Krippenkinder

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Weihnachten, stehen die Kinder im Mittelpunkt.
Und es ist schön, die Spannung der Kinder mitzuerleben, die sich auf Weihnachten freuen. Was an Kindern so fasziniert, das ist ihr Unmittelbarkeit, die wir unter uns Erwachsenen oft suchen.
Und manches Mal kann man sich dann der Vorstellung kaum entziehen, dass Kinder im Grunde die besseren Menschen sind.

„Seht welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen und wir sind es auch.“ Heißt es im Predigttext für den heutigen 1. Weihnachtstag im 1Johannesbrief Kap 3:

Wir sind Kinder Gottes, weil wir von Gott angesprochen sind, weil er unser Leben begleiten will, weil wir von ihm her kommen und er für uns da ist. Kinder Gottes gehen den Weg des Erwachsenwerdens im Glauben. Richtig erwachsen werden wir dabei aber nie, Gott sei Dank! Wir bleiben seine Kinder, aber nicht als naive Gläubige, als kindlich verträumte, sondern als solche, die Unfertiges als Chance begreifen. Gottes Kinder sollen wir heißen, ja nicht nur heißen, sondern wir sind es auch.

Wir werden also selber Jesus-Kinder, Krippenkinder, die auf Gottes Fürsorge angewiesen sind.

In diesem einen Kind fängt diese neue Wirklichkeit an.
Nicht fertig, nicht erwachsen, aber sie beginnt in ihm, damit wir aus ihm leben können.

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Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig

foto: sxc.hu

Noch jung der Vorsatz.
Wenige Stunden erst.
Vielleicht Tage oder Wochen schon.
Doch ab heute zählt’s.
Es geht los.
Der Vorsatz gilt.

Die Strategie ist klar.
Die Ziele sind gesetzt.

Wohl dem, der das schon mal geleistet hat.
Denn dann ist Orientierung gegeben und für Umsetzung gesorgt.

Starke Leistung, wer dazu in der Lage ist: Ziele formulieren, Pläne machen. Und wenn es gut gelingt sogar die Strategien zu Selbstüberwindung mit einbauen. Dann geht es in großen Schritten auf das Ziel zu.

Grandios. Da kann man und Frau nur sagen Hut ab. Applaus.
Doch:
Das Jahr ist jung.
Der Kalender noch unbeschrieben, aber die Ahnung, dass alles so unberührt, so chancenreich und mit völlig offenen Möglichkeiten vor mir liegt, ist in Wahrheit wirklich nur eine Ahnung. Und diese Ahnung bleibt.
Sie hängt gewissermaßen schon als Begleitfaktor mit über dem neuen, noch jungen Jahr.

Schnell ist manchmal verflogen, was kraftvoll begann.
Und Biblische Weisheit geht in den Volksmund über:
“Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.”

So schleicht er sich ein dieser Gedanke.
So mischt er sich unter alle gefassten Vorsätze.
Er begleitet den strunzenden Optimismus mit einer Ahnung davon, dass auch ein Scheitern nicht ganz ausgeschlossen ist.

Das Scheitern mitzudenken gehört nun nicht zu den Tugenden, die der Coach seinem Team mit auf den Weg zu geben hat.
Der Coach soll vielmehr stärken, hart machen.
Er soll zu Selbstvertrauen führen, das grenzenlos ist und das in dem vielzitierten Satz mündet, der von Sportlern, wie von Popstars gleichermaßen gerne bemüht wird:
“Ich glaube an mich.”

Dieses “Ich glaube an mich” ist gewissermaßen die Antithese zu der Jahreslosung aus dem 2.Korintherbrief 12,9: “Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den schwachen mächtig.” Continue reading

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Das besondere “Gefühl an Weihnachten”

hüpfender Gitarrenspieler

sxc.hu

Lieder haben es in sich!
Weihnachtslieder allzumal!
„Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie.
Die Weihnachtslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt ein Prominenter sein Empfinden. Selbst ein „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus dem dumpfen Lautsprecher eine Kinderkarusells gehört wohl auch ein wenig zu diesem „Besonderen“.
An Weihnachten ist das Besondere, dass es eine scheinbar identische Situation gibt. Eine identische Situation die sich gleichwohl jährlich wiederholt. An Weihnachten klingt in uns an, was wir sonst immer meiden, weil es nämlich leicht langweilig wird; an Weihnachten suchen wir das Besondere im Identischen.
Das Besondere im Identischen?

