Predigt über Offenbarung 5,1-5 1.Advent

sound knopf

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Weil Predigt eigentlich fürs Hören geschrieben wird. Hier ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst am ersten Advent in der Friedenskirche. Die Qualität ist noch verbesserungswürdig, aber das Geraschel hört nach einer Minute immerhin auf. Leider war das richtig gute Gemeindemikro nicht verfügbar, aber für elf Minuten und 50 Sekunden mag es für dieses Mal gehen….

Predigt Offenbarung 5,1-5

Und für die, die nicht die Zeit zum Hören haben, folgt eine Kurzfassung:

„Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Das kennen Sie.
Das beliebte Spiel „ich sehe was, was du nicht siehst“ war einst besonders auf langen Autofahrten beliebt. Continue reading

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Wer alles richtig machen will….

Kreuz vor blauem Hintergrund

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Sie will alles richtig machen.
Wenigstens wenn sie einmal im Jahr alle beisammen hat, soll alles stimmen.
Es soll schön werden. Doch sie will nichts erzwingen. Nichts soll durchgeplant werden. Am besten stellt sich das Gefühl “zu Hause” von selbst ein.
Fast wie von selbst wenigstens. Diese Hoffnung hatte sie jedes Jahr.

Alle Jahre wieder. Wohl wissend, dass es eine Gratwanderung war, bei der auch der Absturz drohen konnte. Doch daran will sie gar nicht denken. Schließlich sei das Fest kein Fest der Angst, sondern eines der Freude.
Und es bedeutet ihr viel. Eigentlich immer mehr. Und obwohl sie viel vorbereitet, weiß sie, dass zum Gelingen alles vom Himmel her kommen muss. Das wünscht sie: Den Himmel offen stehen sehen und merken, dass es doch gut ausgeht.
Das Leben. Ihr Leben und das ihrer Kinder.
Mit dieser Hoffnung fühlt sie sich allein. Viele reden schlecht über das Fest. Das Fest der Liebe sei zum Fest des Schenkens verkommen. Inhaltslos und verkitscht. Gerade noch tauglich dazu, Sehnsüchte zu wecken. Aber längst nicht mehr im Stande, sie auch zu stillen.
Doch sie lässt sich ihr Fest nicht klein reden. Wenn sie Kerzen, Kranz und Schmuck vom Dachboden holt, bereitet sie einem Weg.
Sie bereitet ihm einen Weg. Ihm, der versprochen hatte Weg, Wahrheit und Leben nicht nur zu zeigen sondern zu sein. Der die Mächtigen vom Thron stößt und die Niedrigen erhöht.
Seinem Glanz, so weiß sie, kann keine Marzipankugel etwas anhaben und Licht ist seine besondere Spezialität. Aber ohne Ketten.
Er ist zu ihr gekommen. Hat sich Herberge genommen. Er geht nicht mehr.
Nicht aus dem Kopf, nicht aus dem Herz. Gott hat Wohnung genommen bei ihr. Und ihre Wohnung ist schön.

Durch ihn weiß sie auch:
Wer alles richtig machen will, hat den ersten Fehler schon hinter sich. Darüber freut sie sich alle Tage und an ihrem Fest besonders.

“Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. Und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.” (Jesaja 9,1)

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Im Pfarrhaus soll es rein zu gehen!

foto: sxc.hu Zumindest “rein evangelisch”.
Das ist der Wille der Mehrheit der Synode der EKD, und gehört seit einem Jahr zum Bestand des neuen EKD Pfarr-Dienstrechtes, dass Eheschließungen von Pfarrerinnen und Pfarrern (zunächst einmal) nur unter konfessionell evangelischen Partner_innen möglich sein lässt.

