Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gnade

Kausalität kennt keine Gnade Joh.9,1-7

Kausalität kennt keine Gnade, sonder beschreibt nur die Beziehung zwischen „Ursache“ und „Wirkung“. Theologisch galt lange Zeit das Modell: Irgendeinen Zusammenhang zwischen verwerflicher Tat (Sünde) und schlechtem Ergehen (Strafe) muss es doch geben. Im Predigttext für den kommenden Sonntag Joh.9,1-7 wird dieser Zusammenhang bestritten: Es geht nicht um Schuld, nicht darum jemanden abzustempeln, sondern es geht im Leben darum, dass ich eine neue Chance bekomme, weil Gott nicht bei Schuld behaftet, sondern zum Leben befreit. Die „Werke Gottes“ eröffnen Wege ins Leben und verschließen sie nicht. Sie ermöglichen Freiheit und führen nicht in Abhängigkeit. Das geschieht in der Zuwendung Gottes, der keine Bedingungen stellt, nicht mal nach „Glauben“ fragt Jesus in der Erzählung. Er tut das notwendige. Darin wird Gottes Liebe „offenbar“.

Wer alles richtig machen will….

Sie will alles richtig machen. Wenigstens wenn sie einmal im Jahr alle beisammen hat, soll alles stimmen. Es soll schön werden. Doch sie will nichts erzwingen. Nichts soll durchgeplant werden. Am besten stellt sich das Gefühl „zu Hause“ von selbst ein. Fast wie von selbst wenigstens. Diese Hoffnung hatte sie jedes Jahr. Alle Jahre wieder. Wohl wissend, dass es eine Gratwanderung war, bei der auch der Absturz drohen konnte. Doch daran will sie gar nicht denken. Schließlich sei das Fest kein Fest der Angst, sondern eines der Freude. Und es bedeutet ihr viel. Eigentlich immer mehr. Und obwohl sie viel vorbereitet, weiß sie, dass zum Gelingen alles vom Himmel her kommen muss. Das wünscht sie: Den Himmel offen stehen sehen und merken, dass es doch gut ausgeht. Das Leben. Ihr Leben und das ihrer Kinder. Mit dieser Hoffnung fühlt sie sich allein. Viele reden schlecht über das Fest. Das Fest der Liebe sei zum Fest des Schenkens verkommen. Inhaltslos und verkitscht. Gerade noch tauglich dazu, Sehnsüchte zu wecken. Aber längst nicht mehr im Stande, sie …

Keine Gnade? (Röm.3,23-24) Predigt

Er kniet am  Boden. Vollkommen  durchnäßt . Es ist dunkel und regnet in Strömen. Sein Gesicht ist verzerrt, die Augen geschlossen. An seinem Kopf ein Revolver!- Großaufnahme Gesicht. Großaufnahme Finger am Abzug. Wieder Großaufnahme Gesicht und gleich  wieder: Finger am Abzug. Der Zuschauer-also ich- genauso gespannt wie die Waffe. Immer wieder hin und her zwischen den Großaufnahmen. Doch dann,  nach  scheinbar  unendlichen  Momenten  voller Angst  für  das  Opfer  und  Spannung  für  den  Zuschauer, wird die Waffe vom Kopf in den Halfter gesteckt. Erleichterung auf ganzer Linie. Sich entfernende Schritte, wieder in Großaufnahme. Abspann: Sie  sahen:  Der  Akt  der  Gnade! Bleiben  sie dran, denn gleich geht’s weiter mit: „Der Mann, der keine Gnade  kannte!“ -Werbung. „das  muss  ich  sehn“  zap, AUS.__ Es ist  schon  verwunderlich:  Sucht  man  danach,  wo  das Wort Gnade begegnet, befindet man sich entweder im Kino bzw. vor dem Fernseher, in der Kirche, oder in Österreich, wo der Damenwelt noch die ihr angemessene Anrede zu Teil wird: „Gestatten gnä‘ Frau“. Eine Ausnahme gibt es davon allerdings dann doch noch: Staatsoberhäupter haben in aller Regel das …