Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gott

Einfach bitte, bitte sagen. Joh. 16,23-28

foto: sxc.hu Einfach bitte, bitte sagen und es geschieht. Das wäre schön. Immer. Die Erfahrung sagt aber etwas anderes. Nicht jede Bitte wird gewährt, viele werden ausgeschlagen. Das ist auch nicht anders, wenn es um die Bitte in Form eines Gebetes geht. Manch einer wird sagen: „Na, da doch erst recht! Der liebe Gott, macht doch, was er will.“ Folgen wir dem Evangelisten Johannes im Predigttext für den morgigen Sonntag kommt es allerdings ganz anders: „Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.“ (V23) Ein riskanter Satz, der da Jesus in den Mund gelegt wird. Riskant, weil das naive Missverständnis jedweder Wunscherfüllung befeuert wird. Und riskant, weil die christologische Zuspitzung („in meinem Namen“) folgenlos überhört werden kann. Dabei ist das christliche Bittgebet, der Dreh- und Angelpunkt jeder theologischen Überlegung. Denn in diesem Gebet lassen wir uns auf die Gemeinschaft Jesu mit Gott so ein, dass wir sie zugleich an uns geschehen lassen. Beten ist daher bitten um dieses Geschehen-Lassen und staunend vor dem stehen, was Gott für mich …

Mt4,11-11

Verlockungen Mt.4,1-11

Photo Credit: pshmell via Compfight cc Einfache Lösungen sind verlockend. Wie wäre es endlich dem Hunger auf der Welt ein Ende bereiten zu können? Oder endlich einen unumstößlichen Gottesbeweis liefern zu können? Oder besser noch: Die Herrschaft über die ganze Welt? So spricht der, der alles durcheinander wirft, ganz und gar diabolisch. Im Predigttext für den morgigen Sonntag schneidet Jesus den verlockenden Angeboten den Weg ab. http://www.ekir.de/url/Qfo Wer Gott ist, erfährt man nicht, wenn man Lebensversicherungen, Wundern und Machtphantasien hinterher läuft. Vielmehr ist er dort zu finden, wo Anfeindungen und Missverständnisse auf einen dunklen Leidensweg führen. Jesus nimmt dieses „Kreuz“ auf sich und zeigt so, dass Gott mitleidend, verstehend, heilend, liebend ist. Auch diese Lösung ist einfach. Aber nicht verlockend.

Was sagen die Leute, dass ich sei?

Mk. 8,31-38 „Wer sagen die Leute, dass ich sei?“

Photo Credit: Domen Jakus via Compfight cc Morgen früh gilt es sich auf gegensätzliches einzulassen. Draußen auf den Straßen ausgelassenes karnevalistisches Feiern, drinnen in der Kirche der erste Blick auf den Leidensweg Jesu. Die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt ist keineswegs heiteres Identitäten raten: „Wer sagen die Leute, dass ich sei?“ Es wird noch grundsätzlicher: „Was meint ihr?“ Gerne würde Petrus es hinausposaunen „Du bist der Christus“! Aber die Zeit ist noch nicht reif. Der Evangelist Markus macht noch ein großes Geheimnis um den Messias. Dieser muss erst noch „viel leiden und verworfen werden.“ Kein Wunder, dass die Jünger das nicht verstehen. Das versteht sich erst von Ostern her, wenn überhaupt. Denn was heißt es, wenn man das Leben verlieren muß, um es zu gewinnen? Offenbar durchkreuzt das Evangelium unsere Erwartungen. Neue Orientierung finden, den Blick auf das Wesentliche richten, klar sehen, Gott finden. Und: sich nicht von Gegensätzlichkeit irritieren lassen. Ihr müsst nicht morgen damit beginnen. Aber vielleicht Mittwoch? http://www.ekir.de/url/YZA

Das Böse nimmt seinen Lauf in der menschlichen Freiheit.

