Alle Artikel mit dem Schlagwort: Advent

Joh.1,19-23

Der kommende Adventssonntag hat es schwer in diesem Jahr. So dicht am Heiligen Abend, nimmt ihn wohl kaum jemand richtig wahr. Letzte Vorbereitungen zum Heiligen Abend dulden keinen Aufschub. So ähnlich bei Johannes dem Täufer. Im Predigttext aus dem Johannes Evangelium Kap.1,19-23 wird ihm zwar eine gewisse Aufmerksamkeit zuteil, aber im eigentlichen Fokus der Fragestellung steht ein anderer. „Nein, ich bin es nicht, auf den ihr wartet“ -muss er antworten. Also noch etwas Geduld. Immerhin geht es um den, der kommen soll als jemand, in dem der Unterschied zwischen Gott und Mensch verschwindet. Seine Gegenwart in Bethlehem wirft daher jene Frage auf, die auch dem Täufer gestellt wird: „Wer bist du?“ Die Frage lässt sich nicht so eindeutig beantworten wie eine Quiz Frage. Sie will von mir gestellt und vom Evangelium beantwortet werden. Dazu muss man sich aufmachen. Beim Täufer zu beginnen ist keine Schlechte Idee. Wer dort beginnt, gelangt zum Stall.

Jesaja 40, 1-11

Im Predigttext für den dritten Sonntag im Advent spricht sich ein Prophet für schnelle Internetleitungen aus. VDSL 25 sollte es schon sein, wenn es nach „Deuterojesaja“ geht. Denn wenn es darum geht, dass Gott kommt, kann die Rettung auf der Datenautobahn gar nicht schell genug sein, um dort anzukommen, wo Befreiung aus trostlosen Verhältnissen erwartet wird. Die Schriften des Mannes mit dem Kunstnamen finden sich im Buch des Propheten Jesaja ab Kapitel 40. Am kommenden Sonntag geht es um die Verse 1-11 in denen dem Volk Israel, das sich im Exil befindet die Befreiung angekündigt wird. Gott wird kommen, alle Hindernisse sollen aus dem Weg geräumt werden, damit er sein Volk aus der Unterdrückung nach Hause bringen kann. So schnell, wie es geht. Das lange Warten hat ein Ende. Neues wird entdeckt. Die Zeichen stehen auf Aufbruch und Neuanfang. Gott tröstet und sein glanzvolles Kommen schafft Klarheit.

Jesaja 35, 3-10

Wer dieser Tage wunschlos glücklich ist, hat es schwer. Sogar die Adventsschmuck-Gegener seufzen. Alles ist auf’s Wünschen gebürstet. Ginge es nach den Wünschen der Käufer und Verkäufer, könnte die besondere Stimmung gut zwei Wochen früher beginnen. Kein Wunder. Eigentlich. Gott kommt und Menschen geraten in Bewegung. Ihrer Hoffnung darf Ausdruck verliehen werden. Im Predigttext für den zweiten Adventssonntag Jes. 35,3-10 kommt sie zur Sprache: Die Wüste blüht, denn Wasser bringt Leben. Blinde sehen, Lahme gehen. Ewige Freude ohne Ende. Solch einer Verheißung kann nicht Raum genug gegeben werden mit Lichterglanz und -schmuck. Eine Gewähr dafür ist dies alles allerdings nicht, ob wir das Neue wirklich entdecken, das da unter uns verheißungsvoll beginnt. Solange wir Gott nur mit unseren Gedanken herbei denken oder gar in unserem Handeln verwirklichen wollen, bleibt uns das Wunder verborgen. Manchmal hilft es, einen Schritt zurück zu treten und von Ferne auf alles zu schauen. Dann wird es uns vielleicht gehen wie Johannes dem Täufer, als dieser Jesus skeptisch fragt: Bist du es oder sollen wir auf einen anderen warten? -und Jesus …

