Alle Artikel mit dem Schlagwort: Digitalisierung

Digitale Souveränität gewinnen

Unter diesem Motto findet morgen in Köln ein Studientag der Evangelischen Kirche im Rheinland statt. Grund genug einige Punkte aufzuzählen bei denen man nicht auf die Kirche warten muss, sondern selbst tätig werden kann: Auf Facebook verzichten. Oder wenigstens einen separaten Browser benutzen, damit beim Surfen  nicht alle Webseitenaufrufe protokolliert werden. (Die Alternative „ausloggen“ ist keine Alternative.) Auf WhatsApp ganz verzichten und stattdessen Signal oder Threema verwenden. Beim Smartphone Cyanogen als Betriebssystem nutzen, oder ein Ubuntu-Fon. Einen PC mit Tails im Haus bereitstellen, falls man der Süddeutschen Zeitung mehrere TB an Daten zur Verfügung stellen möchte 😉 Alternative Suchmaschinen wie Startpage oder Duckduckgo benutzen. Statt iCloud oder Google Drive Owncloud verwenden oder das neue Portal der ekir nutzen. Keine Urlaubsbilder Backup bei Amazon oder Google, auch wenn (oder gerade weil) es kostenlos ist. Mails verschlüsseln, oder einen sicheren Anbieter wie ProtonMail auswählen. Geld für eine VPN-Verbindung bei TunnelBear oder einem anderen Anbieter zahlen. Als Familie oder Kirchengemeinde über die Anschaffung eine Protonet-Servers nachdenken. Immer daran denken, dass der Unsicherheitsfaktor vor der Maschine sitz.   Just my …

IT-Strategie in der ekir

Am 3.4.2014 wurde im Haus der Kirche in Bonn eine „Uraufführung“ gestartet, so Dr. Johann Weusmann. Diese Uraufführung möchte, vor einem gesetzgeberischen Verfahren in den einzelnen Regionen der Landeskirche, die Akzeptanz ausloten und Anregungen einsammeln. Offenbar will man landeskirchlicherseits anders vorgehen als bei der Einführung des neuen kirchlichen Finanzwesens. Die Veranstaltungen fand ich durchaus gelungen, wie man auf dem Blog von Ralf Peter Reimann nachlesen kann. Allerdings bin ich immer wieder überrascht, wie wenig sich meine Kollegen (nur maskulinum!) an vorgegeben Vereinbarungen halten können. Die Struktur des Abends -Vortrag, Murmelphase, Verständnisfragen, Anregungen und Kommentare- war eigentlich einfach zu verstehen, dennoch scheint es schwierig zu sein die eigene Erfahrung/Meinung von reinen Verständnisnachfragen abzukoppeln. So hub etwa ein Kollege mit der steilen Wertung an, der Vortrag des IT-Betriebswirtes Rene Rausch habe etwas „mystisches“ gehabt. Wohlgemerkt: Es ging um Verständnisfragen! Der Redner hatte mehrfach betont, dass man von einem fertigen Konzept noch weit entfernt sei, und dass es darum ginge gewissermaßen visionär einen Blick darauf zu richten, was in den nächsten Jahren an Umgang mit IT immer mehr …

Digitalisierung der Gesellschaft

Ein wesentlicher Grund für zunehmende Unzufriedenheit mit politischem Handeln innerhalb unserer parlamentarischen Demokratie ist das Ausblenden der Digitalisierung unserer Gesellschaft. Die Herausforderungen vor der die politischen Parteien stehen ist nicht gering zu schätzen. Bislang scheint dieser Vorgang noch nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gefunden zu haben. Wahlerfolge der Piratenpartei werden als „Protest-Stimmen“ gedeutet, die eine diffuse Politikverdrossenheit zum Ausdruck bringen würden. Wie „das Internet“ „funktioniert“ wird als eine von IT-Fachleuten und Konzernen zu beantwortende Fragestellung verstanden. Dabei geht es um einschneidende, geradezu evolutionär anmutende Veränderungen moderner Gesellschaften. Für die Kirchen ist die Fragestellung einer Digitalisierung der Gesellschaft vor allem eine bedrohliche. „Virtualität“ steht für Phantasie-Welten und „Killerspiele“. „Das Internet“ stiehlt den Menschen eigentlich nur Zeit. Die Zeit, die sie aber dringend mit anderen „echten“ Menschen verbringen sollten. Dualistische Vorstellungen sind dem Christentum seit den Ursprüngen nicht fremd, bilden aber keine geeignete Grundlage der Frage nach der Digitalisierung der Gesellschaft angemessen zu begegnen. Es ist interessant an den Stellen im Vortrag von Prof. Kruse wo „Politik“ gesagt wird, „Kirche“ einzusetzen. Dann kann verständlich werden, dass „das Internet“ …