Von ihren Anfängen an haben Menschen die tragische Erfahrung des Bösen gemacht und versucht, die Wurzeln zu erfassen und Ursachen zu erklären. Das Böse ist keine anonyme Macht, die in der Welt am Werk ist. Das Böse nimmt seinen Lauf in der menschlichen Freiheit. Diese Eigenschaft steht im Mittelpunkt des Bösen und geht ständig mit ihm einher. Es hat immer ein Gesicht und einen Namen: das Gesicht und den Namen von Menschen, die es aus freien Stücken wählen. Die Bibel sagt, dass am Anfang der Geschichte Adam und Eva sich gegen Gott auflehnten und Abel von seinem Bruder Kain erschlagen wurde. Das waren die ersten Fehlentscheidungen, auf die im Laufe der Jahrhunderte zahllose weitere folgten. Jede von ihnen hat, eine klare Verantwortlichkeit von Menschen. Wenn man nach seinen tieferen Bestandteilen sucht, wird man feststellen, dass das Böse letztlich bedeutet, sich der Notwendigkeit der Liebe zu entziehen. Das Gute hingegen erwächst aus der Liebe, zeigt sich als Liebe und richtet sich an der Liebe aus. Die Logik der christlichen Liebe drängt, konsequent zu Ende gedacht, sogar …

Niemals zum FC Bayern. Gott oder Götze

„Ich bin sauer, richtig sauer“ so tönt es heute allenthalben. Anlass: Der Wechsel eines Fußballspielers von einem Club zu einem andern. Und in Zeiten des Web 2.0 darf dann auch jeder die dazu passende Hymne verlinken: http://www.ekir.de/url/Mye Im Predigttext für den kommenden Sonntag http://www.ekir.de/url/ZH9 ist Gott einer, der richtig sauer wird. Sauer über das Handeln der Regierenden, die nur noch von Eigeninteressen geleitet werden, das von Angst getrieben und von mangelndem Vertrauen begleitet ist. Ja, so war das damals in Israel zu Zeiten des Propheten Jesaja. Er soll seinen Zeitgenossen sagen, dass sie endlich für soziale Gerechtigkeit sorgen sollen, dass Witwen und Waisen nicht noch stärker belastet werden. Auch wenn Gott zornig ist, wird er helfen. Denn sein Zorn wird nicht ewig bleiben. Irgendwann wird er als Retter aus der Not besungen werden. Der Jubel über sein Eingreifen wird grenzenlos sein. Es kommt der Tag, da werden auch Hymnen wie diese wechselwilligen Fußballstars zu Ohren kommen werden: http://www.ekir.de/url/e54

Gottes Wort ist nicht. Es wird. (Joh.5,39-47) Predigt

Durchaus kritisch geht der johanneische Jesus hier vor. Er geht nicht gerade höflich mit seinen Zuhörern um. Genau genommen geht er ziemlich mit ihnen ins Gericht. Dabei sind sie doch auf dem richtigen Weg. Immerhin lässt sich erahnen, dass sie fleißige Bibelleser sind: „Ihr sucht in der Schrift“. Um wie viel mehr würde der Schreiber des Johannesevangeliums wohl mit uns heutigen umgehen? Da wird doch hier und dort nach dem richtigen Weg gesucht. Je exotischer die Antwort, desto besser ihr Wert. Überall, aber doch nicht in der Bibel wird nach Sinn und Erfüllung des Lebens gesucht. Würde der Schreiber des Evangeliums aber wirklich so hart mit heutigen Nicht-Lesern umgehen? Ist sein Anliegen wirklich damit zu erfassen, dass er sagt: „Lies die Bibel und alles wird gut?“ Nun gut, bei einer so zugespitzten Frage erwarten sie selbstverständlich keine positive Antwort. Und ich gebe zu: Eine derartige Aussage lässt sich, selbst zugespitzt, in der ganzen Bibel nicht finden. Dennoch ist zu fragen: Wenn selbst intensiven Bibellesern offenbar nicht gelingt, was verlangt ist, wie soll man es denn …