Alle Artikel mit dem Schlagwort: Afghanistan

Herr A.

Nur ein leises Klopfen ist an der Bürotür zu hören. Auf „Herein!“ erfolgt keine Reaktion. Ich öffne die Tür und bitte Herrn A. (23) einzutreten. Zögerlich nimmt er Platz. Seinen Vater möchte er anrufen, seit 4 Jahren hat er ihn nicht gesehen und seit einem Jahr nicht mehr gesprochen, weil telefonieren in Haft nur eingeschränkt möglich ist, nach Afghanistan erst recht.  Um seinen Vater zu kontaktieren muss Herr A. allerdings erst seine Mutter anrufen, die in Kabul wohnt, von ihr erhält er die Telefonnummer seines älteren Bruders, der schon lange im Ausland lebt. Nur dieser Bruder weiß, wo der Vater wohnt, die Eltern haben schon lange keinen Kontakt mehr. Als der Bruder erfährt, dass Herr A. aus dem Gefängnis anruft, muss dieser einen längeren „Vortrag“ über sich ergehen lassen. Es geht offenbar um die Familienehre und auch um Geld, jedenfalls muss Herr A. sich nach dem Telefonat erst einmal zehn Minuten sammeln: Er sei nun nicht mehr sein Bruder, wurde ihm eröffnet. Die beiden sahen sich zuletzt als Herr A. 14 Jahre alt war. Schließlich kommt das …

Niemals nackt im Wind 2.Kor.5,1-10

Stille Feiertage waren in den letztem beiden Jahren oft in der Diskussion. Besonders wegen oft geltender Tanzverbote. Morgen begegnet ein besonderer Feiertag. Als Volkstrauertag zeugt dieser stille Feiertag davon, wie weit die christlich-jüdische Erinnerungskultur staatliches Handeln bestimmt. Denn: Der Volkstrauertag ist kein kirchlicher Feiertag. 1952 eingeführt ist er ein „nationaler Trauertag zum Gedenken der Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus“. Dennoch wird es -hier und da- Anklänge im Gottesdienst geben, gerade weil der Predigttext aus 2.Kor5,1-10 eine Antwort auf die Frage zu geben versucht, warum und wie wir mit von Menschen verursachten Grausamkeiten umgehen können. http://www.ekir.de/url/D2x Krieg macht nackt und heimatlos. Er produziert Vertreibung, Flucht und Leid. Dabei soll es aber nicht bleiben! Gott wird uns neu anziehen, uns neuen Lebensraum schaffen: „Das Sterbliche wird verschlungen vom Leben“ (V4). Gleichwie unter dem Zeichen des Kreuzes Christi, neues Leben hervor tritt. Das ist keine Vertröstung auf ein Jenseits, sondern christlich bereits erfahrene Hoffnung, die von Gott kommt. Diese Anwesenheit zeigt sich im Geist, der „Gott bei uns“ ist. Darum ändert sich unser Blick auf die …