Das wundert nur Außenstehende, denn in den meisten Landeskirchen findet dieses Vorgehen den gesetzlichen Rückhalt in bestehenden Pfarrdienstgesetzen. Nun hat der Fall einer Vikarin aus der Würtembergischen Landeskirche für größere Resonanz gesorgt. Man darf vermuten, dass es in diesem Fall zu enormen Kommunikationsstörungen gekommen sein muss, denn im Regelfall werden derartige Fälle überaus geräuschlos geklärt. Meistens wird nämlich von den (gesetzlich vorgesehene) Ausnahmeregelungen Gebrauch gemacht.

Ein “Im Prinzip schon, aber…” ist besonders bei Kirchen synodal verfasster Struktur beliebt, da die Freiheit des Leitungsgremiums in seinen Entscheidungskompetenz als höchstes Gut betrachtet wird. Da wundert es nicht, dass die Synode der EKD so weiter zu machen gedachte. Allerdings hat eine andere Synode, die der reformierten Kirche unlängst in Emden darauf hingewiesen, dass diese Anwendung pfarrdienstrechtlicher Praxis schlichtweg überflüssig sei.
Es kann der reformierten Synode nicht hoch genug angerechnet werden, dass sie mit ihrer Beschlussfassung ein deutlich evangelisches Zeichen setzt (Mehr als ein Zeichen wird es allerdings wohl kaum sein). Denn im Evangelium ist die “Liebe” die größte unter den Gnadengaben. Wie könnte es “evangelisch” sein der Liebe konfesionelle Handschellen anzulegen?

An diesem Beispiel wird augenfällig , unter welcher Beobachtung und unter welchem ideologischen Gezerre die Diskussion um Lebensformen im Pfarrhaus steht.
In der evangelischen Kirche im Rheinland z.B., kann das Leitungsgremium immerhin beschließen, dass schwule und lesbische Partnerschaften im Pfarrhaus zusammenleben dürfen (was zu begrüßen ist, aber in anderen evangelischen Kirchen immer noch für erheblichen Wirbel sorgt). Soll jedoch eine Eheschließung mit einem nicht evangelischen Ehepartner vorgenommen werden, ist ein Gespräch mit der Kirchenleitung notwendig. Diese “fein abgestufte” Praxis ist kaum mit plausiblen Argumenten zu füllen.
Hier gleicht die kirchengesetzliche Praxis eher der eines “angeschlagenen Boxers”, der von einer in die nächste ideologische Ecke taumelt, wie es OKR Thies Gundlach einmal von der römischen Kirche meinte aussagen zu müssen.

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Vom Zwang zur Visualisierung (Hell No!)

Kurve geht nach unten

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Info Graphiken sind beliebt schließlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und wenn man zu einer Präsentation noch tausend Worte Vortrag “gratis” dazu bekommt, steht der (Verkaufs-) Erfolg fast garantiert ins Haus.
Die vermeintliche Klarheit der Aussage könnte aber auch schlicht verloren gehen, weil eine Elementarisierung nicht selten eine Simplifizierung nach sich zieht.
In diese Falle sind wohl auch einige Programmierer von openbible.info getappt.

Das Ziel positive und negative Aussagen der Bibel zu filtern, zu summieren und anschließend graphisch zu präsentieren scheint gründlich misslungen. Die Lesbarkeit gelingt nur mit Mühe, der Gehalt jedoch erschließt sich nicht. Jedenfalls mir nicht:
Der grundlegende Fehler scheint darin zu liegen, dass die Bibel als ein Buch betrachtet wird, dass Gegenstand einer solchen stilistischen Betrachtung sein kann.
Nun ist die Bibel allerdings kein Buch, sonder eine Bibliothek aus verschiedenen Büchern. Würde man alle meine Bücher eines Regalmeters auf diese Weise untersuchen, welchen Sinn sollte das machen? Das Ergebnis aber wäre vermutlich dasselbe: Es finden sich sowohl positive wie negative Aussagen darin.

