Alle Artikel mit dem Schlagwort: Feiertage

Menschen haben Vorfahrt, nicht die Kirche!

Darf man die Möhren vom Erntedank Altar verzehren? Auf den ersten Blick könnte es so scheinen, als ob der Predigttext aus dem Markusevangelium (2,23-28) eine Antwort auf die Frage zu geben versucht. Aber es geht nicht um Möhren oder „Schaubrote“; es geht auch nicht darum, was an einem Feiertag erlaubt ist zu tun, oder was sogar zu unterlassen ist. Es geht um weit mehr: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbats willen“. In seiner letzten Zuspitzung erklärt Jesus alle Vorschriften und Gesetze, selbst jegliche Institutionen, und damit auch „die Kirche“ zu Instrumenten, die dem Menschen dienen sollen. Tun sie das nicht, erfüllen sie nur noch einen Selbstzweck, sind sie überflüssig geworden. Am Ende der Geschichte steht übrigens ein Eklat. Kein Kompromiss und keine Win-Win-Situation. Danke Jesus, für klare Worte!

Friedenskirche Meckenheim

Wer am Hasenfest hoppeln will, bitte!

Es zeugt von wenig PR-Geschick der Kirchen, vor den höchsten christlichen Feiertagen eine so schlechte Presse zu bekommen. Dabei hatte alles so gut begonnen: Sven Lehmann, Parteichef der Grünen in NRW, setzte sich dafür ein, dass die Regel geändert wird. Jeder solle den Karfreitag „nach seiner Fasson begehen. Es kann nicht sein, dass die Minderheit der Leute, die christlichen Glauben aktiv praktiziert, der Mehrheit vorschreibt, wie sie den Tag zu verbringen hat.“ Die Äußerungen Lehmanns konterte der Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sehr geschickt: “Wer Feiertage ohne ihren prägenden Inhalt haben will, will sie am Ende gar nicht mehr. Denn ohne ihren prägenden Inhalt sind Feiertage verzichtbar.“ Und weiter: „Die Logik des Landeschefs der Grünen bindet Feiertagsgestaltung an die Zahl derer, die den Tag aktiv begehen. Wer dieser Logik konsequent folgt, müsste dann auch Feiertage wie den Volkstrauertag oder auch den 1. Mai abschaffen, weil nicht die Mehrheit der Bevölkerung zu Gedenkfeiern oder Mai-Kundgebungen geht. Bleibt zu befürchten, dass der Grünen-Chef in NRW als nächstes die Abschaffung des Tages der deutschen Einheit fordert, weil nicht die Mehrheit …

Amos und die Pflegeversicherung (Predigt über Amos 5)

Amosbuch 5.  Kapitel  die  Verse 21-24: „Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ I.) Hatte Amos  hatte  unser Gesundheitssystem   im  Sinn,  als  er diese Worte sprach? Amos- und die unser Gesundheitssystem? Das klingt doch wirklich wie an den Haaren herbeigezogen! Doch klingen seine Worte für mich  zunächst  so, als wolle er sich in  die  Diskussion  um  unser Gesundheitswesen und die Streichung von Feiertagen einschalten: „Ich hasse eure Feiertage; ich verwerfe eure Feste“ Weg  also  mit  Pfingstmontag;  wozu  einen  zweiten Weihnachtfeiertag?  Der Buss- und Bettag ist je bereits nicht mehr arbeitsfrei. Immer wenn es um die Streichung von Feiertagen zugunsten unseres Gesundheitssystems geht, werden diese nur unter dem Kostenfaktor gesehen. Wenn die Menschen mehr arbeiten, arbeiten …