Alle Artikel mit dem Schlagwort: ekir

Digitale Souveränität gewinnen

Unter diesem Motto findet morgen in Köln ein Studientag der Evangelischen Kirche im Rheinland statt. Grund genug einige Punkte aufzuzählen bei denen man nicht auf die Kirche warten muss, sondern selbst tätig werden kann: Auf Facebook verzichten. Oder wenigstens einen separaten Browser benutzen, damit beim Surfen  nicht alle Webseitenaufrufe protokolliert werden. (Die Alternative „ausloggen“ ist keine Alternative.) Auf WhatsApp ganz verzichten und stattdessen Signal oder Threema verwenden. Beim Smartphone Cyanogen als Betriebssystem nutzen, oder ein Ubuntu-Fon. Einen PC mit Tails im Haus bereitstellen, falls man der Süddeutschen Zeitung mehrere TB an Daten zur Verfügung stellen möchte 😉 Alternative Suchmaschinen wie Startpage oder Duckduckgo benutzen. Statt iCloud oder Google Drive Owncloud verwenden oder das neue Portal der ekir nutzen. Keine Urlaubsbilder Backup bei Amazon oder Google, auch wenn (oder gerade weil) es kostenlos ist. Mails verschlüsseln, oder einen sicheren Anbieter wie ProtonMail auswählen. Geld für eine VPN-Verbindung bei TunnelBear oder einem anderen Anbieter zahlen. Als Familie oder Kirchengemeinde über die Anschaffung eine Protonet-Servers nachdenken. Immer daran denken, dass der Unsicherheitsfaktor vor der Maschine sitz.   Just my …

Je höher ein Amt ist, in dem jemand steht, um so mehr und schwerer sündigt er.

An diesem Luther Zitat zum Einführungsgottesdienst von Superintendent Mathias Mölleken, hatte der Präses der rheinischen Kirche Pfarrer Manfred Rekowski sichtbar gefallen. Und nicht nur er, deswegen dieser Blogbeitrag 😉 Wir denken, dass dieses Wort auch auf der morgen beginnenden Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland (ekir) in der Kurstadt Bad Neuenahr zur „Anwendung“ kommen wird. Die vorläufige Tagesordnung und die Drucksachen zur Synode, findet ihr übrigens hier. Und die Tischreden Luthers gib es auch online. Falls ihr weiteres Interesse an einprägsamen Lutherzitaten haben, gefällt euch vielleicht dieses kleine Quiz.

Epheser 5, 15-21 und das Gläschen in Ehren

„Ein Gläschen in Ehren…“ Oder etwa doch? Auch wenn im Predigttext für den morgigen Sonntag die Aufforderung ergeht mit dem Gewächs des Weinstocks in Maßen umzugehen, liegt darin nicht die erste Stoßrichtung des Abschnitts aus dem Epheserbrief. Vielmehr geht es darum unter welchem Vorzeichen ein christliches Leben stehen soll. http://www.ekir.de/url/ZWg Überraschender Weise scheinen Alkohol und der Geist Gottes ähnliche Wirkung hervorrufen zu können. Die Pfingstgeschichte erzählt es jedenfalls so. Die Möglichkeit außer sich zu geraten kann offenbar durch das Eine oder den Anderen begünstigt werden. Im Falle des Geistes Gottes führt er uns über unsere Möglichkeiten hinaus und öffnet unsere Herzen und Sinne. So können wir seine Wirklichkeit unter uns wahrnehmen, auch wenn es um uns herum vollkommen anders aussieht. Diese Anwesenheit Gottes soll unser Leben bestimmen. Sein Geist in Ehren dem kann niemand wehren.

Skandalgeschichten als Heilsgeschichte

Skandalgeschichten an Königshäusern werden immer gern gelesen. Eine ganze Presselandschaft lebt davon. Man kann sich gelangweilt davon abwenden, oder zum Original greifen: Es beginnt mit Begierde, wächst sich aus zum Mordkomplott und auch eine Königshochzeit darf nicht fehlen. Die Hauptperson geht dabei über Leichen. Nachzulesen unter: http://www.ekir.de/url/Zfa Wenn wir Unrecht sehen, erkennen wir es. Jedenfalls manchmal. Wenn es das Unrecht anderer ist. König David musste die Erfahrung machen, als ihm der Prophet Nathan anhand einer fingierten Unrechtsgeschichte sein eigenes Fehlverhalten vor Augen stellte. Das „Du bist der Mann!“ verschlägt uns die Sprache und macht Selbstgerechtigkeit sichtbar. Für Gott allerdings kein Grund die Geschichte mit David zu beenden. Sie geht weiter. Und die Skandale auch. Die biblischen Erzählbücher leben davon: Skandalgeschichten als Heilsgeschichte zu erzählen, das geht nur bei Gott. Photo Credit: Hans Olofsson via Compfight cc