Erklärt das dieses besondere unverwechselbare Weihnachtsgefühl?
Geht es nicht genau darum, diesem Weihnachtsgefühl nachzuspüren? Es für mich fruchtbar zu machen, als eine Botschaft, als eine Lebenshaltung, die weit über diesen Heiligen Abend hinausreicht? Eben das Besondere im identischen zu entdecken?
Das nun freilich schafft man nicht so leicht.
Man und frau muss es sich vornehmen und wollen, dann kann so etwas gelingen:

-Dass ich mich neu sehe. Meine Person in neuem Licht.
-Dass ich klarer sehe, worauf es im Leben ankommt.
-Dass ich Auswege aus Sackgassen meines Lebens finde und breite, überschaubare Pfade verlasse.
-Und auch, dass ich glauben kann, und beten.

Wie ein Kind.
Zu einem Kind.
Das macht das Besondere der weihnachtlichen Situation aus, dass kann jedes Jahr von neuem beginnen.

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Digitalisierung der Gesellschaft

Ein wesentlicher Grund für zunehmende Unzufriedenheit mit politischem Handeln innerhalb unserer parlamentarischen Demokratie ist das Ausblenden der Digitalisierung unserer Gesellschaft. Die Herausforderungen vor der die politischen Parteien stehen ist nicht gering zu schätzen. Bislang scheint dieser Vorgang noch nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gefunden zu haben. Wahlerfolge der Piratenpartei werden als “Protest-Stimmen” gedeutet, die eine diffuse Politikverdrossenheit zum Ausdruck bringen würden. Wie “das Internet” “funktioniert” wird als eine von IT-Fachleuten und Konzernen zu beantwortende Fragestellung verstanden. Dabei geht es um einschneidende, geradezu evolutionär anmutende Veränderungen moderner Gesellschaften.
Für die Kirchen ist die Fragestellung einer Digitalisierung der Gesellschaft vor allem eine bedrohliche.
“Virtualität” steht für Phantasie-Welten und “Killerspiele”. “Das Internet” stiehlt den Menschen eigentlich nur Zeit. Die Zeit, die sie aber dringend mit anderen “echten” Menschen verbringen sollten. Dualistische Vorstellungen sind dem Christentum seit den Ursprüngen nicht fremd, bilden aber keine geeignete Grundlage der Frage nach der Digitalisierung der Gesellschaft angemessen zu begegnen.
Es ist interessant an den Stellen im Vortrag von Prof. Kruse wo “Politik” gesagt wird, “Kirche” einzusetzen. Dann kann verständlich werden, dass “das Internet” mehr ist als eine Spielwiese, die man auch unbeachtet sich selbst überlassen kann.

Ich danke Jörg Lohrer für diesen Hinweis.

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Predigt über Philipper 4,4-6 (short version; für Schnelleser)

Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: “Für’s Netz müsstest du das prägnanter sagen”. Das gelingt oft nicht. Hier habe ich einen Versuch gemacht, eine Predigt aus dem Jahr 2009, die in diesem Monat sehr oft gelesen wurde, in einer gekürzten Fassung noch einmal “anzubieten”. Mal sehen, welche Fassung mehr Leser_innen findet….

grinsende Himbeere

sxc.hu

Lächel doch mal!
Freust du dich denn gar nicht?
Nun sei doch nicht so!
Dir kann man aber auch gar nichts recht machen!

Vier Sätze, die wir nicht gern hören. Am Heiligen Abend in einer unbedachten Äußerung verwendet, können sie zu einem wahren Fiasko familiärer Befindlichkeit führen! Ich gebe zu ich hab´s nicht so mit dem Freuen. Der Zwang “gut drauf” zu sein, regt mich meistens mehr auf als an. Und dauergrinsende Fernsehgestalten, die mundgerecht die Welt erklären, lassen mich das Radio einschalten. Dabei schätze ich Freundlichkeit (zumal im Alltag) sehr und finde auch, dass man vor allem sich selbst gegenüber oft freundlicher sein könnte.Dann klappt´s vielleicht auch mit dem Nachbarn.

