Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ewigkeitssonntag

Firewall oder Fireball in 2. Petrus 3

Krachend geht es morgen zu. Jedenfalls, wenn der Predigttext ernst genommen wird. Denn es geht ums Gericht, um das Ende der Welt mit Feuerball und großem Getöse. Falls der Text überhaupt gepredigt wird, denn es gibt Vermeidungstendenzen. Nicht zu Unrecht. Aber in wie weit der Text aus dem 2.Petrus Brief am Ewigkeitssonntag auf keine offenen Ohren stoßen könnte, wäre an anderer Stelle zu diskutieren. http://www.ekir.de/url/4BK † Fest steht, dass große apokalyptische Szenen ihren Schrecken verloren haben, seit sie im 20 Jahrhundert von der Wirklichkeit eingeholt wurden. An die Angst im Nacken, verursacht durch unsere Arsenale zur Zerstörung des Planeten, haben wir uns gewöhnt. Ob dies Angst zur Umkehr (Buße) treibt? Fest steht aber auch, dass Gott Geduld mit uns hat und niemanden verloren gibt. Der neue Himmel und die neue Erde „in denen Gerechtigkeit wohnt“ ist jedenfalls keine Lichtjahre entfernt, sondern greifbare Hoffnung, die aufsteht gegen den Tod und seine Schrecken. Photo Credit: Gerald 2560 via Compfight cc

Before I die…

„Seid wachsam!“ Dieser Aufruf kann am kommenden Sonntag, an dem der Verstorbenen in den Gottesdiensten gedacht wird, schon bedrohlich wirken. Nicht ausgeschlossen, dass auch Gedanken an „Wachtturmträger“ zum Tragen kommen. Kein Wunder eigentlich, denn die Szenerie aus dem Markus Evangelium schildert nicht weniger als eine kosmische Katastrophe. http://www.ekir.de/url/gv7 Will man hinter dieses endzeitliche Bild auf den Gehalt der Mahnrede kommen, ersetzt man vielleicht „Wachsamkeit“ durch „Achtsamkeit“: Achtet auf euch und auf die Menschen um euch herum. Lebt bewusst im Angewiesen sein auf Gott. Verschiebt wichtiges im Leben nicht in die Ferne, „denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ (V33) „Before I die…“ – heißt eine Aktion, die nicht auf den Ewigkeitssonntag beschränkt sein muss. Unter http://beforeidie.cc/site/aachen/ findet ihr auch ein ökumenisches Projekt aus Aachen.

Jesaja 65, 17-29 und der neue Himmel

„Iß, trink, sei fröhlich auf der Erd‘, glaub nur nicht, dass es besser werd‘.“ Das deutsche Sprichwort verziert gerne gehäkelte Topflappen und bringt Küchentheologie vom feinsten auf den Tisch. Der Apostel Paulus zitiert einmal das Original, das da lautet: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ Da wird nichts gehäkelt und nichts verziert, da wird offenkundig zu einer Verdrängung des Gedankens der Endlichkeit aufgerufen. Am Totensonntag passiert das Gegenteil. Es heißt: Ruhe einkehren lassen, sich bewusst der Stille aussetzen. Totensonntag, das heißt aber auch, Gott keine Ruhe zu geben. Die Gräber, die wir besucht und auf die wir Blumen gelegt haben, schweigen. Der Tod gibt keine Antwort. Er ergibt auch keinen Sinn. Aus ihm lässt sich keine Zukunft bauen. Darum: „Augen auf!“ ruft uns der Prophet Jesaja im Predigttext für den kommenden Sonntag zu. Was kommt, ist ein neuer Himmel und eine neue Erde. Gott wird ein zweites mal zum Schöpfer. Das vermag Verzweiflung zu besänftigen, und ein unglückliches Herz beruhigen. Der Glaube an Gott, den Schöpfer richtet sich auf unsere Gegenwart. Aber …