwirrung in der Kirche perfekt. Würde sich ein Kandidat der evangelischen Theologie in dem Prüfungsfach Homiletik für „Intentionsfreie“ Gottesdienste aussprechen, hätte er ernsthafte Probleme sein Examen zu bestehen. In der römisch-katholischen Kirche dagegen gehört die Aufforderung zu solchen Gottesdiensten scheinbar zu den kirchenleitenden Aufgaben, wie folgendes Dokument zeigt: Für weitere Informationen was „Intention“ in römischer Diktion bedeutet empfiehlt sich ein Artikel auf credobox. Dort kann man dann auch noch etwas über „Binationen“ und „Applikationen“ lernen. Eine App für Applikationen habe ich bisher noch nicht gefunden…

Wochen(w)ende?

Heute verhandelte das Bundesverfassungsgericht über eine Klage in Bezug auf die Ladenöffnungszeiten in Berlin. Die dortige evangelische und katholische Kirche haben gegen die bestehenden Öffnungszeiten geklagt (Bischof Huber war auch anwesend). Dort bringt eine rot-rote Koalition zustande, was sich in NRW eine schwarz-gelbe Koalition wünscht: Ausdehnung der Öffnungszeiten gerade an Sonn- und Feiertagen. Die NRW-FDP-(Partei der Besserverdienenden fordert gar), Bäckereien und Blumengeschäften auch am ersten Weihnachtstag, am Oster- und Pfingstsonntag den Verkauf zu erlauben. „An diesen Familientagen sollen Millionen Bürger nicht auf frische Brötchen und Blumen verzichten müssen”, sagte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke der WAZ. Die Gewerkschaften haben sich übrigens der Klage der Kirchen angeschlossen. Die Verkäuferin backt am offenbar „Familientag“ lieber selber Brötchen auf, als dem „Apotheker“ welche ein. Wie das Urteil aussieht werden wir in einigen Wochen sehen. Fest steht allerdings, dass nicht nur Apotheker am Sonntag frische Brötchen haben will. Fragt man den so oft gescholtenen „mündigen Bürger“ würde er wohl meistens frische Brötchen dem sonntäglichen Kirchgang vorziehen. Insofern wird sich langfristig auch die FDP freuen können. Allerdings ist der Ausgang des Urteils …