Aber wehe einer steht auf und sagt:
“Die Hände zum Himmel. kommt lasst und fröhlich sein!”
Das finde ich aufgesetzt, da mach ich nicht mit Continue reading

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Weihnachten ist unterm Baum verschieden

Frau mit Geschenk

foto: sxc.hu

Alle Kirchenjahreszeit wieder offenbar dasselbe Ritual: Die kreativen Werbetexter_innen ersinnen zu den Feiertagen einen griffige Slogan, der sich einerseits festsetzt, andererseits Widerspruch hervorruft. War es Ostern noch eine Buchhandlung, die ihre “Hasenfest” Werbung zurückzog, soll jetzt einem Elektronik Markt auf die Finger geklopft werden. Hier wie dort von der (katholischen) Kirche. Doch nicht nur institutionalisierte Formen des Christentums melden Protest an, auch in sogenannten sozialen Netzwerken meldet sich erheblicher Widerspruch gegen die “These”: “Weihnachten wird unterm Baum entschieden”.

Der christliche Widerspruch führte sogar zu einer Einheits-email, die die Elektronikkette an aufgebrachte Kritiker verfasste. Die Eindeutigkeit der dort gegebenen Erklärung führte in den meisten Fällen jedoch zu noch mehr Kritik, denn in dem Schreiben wurde in schlichter Marketing Sprache erklärt, dass Weihnachten tatsächlich unterm Baum entschieden werde, und zwar am besten mit dem Produkten, die man zu äußerst günstigen Preisen in eben jenem Markt kaufen könne. Insofern bringe der Spruch auf den Punkt, was sich am heiligen Abend, unter vielen Weihnachtsbäumen in der guten Stube, ereigne. Religiöse Gefühle wolle man nicht verletzen.

Es liegt natürlich nahe zu opponieren: Schließlich werde Weihnachten nicht unter dem Baum, sondern in der Krippe entschieden. Allerdings ist es mir dann doch lieber die Unterhaltungselektronik liegt unterm Baum und nicht in der Krippe. Denn auch das ist doch nicht von der Hand zu weisen: Das Zeug muss doch irgendwohin!
Es beschleicht mich der Verdacht, dass Kirchenmenschen doch einwenig neidisch sind, auf die Macht der Worte, mit denen die Werbeindustrie sich die Deutehoheit über den Dezember erkauft. Das “Eigentliche”, so der weitere Verdacht gerät doch dadurch immer mehr ins Hintertreffen. Das dürfen “wir” nicht zulassen, da müssen “wir” gegenhalten ist die faktische Konsequenz zu einem derartigen Machtspiel.
Doch sind wir als Christenmenschen gut beraten uns auf diese Art des Kräftemessens einzulassen und ebenso lautstark gegen die großmäuligen Sprüche zu reagieren?

ER kam auf einem Esel und nicht auf einem Roß.
ER kam als schutzloses Kind und alle knieten nieder.
ER zog durch die Provinz und nicht durch die Gassen von Jerusalem.
ER starb schändlich als geächteter Verbrecher. Abseits.

Vergessen?
Manchmal frage ich mich, ob das Evangelium von Jesus Christus nicht sogar verraten wird, indem man auf Recht, Verantwortung, und Auftrag pocht. Welch Kleinglauben, das Evangelium könne sich seinen Weg in die Herzen der Menschen nicht auch durch den größten Trubel hindurch bahnen. Ich freue mich übrigens (dem “Internetz” sei dank) über jeden Agnostiker, der brav sein Adventstürchen öffnet und über jeden Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters der des Sonntags seinen Adventskranz bedient.

Und was den Slogan betrifft, warum nicht antworten:
“Stimmt Weihnachten wird unterm Baum entschieden. Aber das iPad ist zu flach. Da gehört dann doch die Krippe drauf!”

Vermutlich würden mehr Türen auf als zu gehen.

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Pastorenstückchen in Chrismon plus Rheinland

Gestern zitierte mein Chef im Pfarrkonvent aus der aktuellen Ausgabe von Chrismon plus Rheinland und ich traute meinen Ohren nicht: Werbung für meinen Blog! Meine Bemerkung: “Oh! habe ich noch gar nicht gelesen, iss ja Print”, sorgte für allgemeine Erheiterung. Aber man kann Chrismon plus Rheinland auch online lesen. Die “Werbung” für Pastorenstueckchen  findet sich auf S.9 der aktuellen Ausgabe ;-)

Chrismon plus Rheinland screenshot

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