Aber selbst wenn man nun die Einzeluntersuchung der einzelnen biblischen Bücher anschaut lässt sich daraus kein Erkenntnisgewinn ziehen. Betrachtet man z.B. die Amplituden des sehr überschaubaren Amosbuches, findet man ein fast ausgewogenes Verhältnis von “schwarzen” und “roten” Bereichen. Allerdings lässt sich mit einigem Einleitungswissen in alttestamentlicher Theologie belegen, dass Amos ein reiner “Unheils-Prophet” war. Sämtliche (positiven?) Heilsworte sind sekundär eingetragen.
Folglich müsste eine aussagekräftige Graphik für dieses Buch ausschließlich schwarze Bereiche zeigen, um dem eigenen Anspruch von Visualisierung vorhandener negativer Aussagen gerecht zu werden.

Ähnliches ließe sich verschärft vom Jesajabuch sagen. Schließlich handelt es sich hier um mindestens zwei verschiedene Schriftsteller (Kap.1-39 Jesaja; Kap. 40-55 ein namenloser anderer Prophet zu einer anderen Zeit). Welchen Sinn macht es zwei unterschiedliche Schriftsteller unter ein und demselben “Buch” zu behandeln zu wollen um Aussagen über ihrer beider positiven wie negativen Vorlieben zu machen.

Aber vielleicht sehe ich das alles viel zu (Theologen-) kritisch und die programmierfreudigen PhP Freunde unter euch belehren mich eines besseren.
Ich entdecke darin nur einen unbändigen Zwang zur ständigen Visualisierung komplexer Zusammenhänge, die sich leider oft eben nicht elementarisieren lassen.

In Zusammenhang, ist es vielleicht gar nicht verkehrt von einer “Amenisierung” zu sprechen.
Denn unter getamen.com kann man Dinge, Personen und Orte in genau diese beiden Kategorien einteilen.
Im Fall der gerade skizzierten Bibel Analyse würde ich glatt zu einem “Hell No” tendieren.

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Occupy und die Kirchen

No in kettenform gelegt

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Die Occupy Bewegung ist in aller Munde. Weltweit organisierte Veranstaltungen mit Happening Charakter werden gerne ins Visier der medialen Aufmerksamkeit genommen und die sozialen Netzwerke sorgen für zusätzliche Multiplikation oder sind oft sogar der Grund der Aufmerksamkeit. Zelte, Tweets und ein Live-Stream sind heute so kreativ wie große Transparente in der Vergangenheit. Die müssen heute nur noch DIN A4 Größe haben um auf dem Handy Upload gut lesbar zu sein. Gewiß: Demo 2.0 ist heute effektiver als vor 40 Jahren und ein wenig bequemer.

Leider macht sich diese Bequemlichkeit auch in Stellungnahmen von kirchlich engagierten Menschen breit.
“Hauptsache dabei sein” ist oft genug der Motor für die hektische Betriebsamkeit nur ja keinen Trend zu verpassen. Denn morgen schon ist ein anderes Thema ganz oben auf der Tagesordnung. Nachhaltig ist das nicht. Und ob das zu vermehrter Nachdenklichkeit führt ist zumindest zu fragen.

Vorgestern Ägypten: “Ja, auch wir als Kirche sind für Freiheit und Freiheitsrechte”
Gestern Japan: “Kernenergie ist mit dem Evangelium nicht vereinbar”
Heute Occupy: “Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon”

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bestreite nicht den Zusammenhang der genannten Themen mit kirchlichem Auftrag. Im Gegenteil! Er ist zutiefst berechtigt und in den gerade genannten Beispielen vom Evangelium sogar geboten. Was mich jedoch stört ist die Tendenz zum “Themenhopping”. Reflexartig scheint sich (zumindest im protestantischen Bereich) eine Wut zur Stellungnahme zu entwickeln, die einst nur bei kirchenleitenden Gremien zu beobachten war, im Web 2.0 aber auch vor Einzelpersonen nicht halt macht.