Israel Sonntag in der Evangelischen Kirche im Rheinland

Der für den 10. Sonntag nach Trinitatis (24.8), den Israelsonntag, in diesem Jahr vorgesehene Predigttext steht in Röm 11,25-32. Vorsicht ist hier geboten, vor allem vor politischen Aktualisierungsversuchen. Schließlich ist es verdichtete theologische Rede des Paulus. Zudem hat sich im Luthertext noch ein verhängnisvoller Übersetzungsfehler eingeschlichen: Die „Verstockung“, die „einem Teil Israels widerfahren sei“, ist eigentlich eine „Schwiele“ bzw. ein „Starkwuchs bei einem Bruch“. Es handelt sich also nicht um einen negativen Vorgang, sondern um das Einsetzen eines Heilungsprozesses. Die betroffene Körperpartie wird durch die „Schwiele“ geschützt, damit das Leben weitergehen kann. Wir verweisen hier auf die Arbeitshilfe der ekir „So wird ganz Israel gerettet werden“- http://www.ekir.de/www/downloads/ekir2014arbeitshilfe_israelsonntag.pdf Sowie eine Kurzfassung unter: http://www.ekir.de/www/service/christen-und-juden-15878.php

2017 – Reformation statt Reförmchen

Ich mag meinen Bonner Kollegen und „Dorfpfarrer“ Siegfried Eckert sehr gern, ist er doch einer der wenigen, die sich trauen Klartext zu reden. Über die Häufigkeit dieses Klartextes kann man indes streiten. Auch über die Präsenz in der Regionalpresse. Darüber hinaus ist sein neues Buch bestimmt lesenswert und die Sprachmächtigkeit von Eckert beeindruckend. Ob es ihm allerdings recht ist, dass für seine klugen Zwischenrufe Kriegsrhetorik bemüht wird, darf bezweifelt werden. In Zeiten in denen weltweit allerorten von „Sperrfeuer“ und Säbelrasseln zu hören ist, leistet K. Rüdiger Durth mit seinem Artikel im Generalanzeiger dem Eckertschen Anliegen sicher keinen guten Dienst. Das meint zumindest ein treuer Leser der „Dorfzeitschrift“: In der Zeit Krieg und Waffenhandel lesen wir von evangelischer Nabelschau im @gabonn: http://t.co/2YQwXRF5EX Finde den Fehler! #Kirche — Wilfried Lücker (@willimeck) August 16, 2014 Dem Pastor und Bundesverdienstkreuz Träger K. Rüdiger Durth wünscht man bisweilen dieses „mehr an theologischer Kompetenz“, das Eckert in seinem Buch fordert.

Trinitatis heißt Dreieinig nicht Dreifaltig

Der morgige Sonntag hat einen folgenschweren Namen: Trinitatis. Die nächsten 20 Sonntage werden nach ihm abgezählt. Bis zum 2.November. Offenbar ist dieses Fest wichtig. Theologisch bedeutsam ist es auf jeden Fall. Denn wenn der christliche Glaube Gott bekennt, tut er dass indem er ihn als Gott den Vater, Gott den Sohn, und Gott den Heiligen Geist erkannt hat. In der Beziehung dieser drei „Personen“ zeigt sich Gottes Wesen und es zeigt sicht vor allem, dass „Gott“ kein statischer Begriff, sondern lebendiger Austausch ist. In der Bezogenheit dieser drei zeigt sich eindeutig Leben. Und Eindeutigkeit meint gerade nicht „Dreifaltigkeit“. In der Geschichte von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligem Geist zeigt sich vielmehr die Einheit Gottes. Ein einziger, in sich selbst nicht abgeschlossener, sondern lebendig und allem Lebendigem zugewandter Gott. Wenn ihr diesem Fest mit dem folgenschweren Namen einen Dienst erweisen wollt, der die EINIGKEIT Gottes betont, schreibt eine kurze Notiz an die Herausgeber des liturgischen Kalenders der ekir mit dem Hinweis, dass der Begriff „Tag der Dreifaltigkeit“ eine höchst unangemessene Bezeichnung des Festes der …