Lukas 1, 67-79 Advenstlieder haben es in sich

Lieder haben es in sich. Adventslieder allzumal. „Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie. Die Adventslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt jemand dieser Tage sein Empfinden.  Das Besondere im Advent ist, dass es eine scheinbar identische Situation gibt.  Eine Situation die sich jährlich wiederholt.  Im Advent klingt in uns an, was wir sonst immer meiden: Wir warten, suchen. Und wir haben Gefallen am Warten. Im Advent suchen wir nach dem Besonderen und wir tun das jedes Jahr auf’s Neue. Darum warten wir gerne. Erklärt das dieses besondere unverwechselbare Advents-„Gefühl“? Geht es darum, diesem Suchen und Warten nachzuspüren, es für mich fruchtbar zu machen, als eine Botschaft, die weit über diese Zeit hinausreicht?  
Das ist gar nicht so so leicht. Da hatte es der Vater Johannes des Täufers es schon einfacher, denn er besingt „das Licht aus der Höhe“ zum ersten mal. Es soll denen erscheinen, die in „Finsternis sitzen“ und unsere „Füße auf den Weg des Friedens richten“. In seinem Lied im Lukasevangelium …

Predigt über Philipper 4,4-6 (für Schnelleser)

Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: „Für’s Netz müsstest du das prägnanter sagen“. Das gelingt oft nicht. Hier habe ich einen Versuch gemacht, eine Predigt aus dem Jahr 2009, die in diesem Monat sehr oft gelesen wurde, in einer gekürzten Fassung noch einmal „anzubieten“. Mal sehen, welche Fassung mehr Leser_innen findet…. Lächel doch mal! Freust du dich denn gar nicht? Nun sei doch nicht so! Dir kann man aber auch gar nichts recht machen! Vier Sätze, die wir nicht gern hören. Am Heiligen Abend in einer unbedachten Äußerung verwendet, können sie zu einem wahren Fiasko familiärer Befindlichkeit führen! Ich gebe zu ich hab´s nicht so mit dem Freuen. Der Zwang “gut drauf” zu sein, regt mich meistens mehr auf als an. Und dauergrinsende Fernsehgestalten, die mundgerecht die Welt erklären, lassen mich das Radio einschalten. Dabei schätze ich Freundlichkeit (zumal im Alltag) sehr und finde auch, dass man vor allem sich selbst gegenüber oft …

Wer alles richtig machen will….

Sie will alles richtig machen. Wenigstens wenn sie einmal im Jahr alle beisammen hat, soll alles stimmen. Es soll schön werden. Doch sie will nichts erzwingen. Nichts soll durchgeplant werden. Am besten stellt sich das Gefühl „zu Hause“ von selbst ein. Fast wie von selbst wenigstens. Diese Hoffnung hatte sie jedes Jahr. Alle Jahre wieder. Wohl wissend, dass es eine Gratwanderung war, bei der auch der Absturz drohen konnte. Doch daran will sie gar nicht denken. Schließlich sei das Fest kein Fest der Angst, sondern eines der Freude. Und es bedeutet ihr viel. Eigentlich immer mehr. Und obwohl sie viel vorbereitet, weiß sie, dass zum Gelingen alles vom Himmel her kommen muss. Das wünscht sie: Den Himmel offen stehen sehen und merken, dass es doch gut ausgeht. Das Leben. Ihr Leben und das ihrer Kinder. Mit dieser Hoffnung fühlt sie sich allein. Viele reden schlecht über das Fest. Das Fest der Liebe sei zum Fest des Schenkens verkommen. Inhaltslos und verkitscht. Gerade noch tauglich dazu, Sehnsüchte zu wecken. Aber längst nicht mehr im Stande, sie …

Wie infantil ist Weihnachten?

„Weihnachten ist Katzenberger“. So könnte man den Artikel von Arno Kleinebeckel zusammen fassen. Dass sich jemand über das nicht zu seinem Lifestyle passendes Fest Luft macht ist nachvollziehbar, für manchen sogar verständlich. Und dass darin betont wird, dieses Fest habe in sich gleich mehrere „Schwindel“ zeigt ein Behüten diesem „Event Weihnachten“ irgendwie auf die Schliche zu kommen. Das finde ich zunächst einmal sympathisch. Und die These, dass das Fest ohne religiösen „Kontext“ auskommt wird dann richtig, wenn „religiös“ gegen „kirchlich“ ausgetauscht wird Nun ließe sich zu den vielen (teilweise auch theologisch angeschnittenen) Punkten einiges erwidern, ich möchte aber nur auf die Quintessenz des Artikels eingehen, die da lautet: „Das Wesen des Festes ist der infantile Ritus selbst, die Wiederholung des Immer-Gleichen. Mag auch sonst alles fraglicher geworden sein.“