Am Beispiel der Bewertung der Occupy Bewegung ist zu beobachten, wie kirchliches Engagement in den letzten 35 Jahren vollkommen außer acht gelassen werden kann.
Denn der Protest ist doch nicht wirklich neu. Er gewinnt angesichts der Finanzkrise(n) und drohenden Staatspleiten nur neue, berechtigte Aktualität. Continue reading

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Der Liebe Gott und der nickelige Jesus (Predigt Mt 21, 28-32)

„Das ist aber ein ganz Lieber!“

Diesen Satz kennen Sie bestimmt aus verschiedenen Zusammenhängen.

Oft wird er auf Personen, besonders aber auf viele Vierbeinern (Hunde) bezogen, meist auch von dem Satz begleitet: „Der will nur spielen!“

Aber auch der liebe Opa, oder die liebe Oma kann gemeint sein, oder die nette Arbeitskollegin, die sich alles gefallen lässt.

Und der „liebe Gott“ ist ja auch so ein lieber –außer wenn er alles sieht, oder gerade deswegen?

Nun wird dieses „der ist aber ein ganz Lieber“ auch von Jesus ausgesagt. In Kirchenliedern zum Beispiel: „Liebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören“oder „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“, die Beispiele ließen sich verlängern.

In heutigen Predigttext ist Jesus allerdings alles andere als lieb. Genaugenommen ist er sogar richtig nickelig, denn er führt seine Zuhörerinnen aufs Glatteis.  Continue reading

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Jochen Vollmer im deutschen Pfarrerblatt

Zur Zeit wird ein Artikel im deutschen Pfarrerblatt heftig angefeindet. Hier eine kurze Einschätzung zur Problematik:

Israel Flag

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Ich teile die Meinung des Autors nicht.

Dennoch kann es m.E. nicht angehen eine Meinungsäußerung (noch dazu in einem Printmedium einer “Splittergruppe”) zur Chefsache des Ratvorsitzenden erklären lassen zu wollen. Wir diskutieren viel (auch theologischen) “Mist” z.B. von Alt-Bischöfen, aber beim Israel Thema sollen alle plötzlich einer Meinung sein?
Bedenklich finde ich, dass nur laut genug “rheinischer-Synodalbeschluss von 1980″ gebrüllt werden muss um den vermeintlichen “Gegner” zum Schweigen bringen zu wollen. Das ist im Rheinland schon der Fall, wenn die Barmer Theologische Erklärung wie das Weihnachtsevangelium des Lukas zitiert werden kann, obwohl es EKDweit theologisch strittig ist, ob diese Erklärung den Rang einer reformatorischen Bekenntnisschrift hat.
Eine ähnliche Entwicklung sehe ich, wenn es um die Kritik am Synodalbeschluss “Christen und Juden” geht. Vielleicht bin ich da als reformierter und rheinischer Pfarrer etwas zu kleinlich. Aber ich finde der Präses sollte so mit dem Text umgehen, wie mit einigen Texten der evangelischen Allianz oder Gruppen, die eine Judenmission befürworten: Nicht erwähnen oder kommentieren!

Aktualisierung vom 31.8.2011:

Inzwischen sind die Wellen um den Vollmer Text noch höher geschlagen. Eine gute und ernst zu nehmende Übersicht hat Barbara Schenk gestern auf reformiert-info.de zusammengestellt.

Mir ging und mir geht es nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Artikel von Jochen Vollmer, sonder vielmehr um die Art und Weise, in der nach dem Ratsvorsitzenden gerufen wurde, er solle und er müsse dazu Stellung beziehen. Damit wird der Eindruck erweckt es gäbe in den evangelischen Kirchen eine ähnliche Institution wie das päpstliche Lehramt, das festlegen könne, welche Inhalte diskutiert werden dürfen und welchen einem Konzil zu überlassen seien (aktuelles Beispiel ist die Diskussion in der katholischen Kirche in Österreich, die sich u.a. daran stößt, dass eben über die Priesterweihe von Frauen nicht diskutiert werden darf.) Continue reading

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